Pflanzenschutzmittel

Entwicklung einer Langzeit-Monitoringstrategie von Pflanzenschutzmittelrückständen in Schweizer Böden

2017 wurde vom Bundesrat der Nationale Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (AP PSM) verabschiedet (Bundesrat, 2017). Mit dem AP PSM erhielt die NABO den Auftrag, gemeinsam mit seinen Projektpartnern ein Konzept für ein Langzeit-Monitoring von PSM in Schweizer Böden zu entwickeln.
Das Projekt hat zum Ziel, eine Statusuntersuchung über Rückstände relevanter PSM in Böden zu machen und ab 2020 regelmässig zu überprüfen. Dazu werden PSM-Wirkstoffe im Boden gemessen. Dies als Ergänzung zu den bestehenden Messprogrammen für das Grundwasser und die Fliessgewässer.

Zunächst muss eine Liste jener PSM definiert werden, die im Fokus eines Monitorings stehen würden. Dazu wird unter Berücksichtigung der in dem AP PSM angehängten Liste der «PSM mit besonderem Risikopotential» die relevanten Stoffe anhand der verschiedener Kriterien ausgewählt. Kriterien sind z.B. die ökologische und toxikologische Relevanz von PSM-Wirkstoffen, deren Persistenz im Boden, deren Anwendungsmengen und -häufigkeit, oder deren analytische Bestimmbarkeit.
Um eine kostengünstige chemische Analyse vieler Substanzen zu ermöglichen, haben die Agroscope Umweltanalytik und die NABO in einem Pilotprojekt bereits eine Multiresidue-Methode etabliert, die an verschiedenen NABO-Standorten erfolgreich getestet wurde. Diese Methode wird nun optimiert und erweitert, um die oben genannte Liste relevanter Substanzen abzudecken.

Während die NABO verschiedene Bodeneigenschaften bereits an einer großen Auswahl von mehrheitlich Ackerstandorten überwacht, werden wir im Rahmen des AP-PSM die Anzahl Standorte erweitern, um die PSM-intensivsten Landnutzungsformen Obstbau, Weinbau und Gemüseanbau besser abzudecken.

In einem Kernarbeitspaket konzentrieren wir uns auf die Bewertung und Modellierung des Verbleibs von PSM-Rückständen. Dabei orientieren wir uns an den Bewirtschaftungsdaten der Betriebe. Ein weiterer Fokus liegt auf der Methodenentwicklung zur erweiterten Multiresidue-Analyse.

Neben dem Kernarbeitspaket werden verschiedene spezifische Fragen in separaten thematischen Arbeitspaketen untersucht. Dazu gehören folgende Themen:

  • Zeitliche Variabilität: Wie sieht die kurz- und mittelfristige Variabilität von PSM-Rückständen im Boden aus?
  • Statusuntersuchung von PSM-Rückstände im Obst- und Weinbau
  • Statusuntersuchung von PSM-Rückstände im Gemüsebau
  • Statusuntersuchung von PSM-Rückstände im Ackerbau unter Berücksichtigung des Einflusses von Direktsaat und konservierender Bodenbearbeitung (in Zusammenarbeit mit der Agroscope Gruppe Pflanzen-Boden-Interaktionen)

Ziel ist es, das bestehende NABO-Standortkollektiv und die derzeitige Probenahmestrategie zu ergänzen und ein Konzept für ein Langzeitmonitoring von PSM-Rückständen in landwirtschaftlich genutzten Böden der Schweiz vorzuschlagen. Parallel dazu werden von Projektpartnern aus dem Ökotoxzentrum und von EnviBioSoil Indikatoren und Referenzwerte entwickelt, um die Effekte von PSM-Rückständen auf die Bodenqualität zu bestimmen. Weiter werden Maßnahmen vorgeschlagen, um das Risiko für die Bodenqualität zu reduzieren. 

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Letzte Änderung 13.12.2019

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