Im Rahmen des Projekts ReLait (Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Milchproduktion, Kanton Freiburg) wurde der Einfluss von Massnahmen zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes auf die Vollkosten der Milchproduktion 2017, 2019 und 2021 untersucht. Hauptziel war es zu analysieren, ob die gewählten veterinärmedizinischen Präventionsmassnahmen einen Einfluss auf die Tierarzt- und Besamungskosten sowie die Arbeitswirtschaft der Einzelbetriebe hatten. Im Allgemeinen zeichneten sich die untersuchten Freiburger Milchbetriebe durch einen hohen Spezialisierungsgrad und eine vergleichsweise intensive milchleistungsbetonte Produktionsform aus. Die Kostenstruktur veränderte sich im Untersuchungszeitraum kaum. Gleichzeitig konnten die untersuchten Betriebe dank gestiegener Milcherlöse ihre Wirtschaftlichkeit im Mittel leicht verbesserten. Die umgesetzten Präventionsstrategien haben sich nicht negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe ausgewirkt. Konkret konnten die Tierarzt- und Besamungskosten (nicht signifikant) gesenkt werden, was im Kontext der erwarteten Erhöhung aufgrund der Massnahmen und der höheren Milchleistung pro Kuh als positiv zu werten ist. Weiter hat sich die Arbeitsproduktivität trotz der veterinärmedizinischen Massnahmen verbessert (tieferer Arbeitsaufwand pro kg produzierte Milch). Eine konsequente und fachlich begleitete Umsetzung von Massnahmen zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Milchproduktion muss keine negativen Konsequenzen für die Arbeitsbelastung oder den wirtschaftlichen Erfolg in der Milchproduktion haben. Im Idealfall kann der Output verbessert, die physische und psychische Belastung der Arbeitenden im Milchviehstall gesenkt und damit eine umfassende Verbesserung der Milchwirtschaft erreicht werden.