Es wurden rund 20 Viren beschrieben, welche Bienen infizieren können. Die für Bienen problematischen Viren stehen im Zusammenhang mit den Varroa-Milben. Dazu gehört namentlich das Flügeldeformationsvirus.


Viren sind obligate Parasiten, die für ihre Vermehrung vollständig auf eine Wirtszelle angewiesen sind, auf deren Zellmaschinerie sie für ihre Reproduktion zurückgreifen. Sie können die Larven ebenso wie die Adulttiere befallen, deren Lebensdauer dadurch stark eingeschränkt werden kann. Viren bestehen aus genetischem Material (RNA oder DNA), das durch eine Kapsel aus Proteinen umhüllt ist. Ihr genetischer Code ist sehr variabel und es kommt typischerweise zu raschen Veränderungen, wodurch sie schwierig zu bekämpfen sind. Weitere Informationen zu den drei Viren, welch bei Bienen die grössten Schäden anrichten, sind in unserem Leitfaden für Bienengesundheit zu finden.

Gegenwärtig verfügen wir über keine Medikamente, mit denen sich die Viren spezifisch bekämpfen lassen. Weil das schädlichste Virus durch die Varroa-Milbe übertragen wird, ist es sinnvoll, das Konzept zur Bekämpfung der Varroa-Milbe zur Prävention eines viralen Befalls einzusetzen. Präventionsmassnahmen gegen virale Krankheiten sind in unserem Leitfaden für Bienengesundheit aufgeführt.
Wir erforschen die Beziehungen zwischen Bienen, Varroa-Milben und Viren, um die komplexen Interaktionen und die Rolle der Viren beim Verlust von Bienenvölkern besser zu verstehen. Wir untersuchen auch Varroa-resistente Bienen in Afrika und Asien und prüfen, ob diese Bienen auch eine Resistenz gegen Viren entwickelt haben.