Emissionen von organischen Böden

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Messung der CO2- und Methanflüsse auf einem Moorboden im Seeland

Trotz der bisherigen Nutzung sind in organischen Böden noch ca. 30 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Diese Böden verlieren jedoch fortlaufend Kohlenstoff, diejenigen unter Landwirtschaft, ca. 600’000 Tonnen CO2-equivalente pro Jahr. Grössere landwirtschaftlich intensiv genutzte organische Böden befinden sich in flachen, breiten Talböden wie z.B. im Seeland. Hier quantifizierten wir den Kohlenstoffverlust eines landwirtschaftlich benutzten ehemaligen Flachmoores mittels mikrometeorologischen Methoden über zwei Jahre. Nähere Informationen befinden sich hier:
ScienceDirect: Carbon budget response of an agriculturally used fen to different soil moisture conditions.

Seit 2018 untersuchen wir an einem Standort im St. Galler Rheintal, ob der Kohlenstoffverlust in organischen Böden trotz landwirtschaftlicher Nutzung durch Aufschüttung von mineralischem Bodenmaterial reduziert werden kann. Dazu wird mehrjährig der Treibhausgasaustausch von CO2, Methan und Lachgas kontinuierlich gemessen. Mittels Isotopen (14C) können wir die Herkunft des emittierten CO2 analysieren und somit überprüfen, ob die mineralische Überdeckung den darunterliegenden Torf vor Zersetzung schützt. Nähere Informationen befinden sich hier:
ScienceDirect: Soil carbon loss from drained agricultural peatland after coverage with mineral soil

Der Einfluss der mineralischen Überschüttung auf den Stickstoffkreislauf wird mit Hilfe von Isotopen (15N) nachvollzogen. Unsere Messungen aus beiden Standorte werden ins Schweizerische Treibhausgas-Inventar fliessen.

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Messung der CO2-, Methan- und Lachgasflüsse auf einem überschütteten Moorboden

Neben der Messung der jetzigen Emissionen, haben wir die historischen Emissionen der organischen Böden der Schweiz seit dem beginnenden 18. Jh. abgeschätzt: 
Land use-driven historical soil carbon losses in Swiss peatlands.

Die kumulativen, oxidativen Verluste des Kohlenstoffs (hauptsächlich als CO2) der organischen Böden in der Schweiz sind beträchtlich. Verglichen dazu sind die Kohlenstoffverluste durch Torfabbau im demselben Zeitraum gering. Besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jh. stiegen die Emissionen an – trotz des Torfabbau-Verbots – aufgrund der Intensivierung der Bewirtschaftung von organischen Böden.

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Alte Torfstiche und drainierte organischen Böden im Bannriet SG