Die Amerikanische Faulbrut ist eine sehr ansteckende bakterielle Krankheit der Brut. In der Schweiz werden jährlich rund fünfzig Fälle gemeldet. Die Ausbreitung der Krankheit in unserem Land lässt sich aber nicht mit dem Fortschreiten der Europäischen Faulbrut vergleichen. Gemäss der Tierseuchenverordnung sind Halterinnen und Halter nicht nur verpflichtet, alle bestätigten Fälle von Faulbrut zu melden, sondern auch alle Verdachtsfälle dem für die Bienenstände der betroffenen Region zuständigen Bieneninspektor (Art. 61 TSV). Nach einer positiven Diagnose werden die Bienenvölker mit Symptomen vernichtet, kontaminiertes Material wird desinfiziert und es wird ein Bereich festgelegt, in dem umliegende Bienenstände kontrolliert werden.


Die Amerikanische Faulbrut wird durch das Bakterium Paenibacillus larvae verursacht. Das Bakterium bildet sehr widerstandsfähige Sporen aus, über die es sich in der Umwelt verbreitet. Die Sporen bleiben über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte infektiös. Die Infektion erfolgt während der ersten 48 Stunden des Larvenstadiums durch die Sporen, aber nicht durch die vegetative Form des Bakteriums. Die Larven werden nachgewiesenermassen über den Futtersaft infiziert. Sobald die Sporen im Darm der Larven gekeimt sind, produzieren die Bakterien Enzyme und Toxine, mit deren Hilfe sie die Zellwände durchdringen und ins Blut gelangen und die Larve so stark schwächen, dass sie stirbt. Adulte Bienen werden nicht infiziert, können die Krankheit aber übertragen. Es gibt verschiedene Stämme von Paenibacillus larvae mit unterschiedlicher Virulenz. Detaillierte Informationen zur Biologie des Erregers und zur Diagnose der Faulbrut sind in unserem Leitfaden für Bienengesundheit zu finden.
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Die Anwendung von Antibiotika ist in der Schweiz nicht gestattet. Daneben gibt es jedoch keine weiteren Medikamente gegen die Faulbrut. Völker mit Symptomen müssen deshalb vernichtet werden, um die Ausbreitung der Seuche zu vermeiden, und das kontaminierte Material muss saniert werden. Da die beste Bekämpfung die Prävention ist, ist eine frühzeitige Erkennung erstrebenswert. Erkennungsmerkmale und geeignete Präventionsmassnahmen sind in unserem Leitfaden für Bienengesundheit aufgeführt.