Monitoring

Die Nationale Bodenbeobachtung NABO erfasst und dokumentiert die Bodenqualität an rund 100 Standorten. Die Dauerbeobachtung hilft, unerwünschte Entwicklungen frühzeitig erkennen zu können. Dieses Referenznetz dient seit 1985 der Wirkungskontrolle im Umweltschutz. Im Speziellen richtet sich der Fokus auf stoffliche Anreicherungen im Boden, die Bodenverdichtung und die Bodenbiolologie.

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Abbildung: Verteilung der NABO-Standorte nach Nutzungskategorie.

Rund die Hälfte der Dauerbeobachtungsstandorte wird landwirtschaftlich intensiv genutzt, für Acker-, Gemüse-, Obst- und Rebbau oder als intensives Grasland. Ein Fünftel liegt in extensiv genutzten Flächen wie Weiden und Alpweiden. Ungefähr ein Drittel befindet sich im Wald. Zusätzlich sind zwei Beobachtungsstandorte jeweils in einem Stadtpark eingerichtet worden.

Die Auswahl der einzelnen NABO-Standorte repräsentiert die für die Schweiz typische Kombination aus Landnutzung, Bodentyp, Geologie, Höhenstufe und anderen Standorteigenschaften. Die Beobachtungsflächen sind weder markiert, abgesperrt noch anderweitig geschützt, so dass die Verhältnisse der landwirtschaftlichen oder forstlichen Nutzung möglichst praxisnah erhoben werden. Dank der eingegrabenen Magnete können die 10 m x 10 m grossen Flächen exakt lokalisiert werden, was die laufende Beprobung derselben Flächen garantiert.

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Probenahme mit Vergleichsstandards

Bei jeder Probenahme für die Nationale Bodenbeobachtung werden ebenfalls physikalische Begleitparameter erhoben. Dadurch können die Bedingungen jeweils mit denjenigen früherer Beprobungen verglichen werden. Denn der situative Zustand des Bodens beeinflusst die Eigenschaften der Bodenproben unmittelbar. Dadurch lassen sich systematische Fehler vermeiden aussergewöhnliche Bedingungen erkennen.

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Lokalisieren von Verdichtungszonen

Der Boden besteht aus einer festen Struktur und einem Hohlraumsystem: Das feste Material setzt sich aus grösseren und kleineren Mineralen sowie organischen Stoffen zusammen. Unsachgemässe Bewirtschaftung zerstört den dreidimensionalen Bodenkörper und verdichtet die Böden, mit negativen Auswirkungen auf die ökologischen Eigenschaften. Die Nationale Bodenbeobachtung NABO will deshalb das Ausmass der verdichteten Zonen und den Verdichtungsgrad inskünftig eingehender bestimmen.

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Mikro- und molekularbiologische Erhebungen

Die Mikroorganismen machen die Hälfte der Biomasse weltweit aus. Eine Hand voll Boden beinhaltet mehr solcher Kleinstlebewesen als die Anzahl Menschen auf der Erde. Diese Organismen leisten wichtige Beiträge an die Bodenfunktionen und sind an vielen Stoffkreisläufen beteiligt. Das meiste ist aber bislang unerforscht und unbekannt: Wer lebt im Boden? Wie geht es den Bodenlebewesen? Vor wenigen Jahren hat die Nationale Bodenbeobachtung NABO damit begonnen, mikrobiologische Grössen zu erheben und die Pilz- und Bakteriengemeinschaften molekularbiologisch zu analysieren.

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Kohlenstoff-Speicher: Bodendaten aus über 30 Jahren

Zahlreiche Bodenfunktionen werden massgeblich durch die organische Bodensubstanz geprägt: Sie ist ein zentrale Steuergrösse für Bodenorganismen, Pflanzen und Bewirtschafter. Und Böden speichern gesamthaft fast so viel CO2 wie die Ozeane. Die Nationale Bodenbeobachtung NABO weitet die bisherige Beprobung des organischen Gehalts vom Oberboden auf tiefere Bodenschichten aus.

Nährstoffgehalt in landwirtschaftlich genutzten Böden

Die Zufuhr von Nährstoffen mit der Düngung landwirtschaftlicher Böden stellt hohe Ernteerträge sicher. Nur so können die für die Ernährung von Mensch und Tier erforderlichen Kalorien produziert werden. Die Nationale Bodenbeobachtung überwacht dabei, dass das Nährstoffangebot im Boden auf einem ausgeglichenen, nachhaltigen Niveau, weder zu viel noch zu wenig, gehalten werden kann.

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Wie die Beobachtung begann: Schwermetallgehalte

Als eine der ersten Schadstoffgruppen, die die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigen können, wurden die Schwermetalle bekannt. Das Erfassen von Schwermetallgehalten im Boden steht deshalb am Anfang des gesetzlichen Auftrags an die Nationale Bodenbeobachtung NABO. Die Resultate der letzten 30 Jahre bestätigen, dass inzwischen viel weniger Schwermetalle in die Umwelt gelangen.

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PAK, PCB und PSM

Der gesetzliche Auftrag an die Nationale Bodenbeobachtung beinhaltet seit jeher, die Gefährdung des Bodens durch organische Schadstoffe abzuschätzen. Von Anfang an sind darum die polyzykli-schen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und die polychlorierten Biphenyle (PCB) erfasst worden. Inzwischen ist das Erhebungsprogramm auf Pflanzenschutzmitteln (PSM) ausgeweitet worden.