Erhaltung einer ökologisch und wirtschaftlich optimierten Imkerei zur Sicherstellung der Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen sowie zur Gewinnung qualitativ einwandfreier Bienenprodukte.
Basis ist eine Betriebsweise mit gesunden starken Völkern.
Ein praxisbezogenes Ziel in der Beratung ist: Jede Imkerin und jeder Imker kennt die "gute imkerliche Betriebsweise und die gute Herstellungspraxis" und wendet sie an. Dazu gehören neben der fachgerechten Gewinnung von Honig auch die Vorkehren zur Gesunderhaltung der Bienenvölker.
Das Zentrum für Bienenforschung orientiert seine Tätigkeit an den Bedürfnissen der imkerlichen Praxis der Schweiz sowie weiteren wichtigen Institutionen und Interessen des Landes. Es führt anwendungsbezogene Versuche auf Bienenständen, Untersuchungen im Labor sowie Recherchen im international zugänglichen Fachwissen durch. Die Forschungsergebnisse werden den Interessierten kundengerecht vermittelt. Durch nationales und internationales Networking wird eine optimale Wirkung der Forschung und Beratung angestrebt.
Im nachfolgendem Artikel erfahren Sie in mehr über die typische Arbeit der Bienenforschenden an unserem Zentrum.
Für viele Jahre nach der Gründung des Zentrums für Bienenforschung im Jahr 1907, war „Liebefeld“ die einzige Institution in der Schweiz, die sich ausschliesslich der Bienenforschung widmete. Nach der Gründung des Bienengesundheitsdiensts (BGD) im Jahr 2013 und des Instituts für Bienengesundheit (IBH) an der Universität Bern (VetSuisse) wurden die Aufgaben neu verteilt. Das ZBF konzentriert sich seitdem auf die angewandte Forschung und steht dabei in engem Kontakt mit den anderen Einheiten. Das IBH kümmert sich um Grundlagenforschung und die Ausbildung von Veterinärmedizin- und Biologiestudenten der Universität Bern. Der BGD unterstützt die Aus- und Weiterbildung der Imker, die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse, das Management von Vergiftungsfällen von Bienenvölkern und betreibt die Beratungshotline für Imker/-innen. Alle drei Institutionen sind auf organisatorischer Ebene voneinander unabhängig, arbeiten jedoch gemeinsam am Standort Liebefeld zum Wohl der Bienen und der Imkerei.
Als sich im Jahre 1901 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der neugeschaffenen "Schweizerischen milchwirtschaftlichen und bakteriologischen Anstalt" im schmucken, neuen Backsteingebäude in Liebefeld bei Bern einrichteten, befanden sich unter ihnen noch keine Bienenforscher.
Der Anfang von Untersuchungen an Bienen in Liebefeld geht unter anderem auf die Initiative des verdienstvollen Imkers Ulrich Kramer zurück. Er wandte sich 1903 als Präsident des "Vereins schweizerischer Bienenfreunde" mit einem aktuellen Problem aus der Praxis an den jungen Bakteriologie-Professer Robert Burri am "Eidgenössischen Polytechnikum" in Zürich. Burri konnte bereits ein Jahr später an der Wanderversammlung vom 28. August 1904 in Sarnen, seine neuartigen Ergebnisse über die Faulbrut vorstellen: Es war ihm gelungen, bakteriologisch nachzuweisen, dass die damals als Faulbrut bezeichnete Krankheit in Wirklichkeit zwei verschiedene Krankheiten waren, die Faulbrut und die Sauerbrut, die beide von spezifischen Erregern ausgelöst werden.
Wichtig für die Entstehung der Bienenfachstelle in Liebefeld war dann, dass Robert Burri, der Entdecker der Sauerbrut, 1907 als Vorsteher an die Versuchsanstalt nach Liebefeld berufen wurde. Im selben Jahr wurde bereits als neuer Zweig der Tätigkeit, die Erforschung und Bekämpfung der Bienenkrankheiten, begonnen und ein Jahr später ein Bundesbienenstand in Form eines neuen, schön verzierten Bienenhauses neben dem grossen Laboratoriumsgebäude in Betrieb genommen.
Für Interessierte, welche mehr über die Geschichte der Sektion Bienen und die Forschungsanstalt Liebefeld wissen möchten, können die folgenden Dokumente dienen: