Linsen (Lens culinaris Medik. subsp. culinaris)

Linse_Kleine Hülsen_kaur

Linsen gehören zu den ersten vom Menschen kultivierten Pflanzenarten. Sie gehören zu den Leguminosen, können also mit Hilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Sie sind nach Soja die proteinreichste Hülsenfrucht. Sie ertragen Trockenheit gut. Der Durchschnittsertrag beträgt in Europa 7.6 dt/ha, wobei die Erträge je nach Region und Anbaumethode stark schwanken können. Die grössten Linsenproduzenten weltweit sind Kanada, Indien und die Türkei. In der Schweiz werden Linsen hauptsächlich in der Westschweiz angebaut. Die Importmenge übersteigt das einheimische Angebot, so dass die bestehende Anbaufläche ausgebaut werden könnte. Linsen sind zwar noch ein Nischenprodukt, die Nachfrage nach Hülsenfrüchten in der Schweiz ist aber steigend.

Herausforderungen

Vor allem wegen ihrer langsamen Jugendentwicklung und ihrer bescheidenen Pflanzenlänge gilt die Linse als konkurrenzschwach. Die erfolgreiche Unkrautregulierung von Linsen-Reinkulturen ist deshalb entscheidend für einen erfolgreichen Anbau. Ein interessanter Ansatz sind Linsen-Mischkulturen insbesondere im Biolandbau. Weitere Herausforderungen betreffen die Ernte: einerseits bedingt die geringe Standfestigkeit einen tiefen Schnitt und damit das Risiko Steine und Erde mit in den Mähdrescher zu befördern und andererseits reifen nicht alle Hülsen einer Pflanze gleichzeitig ab, was die Fixierung des optimalen Erntezeitpunktes erschwert.

Um das Erntegut in einer einwandfreien Qualität in den Handel bringen zu können nimmt auch die Aufbereitung des Erntegutes ebenfalls eine zentrale Rolle ein.

Kleinparzellenversuche

Testung von Linsensorten und Kombinationen verschiedener Stützfrüchte im Gemengeanbau mit Linsen.

Anbaubegleitung

Dank der finanziellen Unterstützung durch BioSuisse, werden im Rahmen der Entwicklung des Anbaus auf Praxisbetrieben, Landwirte beraten. Des Weiteren wird der Wissensaustausch unter den Praktikern sowie zwischen Forschern und Praktikern an Flurbegehungen gefördert.