Vermeidung von Mykotoxinen im Ackerbau

Vermeidung-von-Mycotoxinen
Weizenähre und Maiskolben mit Fusarien-Befall

Toxigene Pilze der Gattungen Fusarium und Aspergillus können Getreide- und Mais infizieren – das führt nicht nur zu massiven Ertragsverlusten, sondern auch zu Erntegut, das mit Pilzgiften belastet und daher als Nahrungs- und Futtermittel unbrauchbar ist.

Befall mit toxigenen Pilzen kann bei Getreide und Mais zu erheblichen Ernte- und Qualitätsverlusten führen. Zudem ist das Erntegut häufig mit gefährlichen Pilzgiften (Mykotoxinen) belastet, welche die Sicherheit der daraus gewonnenen Nahrungsmittel gefährden. Fusarium- und Aspergillus-Arten gehören zu den häufigsten Toxin produzierenden Pilzen.

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Fusarium graminearum-Kolonien aus Weizenkörnern

Um die Produktion von qualitativ hochwertigen Getreide- und Maisprodukten zu gewährleisten, untersuchen die Forschenden von Agroscope sowohl den Fusarium-Befall als auch den Toxingehalt in Ernteproben von Weizen, Gerste und Hafer. Mit einer umfassenden Analyse der Anbautechniken der erhaltenen Ernteproben werden die Faktoren ermittelt, die den Befall beeinflussen.

Weiterhin wird überprüft, ob Getreidesorten mit einem höheren Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen (z.B. β-Glucane oder verschiedene Antioxidantien) zu einem geringeren Fusarium-Befall und zu tieferer Toxin-Belastung führen.

Ansprechperson

Dienstleistungen

FusaProg /FusaProg WebApp

Agroscope bietet unter www.fusaprog.ch ein Internet-basiertes Informationssystem zur Risikobeurteilung von Fusarium graminearum-Befall und DON-Belastung im Getreide an. Das System kann via Internet oder via Smartphone genutzt werden.

Fusarien-Bilder

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Durch Antioxidantien dunkel gefärbte Hafersorten
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im Vergleich zu hellen Hafersorten

Die Resultate dieser Untersuchungen werden zur Erweiterung des Fusarien-Prognosesystems FusaProg mit einbezogen. Zur nachhaltigen Kontrolle von Ährenfusariosen in Getreide überprüft Agroscope zudem die Möglichkeiten zur biologischen Bekämpfung mit natürlich vorkommenden Antagonisten.

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Aspergillus niger-Kolonie aus einem Maiskorn

Um mögliche zukünftige Gefahren frühzeitig erkennen zu können, werden die Forschenden in einem Schweiz-weiten Körnermais-Monitoring den Befall mit Aflatoxin-bildenden Aspergillus-Arten untersuchen. Das Ziel ist, wie bei Getreide, die Erarbeitung von Empfehlungen zur Produktion von Toxin-freien, sicheren Nahrungsmitteln.