Klimaeignung für den Pflanzenbau in der Schweiz

Ertragspotentiale werden wesentlich durch klimatische Bedingungen bestimmt (Strahlung, Temperatur, Niederschlag). Mit dem Klimawandel ändern sich diese Grössen mit Auswirkung auf die regionale Anbaueignung für unterschiedliche Kulturen. Um standörtliche Potentiale langfristig optimal nutzen zu können, ist es wichtig, die klimatische Eignung unter aktuellen und zukünftigen klimatischen Bedingungen für unterschiedliche Kulturen regional einschätzen zu können.

Mit der Entwicklung eines neuen Modellansatzes hat Agroscope eine wichtige Grundlage für die regionale Planung von Strukturverbesserungs- und Klimaanpassungsmassnahmen geschaffen.  

 
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Mittlere Klimaeignung und Limitierungen durch Wasserverfügbarkeit für den Anbau von Körnermais in der Schweiz (1983–2010; aus Holzkämper et al. 2014 Regional Environmental Change).

Auf Basis dieser Methode wurden Klimapotentiale und -limitierungen für Mais und Winterweizen in der Schweiz quantifiziert. Es kann so regionsspezifisch aufgezeigt werden, welche Faktoren das Ertragspotential unter heutigen Bedingungen am stärksten einschränken und welche Einschränkungen mit Klimaänderungen an Bedeutung gewinnen (z.B. Hitze, Trockenstress).

Bisherige Ergebnisse zeigen, dass die Produktivität von Winterweizen bei heutigen Klimabedingungen am stärksten durch Staunässe, Frost, Hitze und unzureichende Strahlung limitiert ist. Bei steigenden Temperaturen muss dementsprechend mit einer Zunahme von Hitzestresslimitierungen gerechnet werden.

Temperatur- und Strahlungslimitierungen schränken die Produktivität von Körnermais unter aktuellen Klimaverhältnissen am stärksten ein. Das legt nahe, dass der Maisanbau in der Schweiz zumindest mittelfristig von steigenden Temperaturen profitieren kann. Neben der Annäherung an optimale Wachstumstemperaturen spielt dabei auch die Beschleunigung der phänologischen Entwicklung eine Rolle: durch Verschiebung der sensiblen Blütezeit in eine frühere Periode des Jahres können negative Einflüsse von Trockenheit und Hitzestress gemindert werden. Jedoch kann eine Verkürzung der Kornfüllungsphase durch eine beschleunigte phänologische Entwicklung zu einer Ertragsreduktion führen.

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