Ökologischer Ausgleich

Öko-Ausgleich in der Landwirtschaft

Mit der starken Intensivierung der Landwirtschaft setzte gleichzeitig auch eine Abnahme der Artenvielfalt an Fauna und Flora ein, beispielsweise durch die gezielte Bekämpfung von Ackerunkräutern. So sind heutige landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen relativ uniforme Strukturen und stellen deshalb nur für wenige Organismen ein geeigneter Lebensraum dar. Mit dem Anlegen von Biodiversitätsförderflächen (BFF)sollen insbesondere verschiedenartige, vielseitige Flächen geschaffen werden, wodurch für diverse Tiere und Pflanzen ein Lebensraum entsteht.

buntbrache
Rotationsbrachen bieten Feldhasen und bodenbrütenden Vögeln Schutz und Nahrung.
ackerschonstreifen2007_Jacot
Mit Ackerschonstreifen wird eine vielfältige Ackerbegleitflora gefördert.

Biodiversitätsförderflächen (BFF) in der Fruchtfolge

  • Ackerschonstreifen*
  • Buntbrachen*
  • Rotationsbrachen*
  • Säume*
  • Blühstreifen für Bestäuber und andere Nützlinge *

*=beitragsberechtigt

Biodiversitätsförderflächen (BFF) im Futterbau

  • Extensiv genutzte Wiesen*
  • Extensiv genutzte Weiden
  • Waldweiden
  • Wenig intensiv genutzte Wiesen*
  • Streueflächen*

*=beitragsberechtigt

Weitere ökologische Ausgleichsflächen

  • Hochstamm- Feldobstbäume*
  • Einheimische, standortgerechte Einzelbäume und Alleen
  • Hecken*, Feld- und Ufergehölze*
  • Wassergräben, Tümpel, Teiche
  • Ruderalflächen, Steinhaufen, Steinwälle
  • Trockenmauern
  • Rebflächen mit hoher Artenvielfalt

*=beitragsberechtigt

Was sind extensive und wenig intensive Wiesen?

Extensive und wenig intensive Wiesen werden jährlich mindestens einmal geschnitten, wobei der erste Schnitt spät erfolgt, nämlich je nach Höhenlage ab dem 15. Juni, 1. oder 15. Juli. Mulchen ist nicht erlaubt. Die Wiesen dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden (Ausnahme: Einzelstockbehandlungen von Problempflanzen mit dafür bewilligten Mitteln, falls die Problempflanzen nicht mit angemessenem Aufwand mechanisch bekämpfbar sind). Extensive Wiesen werden nicht gedüngt, während wenig intensive Wiesen mit Mist oder Kompost leicht gedüngt werden dürfen.

Was sind „Blühstreifen für Bestäuber und andere Nützlinge“?

Blühstreifen sind mit einheimischen Wildblumen und Kulturpflanzen angesäte, extensiv genutzte BFF im Ackerland, die im Unterschied zu den mehrjährigen Buntbrachen oder Säumen, aus weniger, aber für Bestäuber und/oder kulturspezifische Nützlinge besonders attraktiven Pflanzenarten bestehen. Sie dürfen weder gedüngt noch mit Pflanzenbehandlungsmitteln behandelt werden (Ausnahme Einzelstockbehandlungen). Ein Säuberungsschnitt wird bei dieser einjährigen BFF nicht empfohlen.

Was sind Ackerschonstreifen?

Ackerschonstreifen sind mindestens 3 m breite, ungedüngte und nicht mit Pestiziden (Ausnahme Einzelstockbehandlungen) behandelte Randstreifen, die meist in Getreidefeldern angelegt und zusammen mit der Kultur abgeerntet werden. Sie zeichnen sich durch einen spontanen oder angesäten Ackerwildkrautbesatz und eine reichere Tierwelt aus.

Was sind Buntbrachen?

Buntbrachen sind mehrjährige Streifen (selten Flächen) im Acker-, Gemüse- oder Obstbau, auf welchen nach Nutzungsaufgabe eine Mischung aus einheimischen Wildkräutern und Leguminosen angesät wurde. Sie dürfen weder gedüngt noch mit Pestiziden behandelt
werden (Ausnahme Einzelstockbehandlungen).

Was sind Rotationsbrachen?

Rotationsbrachen sind flächige Glieder einer Fruchtfolge, die eine bis drei Vegetationsperioden bestehen bleiben. Sie sind entweder aus spontaner Pflanzengesellschaft entstanden (nur mit Sonderbewilligung) oder bestehen aus eingesäten einheimischen Ackerwildkräutern und Leguminosen. Sie dürfen weder gedüngt noch mit Pestiziden behandelt werden (Ausnahme Einzelstockbehandlungen).

Was sind Säume?

Säume sind extensiv genutzte, krautige Streifen entlang von Acker-, Dauergrünlandparzellen oder Dauerkulturen. Sie sind entweder aus spontaner Pflanzengesellschaft oder Buntbrachen entstanden (nur mit Sonderbewilligung) oder bestehen aus eingesäten einheimischen Ackerwildkräutern, Gräsern und Kleearten. Sie dürfen weder gedüngt noch mit Pflanzenbehandlungsmitteln behandelt werden (Ausnahme Einzelstockbehandlungen). Idealerweise werden Säume als dauerhafte Strukturen angelegt.

Bedeutung von Biodiversitätsförderflächen (BFF) im Ackerbau

Vorteile Nachteile
Nahrung und Lebensraum für viele verschiedene Tierarten (Nutzinsekten, Kleinsäuger, bodenbrütende Vögel) Schädlinge (Mäuse, Schnecken) können auftreten
Förderung von seltenen und bedrohten Pflanzenarten Teilweises Auftreten von Problemunkräutern
Vernetzung von natürlichen Habitaten  
Bundes- und teilweise Kantonsbeiträge Ertragsausfall
Ästhetischer Wert, Imageförderung  

Anlage und Pflege, empfohlene Samenmischung