Abschwemmung

Abschwemmung

Mit dem Oberflächenabfluss kann gelöster Phosphor in die Gewässer transportiert werden. Einfluss auf die Menge an abgeschwemmten Phosphor haben Standortfaktoren (Boden, Relief), Witterung (Starkregen, Schneeschmelze etc.) und Bewirtschaftungsfaktoren (Zeitpunkt, Art und Menge der Düngung, Ausbringungstechnik, Nutzungsart und -intensität). Problematisch sind vor allem stark mit Phosphor angereicherte und mit Gülle gedüngte Graslandflächen.

Forschungsprojekt Evaluierung stark beitragender Flächen am Baldeggersee

Die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) des Kantons Luzern hat ein „Konzept zur Erarbeitung der Phosphorprojekte Phase III“ in enger Zusammenarbeit mit BLW und BAFU erstellt, um das bestehende Phosphor-Projekt nach GSchG Art 62a in ein Ressourcenprojekt nach Art. 77a LwG zu überführen. Das Forschungsprojekt soll folgende Resultate liefern:

  • Aufzeigen einer Methodik zur Identifikation der Flächen, die in hohem Masse zum P-Eintrag in die Gewässer und Mittellandseen beitragen und Bestimmung dieser Flächen im Pilotgebiet.
  • Beurteilung von neuen und bestehenden Massnahmen hinsichtlich der Wirkung und der Umsetzbarkeit auf den beitragenden Flächen.
  • Entwicklung und Etablierung eines Monitorings zur Wirkung der Massnahmen. Das Monitoring soll im Rahmen eines Ressourcenprojektes und darüber hinaus umgesetzt werden.


Projektbeginn: 2016, Projektende: 2018

Surface runoff – process study and modelling

Wie Unwetterereignisse immer wieder zeigen, ist Oberflächenabfluss in Zusammenhang mit Sachschäden ein weit verbreitetes Problem in der Schweiz. Man geht davon aus, dass rund fünfzig Prozent aller Schäden nicht auf ausufernde Gewässer, sondern auf Oberflächenabflüsse zurück zu führen sind. Trotz dieser offensichtlichen Problematik wurde das Phänomen bisher eher wenig untersucht. Deshalb gibt es nur sehr spärliche Informationen über betroffene Gebiete und wenige Methoden, um eine mögliche Gefährdung durch Oberflächenabfluss zu erkennen. Daniel Bernet analysiert dies im Rahmen seiner Dissertation am Geografischen Institut der Universität Bern und dem Oeschger-Zentrum für Klimaforschung am Mobiliar Lab für Naturrisiken.

Projektbeginn: 2015, Projektende: 2017

COST 869: Mitigation options for nutrient reduction in surface water and groundwaters

COST 869 wurde 2006 von der Schweiz unterzeichnet. Ein Forschungsprojekt mit dem Titel: "Prediction of contributing areas for P-losses from agricultural land" wurde in Zusammenarbeit mit der EAWAG (C. Stamm) und ETHZ (R. Schulin) beim Staatssekretariat für Forschung und Bildung (SBF) Ende 2006 eingereicht und bewilligt.

In ihrer Dissertation untersucht Claudia Hahn folgenden Fragestellungen:

  1. Kann das bisherige Modell, welches im Sempacherseegebiet geeicht wurde, auf andere Gebiete (Baldeggersee) übertragen werden? 
  2. Wie beeinflusst frisch ausgebrachte Gülle das Austragsverhalten von P?
  3. Wie kann dieser Austragspfad im Modellabgebildet werden?
  4. Wie genau und zuverlässig sind die (räumlichen) Modellvorhersagen?
  5. Welche Management-Massnahmen können aufgrund des Wissensstandes zur Reduktion von P-Verlusten empfohlen werden?

Die Arbeit ist in das Projekt „Standortgerechte Landwirtschaft" integriert.

Projekt standortgerechte Landwirtschaft

Das vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanzierte Projekt soll dazu dienen, die diffuse Gewässerbelastung durch die Landwirtschaft mit Agrochemikalien und Nährstoffen zu vermindern. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem aufgezeigt wird, wie landwirtschaftliche Flächen bezüglich ihres Risikos für diffuse Gewässerbelastung aufgrund der Standorteigenschaften charakterisiert werden können, welche Daten dazu notwendig sind und mit welchen Unsicherheiten Vorhersagen behaftet sind. Darauf basierend werden Vorschläge entwickelt, durch welche Art von Massnahmen eine standortgerechte Landwirtschaft in der Schweiz zu fördern wäre. Dabei zielt das Projekt auf Belastungen mit Agrochemikalien und Stoffen ab, die durch Niederschlagsereignisse in Gewässer eingetragen werden (Phosphor, Pestizide, Sediment, Veterinärpharmaka etc.).

Standortgerechte Landwirtschaft (PDF, 4 MB, 14.09.2016)Standortgerechte Landwirtschaft bezüglich der Auswirkung von landwirtschaftlichen Hilfsstoffen auf Oberflächengewässer

Machbarkeitsstudie „Beitragende Flächen“

Trotz der Einführung ökologischer Auflagen in der Landwirtschaft in den 90er Jahren hat das Risiko für diffuse Belastung der Gewässer mit Agrochemikalien wie Herbiziden nicht im gewünschten Mass abgenommen. Untersuchungen aus vorangegangenen Projekten haben gezeigt, dass die diffusen Stoffverluste räumlich auf einen kleinen Teil der Felder begrenzt sind. Ziele des Projekts sind deshalb:

  1. Zusammenfassen der wissenschaftlichen Konzepte für Beitragende Flächen für verschiedene diffuse Gewässerbelastungen (Oberflächengewässer: Phosphor, Pestizide, Feinsedimente; Grundwasser: Nitrat, Pestizide) inkl. empirischer Wirkungsnachweis, Vorhersage-Ungenauigkeit sowie zentraler Wissenslücken. Vergleich mit Ungenauigkeit anderer gesetzlich relevanter Grössen (z.B. Abgrenzung Schutzwasserschutzzonen).
  2. Vorschlag zum Vorgehen zur Erhebung flächendeckender Grundlagendaten (Bodenkarte). Abschätzung der dazu notwendigen Ressourcen (Finanzen, Arbeit, Zeitrahmen).
  3. Untersuchung der agronomischen Auswirkungen der Implementierung Beitragender Flächen in die Fruchtfolgen beispielhafter Betriebe.
  4. Auflistung notwendiger Untersuchungen und Abschätzung der notwendigen Ressourcen, um das Konzept praxistauglich zu machen.

Auftraggeber: BAFU

Abgeschlossene Dissertationen