Japankäfer

Popillia japonica

Japankaefer
Grosses Bild: Japankäfer auf Weinrebe im Piemont, Fotografin: Cristina Marazzi, KPSD TI
Oben links: Japankäfer, der typisches Alarmverhalten zeigt.

Die Überwachung des Japankäfers fand im Jahr 2022 in allen Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein mittels 129 Lockstofffallen statt. In den Kantonen Basel-Stadt und Tessin wurde intensiver überwacht. Im Kanton Basel-Stadt wurden keine Käfer gefangen. Es gab einen Einzelfang im Kanton Solothurn, worauf dort die Überwachung ebenfalls intensiviert wurde. Auch im Tessin waren die Fänge außerhalb der Befalls- und Pufferzone Einzelfänge. Alle Einzelfänge wurden entlang von Verkehrsachsen (Strasse und Schiene) gefunden. In diesen drei Kantonen wird in der Saison 2023 wiederum eine intensivierte Überwachung durchgeführt.

Der aus Japan stammende Blatthornkäfer Popillia japonica besitzt ein breites Spektrum von über 300 Wirtspflanzen aus diversen Pflanzenfamilien. Die Engerlinge schädigen insbesondere Wiesen- und Rasenflächen, wohingegen die adulten Tiere Frassschäden an Blättern, Blüten und Früchten verursachen. Die lokale Verbreitung durch den Flug beträgt je nach Umweltbedingungen 1 bis 20 km pro Jahr. Menschliche Aktivitäten im Handel von landwirtschaftlichen Produkten und Transport ermöglichen jedoch die Verschleppung als «blinder Passagier» über sehr weite Distanzen. Nach der Etablierung 2014 in Norditalien wurden 2017 die ersten Käfer im Südtessin gefangen, wo 2020 eine Eindämmungszone ausgeschieden wurde. 2021 wurde im Kanton Basel-Stadt ein einzelner männlicher Käfer gefangen. Der Japankäfer wird in der Schweiz im Rahmen der Gebietsüberwachung durch die zuständigen kantonalen Dienste, meist die Kantonalen Pflanzenschutzdienste, mittels Lockstofffallen überwacht. Im Rahmen der Pflanzenpasskontrolle sowie bei der risikobasierten Kontrolle beim Import von Pflanzen oder pflanzlichen Erzeugnissen wird er durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst überwacht.

Popillia japonica ist in der Schweiz als prioritärer Quarantäneorganismus geregelt und unterliegt somit der Melde- und Bekämpfungsplicht. Die Meldung im Verdachtsfall ist an den zuständigen kantonalen Dienst zu richten. Betriebe, die für das Ausstellen von Pflanzenpässen zugelassen sind, melden den Verdacht dem Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst (EPSD).

Der Japankäfer wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA verschleppt. Dort verursacht er, im Gegenteil zu Japan, grosse Schäden. In den 70er Jahren trat der Käfer erstmals in Europa auf den Azoren auf, 2014 konnte er sich in Italien, in der Nähe von Mailand ansiedeln. 2017 wurden die ersten Japankäfer an der Grenze zur Schweiz mit Lockstofffallen gefangen. Im Sommer 2020 wurde ein erster Befallsherd im Mendrisiotto festgestellt. Zusätzlich wurde eine diffuse Verbreitung des Käfers in weiten Teilen des Scottoceneri nachgewiesen. Trotz starker Bemühungen, den Käfer auszurotten, ist dies nicht gelungen. So wurde am 1. Dezember 2020 im Süden des Tessins eine Eindämmungszone ausgeschieden, mit dem Ziel die weitere Ausbreitung des Käfers zu verhindern. Die Eindämmungszone wird jährlich aktualisiert.

Damit P. japonica effektiv bekämpft werden kann, muss das Auftreten des Insektes früh genug erkannt werden. Hat sich der Schädling etabliert, ist dessen Tilgung nicht mehr aussichtsreich. Um das Auftreten zu überwachen, werden Lockstofffallen aufgestellt. Es sind keine Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung des Käfers in der Schweiz zugelassen. Ein Versuch bei Agroscope hat jedoch gezeigt, das biologische Bekämpfungsmethoden mit entomopathogenen Pilzen, die bereits zur Bekämpfung von Juni- und Gartenlaubkäfer eingesetzt werden können, vielversprechend sind. Somit könnte der Japankäfer auf gleiche Art und Weise wie der Maikäfer bekämpft werden.

Letzte Änderung 23.11.2022

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