Grüner Teppich – gezielte Begrünung von Banketten und Randbereichen

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Hintergrund: Vorprojekt 2018

Bahnunternehmen stehen weltweit unter öffentlichem und politischem Zugzwang, ihre Betriebe zu ökologisieren, insbesondere den Herbizideinsatz zu reduzieren. Dies kann aber nur unter Wahrung der Verkehrs- und Personensicherheit geschehen. Nebst mehreren anderen Projekten mit diesem Fokus hat die SBB eine Machbarkeitsstudie (2. Halbjahr 2018) zur Begrünung der Gleisbankette und Unterhaltswege in Auftrag gegeben.

Die dazugehörige Literaturstudie ergab, dass diese Forschungsrichtung im Bahnverkehr technisches und wissenschaftliches Neuland ist. Es gibt jedoch viele Erfahrungen aus verwandten Bereichen, welche als Referenz genutzt werden können. Eine Expertenrunde kam zum Schluss, dass eine Begrünung erfolgreich sein könnte und aufgrund möglicher positiver Umwelteinflüsse auch wünschenswert sei, dass aber bestimmte Sicherheitsrisiken durch die Auswahl der Begrünungsstrategien auszugrenzen seien. Die Expertenrunde empfiehlt umfassende Tests in Feldversuchen.

Vorgeschlagen werden in-situ und ex-situ Versuche unter realen respektive kontrollierten Bedingungen. An diesen Standorten sollen mehrere Verfahren in Wiederholungen mittels zweier Vegetationsaufnahmen pro Jahr evaluiert werden.

Vorgehen (2019 – 2023)

Im Anschluss an die Machbarkeitsstudie wurden unter tausenden in der Schweiz vorkommenden Taxonen 81 Pflanzenarten bestimmt, welche die Sicherheits- und ökologischen Ansprüche einer Bankettbegrünung wahrscheinlich erfüllen. Aus diesen Arten heraus wurden in Anlehnung an natürlich vorkommende Pflanzengesellschaften vier Mischungen erstellt, welche nun in Feldversuchen getestet werden.

Pflanzenarten und Monitoring:

  • Auswahl potentiell geeigneter Pflanzenarten
  • Erstellung von Mischungen in Anlehnung an natürliche Pflanzengesellschaften
  • Entwicklungskontrolle mittels zweier Vegetationsaufnahmen pro Jahr

Standorte wurden nach sorgfältiger Abwägung nur im Schweizer Mittelland ausgewählt, da dieses das dichteste Schienennetz aufweist und - im Falle eines erfolgreichen Projektabschlusses – eine Implementierung der Begrünung zuerst in dieser Region stattfinden würde.

Feldversuche an mehreren Standorten mit unterschiedlichem Versuchsdesign

  • Experimentell an drei in-situ Standorten (drei Pflanzen-Mischungen).
  • Empirisch an zwei in-situ Standorten (eine Pflanzen-Mischung).
  • Experimentell ex-situ unter kontrollierten und halb-kontrollierten Bedingungen an einem Standort (vier Pflanzen-Mischungen).

Ziele

Motto «Säen statt bekämpfen»

  1. Etablierungserfolg überprüfen: Siedeln sich in Mischungen ausgebrachte einheimische Pflanzen erfolgreich auf den besonderen Standorten der Gleis-Unterhaltswege an?
  2. Verdrängungserfolg überprüfen: Bei erfolgreicher Ansiedlung, hemmen/unterdrücken einheimische Pflanzen erfolgreich die Entwicklung spontaner Vegetation, insbesondere auch von Neophyten?
  3. Sicherheitsaspekte abklären: Bei erfolgreicher Ansiedlung, erfüllen die Pflanzenarten die Kriterien der Betriebssicherheit (Wuchshöhe, Wurzeltiefe, Begehbarkeit etc.)?
  4. Entwicklung der Biodiversität abklären: Bei erfolgreicher Ansiedlung, kann davon ausgegangen werden, dass die Bepflanzung der Unterhaltswege entlang des Schienennetzes mit einheimischen Pflanzen dank der Korridorwirkung eine Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume für einheimische Fauna und Flora nach sich zieht? 

Kontakt

Zeitplan

2018

Vorprojekt Machbarkeitsstudie

2019-2020
Entwicklung angepasster Pflanzen-Mischungen, Bestimmung der Standorte und Installation der Versuche. Erster Zwischenbericht Ende 2020
2021-2023 Monitoring der Vegetationsentwicklung, Datenanalyse und Schlussbericht 

Partner

SBB/CFF/FFS Auftraggeber
Agroscope Reckenholz Projektleitung und Organisation
Agroscope Changins Technische Beratung
Hepia, Genève Botanische Expertise, wissenschaftliche Begleitung
UFA, fenaco Beratung, Saatgutbereitstellung
OHS, Otto Hauenstein Samen Beratung, Saatgutbereitstellung
Info Flora  Botanische Expertise, Beratung
SNCF Austausch und Synergien 

Weitere Informationen / Links

Letzte Änderung 03.02.2020

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