Fachstelle IDF / Codex

Fachstelle-IDF-Codex

Im Internationalen Milchwirtschaftsverband (International Dairy Federation IDF) sind über 50 Experten aus der Schweiz vertreten. Agroscope leitet im Auftrag der Branche die «Fachstelle IDF / Codex». Zusammen mit der Schweizerischen Milchkommission SMK sichert diese sowohl Interessensvertretung als auch Informationsfluss zwischen IDF, Experten und Schweizer Milch- und Käsebranche. Hier weist sie auf aktuelle Themen hin.

Neuigkeiten im Sommer 2022

IDF vergibt neu einen jährlichen Innovationspreis in zwölf Kategorien von Tierwohl über Robotik bis zu Ernährung. Zusätzlich sind junge Forscherinnen und Forscher eingeladen, mit ihrer Arbeit den jährlichen Forschungspreis mit gesponserter Einladung zum World Dairy Summit zu gewinnen. Ein weltweit abgestütztes, im April 2022 publiziertes IDF Bulletin über Hitzebehandlung von Milch mit Thermisation bis Sterilisation wird als Standardwerk dienen. Das IDF Nutrition Symposium vom 12. Mai 2022 mit ca. 220 Teilnehmenden aus der ganzen Welt zeigte spannende Erkenntnisse zur Ernährung mit Vollfettmilchprodukten bei Kindern, zur Reduktion von Knochenbrüchen bei der älteren Bevölkerung, und zur Ausschöpfung des Potentials von jungen Menschen dank Milch und Milchprodukten. Die Bestimmung der Zell- und Gesamtkeimzahl in Milch wurde in der IDF analytical week thematisiert.   



IDF Innovation Awards und IDF Paul Jelen Early Career Scientist Prize 2022

IDF hat kürzlich die «Dairy Innovation Awards» lanciert zur Förderung und Sichtbarmachung von innovativen Praktiken und Prozessen von der Milchproduktion über die Milchprodukte-Herstellung bis zu neuen Produkten und Ernährungsinnovationen. In zwölf Kategorien kann ein Preis gewonnen werden. Stichworte sind Robotik, künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, Klimamassnahmen, Tierwohl, nachhaltige Produktherstellungs-Technologie, sozio-ökonomische Wirkungen oder Ernährungsaktionen. Dieses Jahr sind Einreichungen bis 1. Juli 2022 willkommen.

Studierende und junge Forscherinnen und Forscher sind herzlich eingeladen, sich für den «IDF Professor Pavel Jelen Early Career Scientist Prize» mit Arbeiten in Milchwissenschaft und –Technologie zu bewerben. Die Gewinnerin /der Gewinner darf ihre/seine Arbeit am IDF World Dairy Summit 2022 in New Dehli vor der weltweiten Community der Milchindustrie und der Milchforschung präsentieren. Sämtliche Kosten werden gesponsert. Bewerbungen sind gemäss dem unterstehenden Link willkommen.

IDF announces the launch of the “IDF Professor Pavel Jelen Early Career Scientist Prize

Join us at the IDF Dairy Innovation Awards 2022

Ansprechperson


IDF Bulletin über die Hitzebehandlung von Milch von Thermisation bis Sterilisation

Im Mai hat IDF das breit abgestützte Bulletin über die Erhitzung von Milch zur Thermisation, Pasteurisation, für ESL-Milch, UHT-Behandlung und zur Sterilisation in Behältern publiziert. Hitzebehandlung ist die älteste und die am meisten angewandte Technologie zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und zur Verlängerung der Haltbarkeit von Milch und Milchprodukten. Auswirkungen auf die Mikroorganismen sowie die chemischen und organoleptischen Veränderungen sind aufgezeigt. Zu hohe Pasteurisationstemperaturen führen zu verkürzten Haltbarkeiten. Past-Milch dominierte Märkte legen Wert auf die sensorischen Eigenschaften und günstige Herstellung. ESL-Milch hat sich in der Schweiz und einigen anderen Märkten verbreitet. Darin wurden in Österreich native ß-Laktoglobulingehalte zwischen 7 und 66% des Wertes von Rohmilch gefunden. Die Schweiz hat am Bulletin massgeblich mitgearbeitet. Am 28. Juni 2022 findet ein IDF Webinar über Hitzebehandlung statt.

IDF publishes new Bulletin on Heat Treatment of Milk

Ansprechperson


IDF Symposium Ernährung und Gesundheit: Milchprodukte für Jung bis Alt

Das jährliche Nutrition Symposium des Internationalen Milchwirtschaft Verbandes (IDF) wurde am 12. Mai 2022 auch dieses Jahr online durchgeführt. Es stand unter dem Thema der Milch als wichtiger Nährstofflieferant für ein gesundes Leben in allen Altersabschnitten

Der Teil mit Fokus auf die Mütter, Kinder und Jugendliche enthielt eine interessante Studie zur Frage, ob Kinder Milchprodukte besser als vollfette oder fettreduzierte Variante konsumieren sollten. Die Literatur zeigte bisher, dass Vollfett- und Fettreduzierte Milchprodukte einen vergleichbaren Einfluss auf die Gesundheit haben und Vollfettprodukte nicht mit einem erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden sind. Es gab aber nur sehr wenige gut angelegte Studien dazu.

Deshalb wurden 49 Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren, welche normalerweise Vollfett-Milchprodukte konsumieren, zur «Milky Way» Studie eingeladen. In einer doppel-blind Verteilung verzehrte die eine Gruppe während drei Monaten weiterhin die Vollfettvariante, die andere Gruppe erhielt dieselben Milchprodukte als fettreduzierte Variante.

Der Fettkonsum war in der Vollfett-Gruppe fast doppelt so hoch wie in der Gruppe, welche die fettreduzierten Produkte konsumierte. Hingegen gab es keine messbaren Unterschiede zwischen den beiden Gruppen in Bezug auf Nahrungsenergieaufnahme (Kalorien), Adipositas, Körperzusammensetzung sowie Marker für kardiometabolische Erkrankungen und Diabetes.

Bei der älteren Bevölkerung sind insbesondere die Risiken für Knochenbrüche und ein Verlust an Muskelmasse (Sarkopenie) erhöht und nehmen mit steigendem Alter immer mehr zu. Da Skelett und Muskeln stark verbunden sind, müssen zur Verhinderung von Brüchen nicht nur die Knochen, sondern auch die Muskeln gestärkt werden. Denn die Skelettmuskulatur ist eine wichtige Stütze, um Stürze zu verhindern. Zusätzlich zu einem dem Alter angepassten Muskeltraining ist daher auch eine adäquate Ernährung mit genügend Protein und Kalzium sehr wichtig. Beide Nährstoffe sind in Milchprodukten in grossen Mengen vorhanden. Bei einer Erhöhung der täglichen Aufnahme von 2 auf 3,5 Portionen Milch und Milchprodukten konnte die Aufnahme von Protein und Kalzium signifikant erhöht werden, ohne dass die Energieaufnahme zugenommen hat. Als Resultat sank das Risiko für Knochenbrüche der Interventionsgruppe nach 2 Jahre um 33% und jenes für Hüftfrakturen sogar um 46 %. Dies sicher auch als Folge der seltener gewordenen Stürzen (- 11 %).

Um die Muskelmasse zu erhalten, ist eine genügende Proteinversorgung im hohen Alter sehr wichtig. Nach jeder Mahlzeit wird das konsumierte Nahrungsprotein in Muskelprotein umgewandelt. Zwischen den Mahlzeiten folgt aber auch regelmässig ein Proteinabbau. Die maximale Muskelproteinsynthese liegt bei 0.4 g Protein pro kg Körpergewicht. Das heisst, wenn geringere Mengen aufgenommen werden, fällt die Synthese geringer aus. Werden jedoch grössere Mengen aufgenommen, so kann die maximale Synthese nicht erhöht werden und das überschüssige Protein bleibt ungenutzt. Eine über den Tag verteilte gleichmässige Proteinaufnahme kann dem Muskelabbau optimal entgegenwirken. Durch ein gezieltes Muskeltraining kann dieser Effekt zusätzlich unterstützt werden.

Dairy nutrients support health throughout life

Ansprechperson


IDF Analytical week: Bessere Bestimmung der Zell- und Gesamtkeimzahl

Viele Länder haben mit dem CRM die Zellzahlmessung überprüft und wo nötig angepasst, die Vergleichbarkeit der Werte hat sich verbessert. ICAR implementiert das System der Qualitätsindizes zur Bewertung der Qualität von Labors und PT-Anbietern.

Die Grundlagen zur Umrechnung der Gesamtkeimzahl wurden aktualisiert und erweitert. Es gibt neu einen Leitfaden zur Umrechnungsgleichung, die ISO 21187 | IDF 196 wurde 2021 revidiert und die ISO 8196-3 | IDF 128 folgt 2022.

Link auf Publikation (weitere Links im Text)

Ansprechperson