CO2 Senken und Quellen in landwirtschaftlichen Böden
Werden Böden landwirtschaftlich genutzt, führt dies in vielen Fällen zu einer Freisetzung von CO2 (d.h. Böden sind CO2 Quellen) und zu einer Verringerung des Kohlenstoffgehaltes im Boden. Andererseits können Böden auch neuen Kohlenstoff aufnehmen (d.h. Böden sind CO2 Senken).
Inventar Bodenkohlenstoff Schweiz
Die Schweiz weist in ihrem nationalen Treibhausgasinventar jährliche CO2 Emissionen bzw. Speicherungen durch Acker- und Graslandböden als Teil der Kategorie Landnutzung, Landnutzungswandel und Forstwirtschaft aus.
Wir haben ein Inventarisierungssystem entwickelt, welches auf einem dynamischen Prozessmodell beruht (RothC) und jährliche Messdaten in die Berechnungen einbezieht. Für die Simulationen wird die gesamte landwirtschaftliche Fläche in Gebiete mit ähnlichen Bedingungen eingeteilt (Klima, Nutzung, Bodeneigenschaften). Als Eingangsdaten für die Modellierung werden Pflanzenerträge, Hofdüngereinträge und meteorologische Daten benötigt. Seit 2019 verwenden wir die neue Methode für die Berechnung der jährlichen Kohlenstoffänderungen von landwirtschaftlichen Mineralböden für das Treibhausgasinventar.
Pflanzenkohle könnte helfen, den Klimawandel zu bremsen. Derzeit gibt's einen regelrechten Hype um Pflanzenkohle. SRF «Trend» fragt, ob dieser Hype gerechtfertigt ist.
Landwirtschaftliche Aktivitäten steuern die Bodenkohlenstoffgehalte und damit die Quellen- und Senkenfunktion der Böden für CO2. Auf der Eintragsseite geschieht dies bei Ackerkulturen vor allem über die Fruchtfolge und bei Grasland vor allem über die Nutzungsintensität.
Organische Böden sind wichtige Kohlenstoffspeicher. In Mooren entstehen sie durch den nicht vollständigen (anaeroben) Abbau von pflanzlichem Gewebe im wassergesättigten Boden. Mit der Entwässerung oder der Beeinträchtigung dieser Böden werden sie zu einer starken und lang anhaltenden CO2 Quelle.
Pflanzenkohle wird aus organischem Abfällen bei Temperaturen zwischen 400 - 700 °C unter Sauerstoffausschluss hergestellt. Auf Grund der hohen Stabilität im Boden gilt es als mögliche CO2 -Senke und soll gleichzeitig die Bodenqualität verbessern sowie die Erträge erhöhen.