Maiswurzelbohrer

Diabrotica virgifera virgifera

Maiswurzelbohrer Falle
Pheromon-Falle für Maiswurzelbohrer im Maisfeld (links) Diabrotica-Käfer 4 bis 7 mm lang (rechts)

Der westliche Maiswurzelbohrer stammt aus Nordamerika und ist dort der bedeutendste Maisschädling. In den 90er-Jahren wurde der Käfer nach Europa verschleppt. In der Schweiz konnte sich der Schädling dank dem Fruchtfolgesystem nicht etablieren und ist daher immer noch ein Quarantäneorganismus und wird jährlich mit Pheromonfallen überwacht.

Karte Diabrotica 2020
Bild der Schweizer-Karte 2020: Karte mit Fallenstandorten. Bei Maiswurzelbohrer-Fängen muss im Umkreis von 10 Kilometern eine Fruchtfolge-Einschränkung eingehalten werden (rot markierte Gebiete). Es gelten die von den kantonalen Pflanzenschutzdiensten verfügten abgegrenzten Gebiete.

Der westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) stammt aus Nordamerika und ist dort der bedeutendste Maisschädling. Die Hauptschäden verursachen die Larven des Käfers, die sich vor allem von Maiswurzeln ernähren und diese abfressen. Besonders gravierend ist das Problem in Gebieten mit Mais-Monokulturen. In den 90er-Jahren wurde der Käfer nach Europa verschleppt und hat sich seither in Ost- und Zentraleuropa ausgebreitet. In der Schweiz konnte sich der Schädling dank dem Fruchtfolgesystem nicht etablieren.

In der EU wurde der Maiswurzelbohrer 2014 von der Liste der Quarantäneorganismen gestrichen, weil er dort weit verbreitet und eine Tilgung nicht mehr möglich ist. Da sich der Käfer in der Schweiz dank der Fruchtfolge nicht verbreitet hat, ist Diabrotica virgifera virgifera hierzulande immer noch ein Quarantäneorganismus und somit im Pflanzengesundheitsrecht geregelt. Ein Befallsverdacht muss umgehend dem kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.

Seit 2003 wird die Maiswurzelbohrer-Situation in der Schweiz mittels Pheromonfallen jährlich überwacht. Die kantonalen Pflanzenschutzdienste stellen jedes Jahr über den Sommer ca. 150 Fallen auf; hauptsächlich in den Maisanbaugebieten und an Orten, wo der Käfer bereits im Vorjahr gefangen wurde. Bis 2019 galt die besondere Aufmerksamkeit den Verkehrsachsen und Flughäfen. Seit 2020 werden die Fallen in einem Gitternetz-Muster über das ganze Schweizer Maisanbaugebiet verteilt, weil vermehrt adulte Maiswurzelbohrer aus dem umliegenden Ausland eingeflogen sind. In der breit angelegten Überwachung 2020 mit rund 200 Fallen wurden im Vergleich zu 2019 mehr Fallen auf der Alpennordseite aufgestellt und die Anzahl Fallen auf der Alpensüdseite reduziert. Werden Maiswurzelbohrer gefangen, ist das Befolgen einer Fruchtfolge-Einschränkung (Anbau von Mais auf Mais verboten) im Umkreis von zehn Kilometern (abgegrenztes Gebiet) um den Fallenstandort obligatorisch. Für weitere Informationen, siehe Richtlinie Nr. 6 «Bekämpfung des Maiswurzelbohrers» vom Bundesamt für Landwirtschaft (Link in der rechten Spalte).

Im Tessin werden in fast allen Fallen seit dem Jahr 2000 jährlich Maiswurzelbohrer gefangen, da die Käfer regelmässig aus Italien einfliegen. Deshalb ist der Anbau von Mais auf Mais im ganzen Kanton Tessin seit 2004 generell verboten.

Letzte Änderung 02.10.2020

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