Nationale Bodeninformation

Das Erheben von Bodeninformationen, sei es durch eine klassische Bodenkartierung oder im Rahmen von Monitoringprogrammen, steht am Anfang einer vielgliedrigen Wertschöpfungskette. Wissenschaftlich fundierte Bodeninformationen sind für Forschung, Verwaltung und Politik von vielseitigem Nutzen. Das Nationale Bodeninformationssystem NABODAT bezweckt, die Bodendaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen, zu harmonisieren und für weitere Bedürfnisse verfügbar zu machen. NABODAT ist als gemeinsame Fachapplikation von Bund und Kantonen seit 2012, nach mehrjähriger Entwicklungsphase, in Betrieb.

Mit dem Informationssystem NABODAT stehen harmonisierte Bodendaten für unterschiedliche Frage- und Problemstellungen zur Verfügung. In erster Linie dient NABODAT den kantonalen Bodenschutzfachstellen für den täglichen Vollzug im Bodenschutz. Zuverlässige Bodeninformationen sind aber auch  wichtig für Untersuchungen über die zunehmende Bodenversiegelung, zum Klimawandel, zu den Naturgefahren generell und zum Hochwasserschutz im Speziellen, zur Sicherung der Nahrungsmittel­produktion sowie für Anwendungen zum Schutz vor Bodengefahren (Erosion, Bodenverdichtung u.a.) und zur Erhaltung von Bodenfunktionen.

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Abbildung: Wertschöpfungskette der Bodendaten in der Schweiz mit dem Bodeninformationssystem NABODAT (Servicestelle NABODAT).

Projekte

Kontakt

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Bodendateninventar Agroscope

Das Inventar an Bodendaten der Agroscope enthält mehr als 10‘000 Bodenprofilblätter. Die Erhebungen stammen aus über 300 Bodenkartierungsprojekten, die zwischen 1956 und 1996 in der Schweiz durchgeführt worden sind. 2014 konnte die Inventarisierung und Digitalisierung abgeschlossen werden. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) und die Kantone haben das Projekt gemeinsam finanziert.

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Nationales Bodeninformationssystem NABODAT

Der Bund und die Kantone erfassen und verwalten im Nationalen Bodeninformationssystem NABODAT die digitalen Bodendaten der Schweiz nach einem einheitlichen Modell . Für räumliche Auswertungen ist die Datenbank mit einem geographischen Informationssystem (GIS) verknüpft. Damit stehen die Bodeninformationen in NABODAT für unterschiedliche Fragestellungen und verschiedenste Fachdisziplinen einfach zur Verfügung und die Zusammenarbeit unter den Kantonen und zwischen Bund und Kantonen bei Bodenschutzfragen wird verstärkt.

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Bewertung von Bodenfunktionen

Der Boden erfüllt äusserst wichtige, ökonomische und ökologische Funktionen. Von grundlegender Bedeutung sind die Rolle als zentrale Schnittstelle im Ökosystem und die Wechselwirkungen mit dem Klima, der Biosphäre und der Hydrosphäre. Da solche Eigenschaften für die breite Bevölkerung oft weder unmittelbar wahrnehmbar noch anderweitig ersichtlich sind, kann die Bewertung von Bodenfunktionen dies nachvollziehbar vermitteln. Die NABO und die ETH Zürich erforschen gemeinsam Grundlagen, wie die grundlegenden ökologischen Funktionen des Bodens bewertet und für andere Fachdisziplinen und der breiten Bevölkerung nachvollziehbar vermittelt werden können.

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Thematische Teilsynthese im NFP68: Bodendaten, Methoden und Tools

Welche Bodeninformationen und Tools werden für die zukünftigen Bedürfnisse der Politik benötigt? Was ist der Nutzen von Bodeninformationen für die Gesellschaft? Wie können wir die enormen Datenlücken an Bodendaten in der Schweiz in Zukunft schliessen? Wie können wir den Mehrwert von Bodenkartierungen aufzeigen? Dies sind einige der wesentlichen Fragestellungen, welche in der thematischen Teilsynthese im NFP68 „Bodendaten, Methoden und Tools“ bearbeitet werden.