Bodenbiodiversität und Bodenökosystemdienstleistungen

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Bodenlebewesen spielen eine Schlüsselrolle in landwirtschaftlichen Ökosystemen. Wir untersuchen Interaktionen zwischen Pflanzen und Bodenlebewesen, um das noch lückenhafte Wissen über die Biodiversität und die Rolle von Bodenlebewesen für Ökosystemdienstleistungen zu erweitern.
Der Boden bildet eine wichtige Grundlage der landwirtschaftlichen Produktion. Für eine schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen und für die Verbesserung von Produktionsmethoden spielen Bodenlebewesen eine Schlüsselrolle. Das Wissen darüber, wie Bodenlebewesen die wichtigsten Bodenökosystemfunktionen wie zum Beispiel Nährstoffaufnahme, Nährstoffverluste und Kohlenstoffspeicherung beeinflussen, ist noch lückenhaft. Es besteht Unklarheit bezüglich der Frage, wie man das Bodenleben optimal nutzen kann, um Agrarökosysteme nachhaltiger zu gestalten.

In diesem Tätigkeitsfeld werden deshalb die folgenden Hauptthemen untersucht:

  1. Wie werden nützliche Bodenlebewesen und Bodenökosystemdienstleistungen durch unterschiedliche Anbausysteme und Techniken (biologischer versus nicht-biologischer Anbau, Pflug versus konservierende Bodenbearbeitung, Nutzung von Gründüngern) beeinflusst?
  2. Welchen Einfluss hat eine grosse Vielfalt an Bodenlebewesen (Bodenbiodiversität) auf wichtige Bodenökosystemdienstleistungen wie Ertrag, Nährstoffaufnahme, Nährstoffverluste sowie Resistenz gegen abiotischen und biotischen Stress?
  3. Kann man die Nachhaltigkeit von Agrarökosystemen mittels gezielter Stärkung der Bodenökosysteme (z.B. Impfung mit Mykorrhizapilze) und Verbesserung von Bodenökosystemfunktionen fördern?

Wir konzentrieren uns auf arbuskuläre Mykorrhizapilze, Stickstoff-fixierende Bakterien und andere pflanzenwachstumsförderende Bodenmikroorganismen. In zukünftigen Zeiten der Nährstoffknappheit wird die Bedeutung dieser Mikroorganismen stark steigen, da sie Pflanzen helfen, Nährstoffe effizient aus dem Boden aufzunehmen. Unsere Forschungsergebnisse zeigen Landwirten, Beratern und Entscheidungsträgern in der Politik, wie man Bodenbiodiversität fördern kann und welchen Nutzen eine grössere Bodenbiodiversität mit sich bringt. Mykorrhizapilze zum Beispiel können Pflanzen bei der Aufnahme von Nährstoffen helfen und auf diese Weise zu einer schonenderen Nutzung natürlicher Ressourcen beitragen.Um Ackerbausysteme effizienter und nachhaltiger zu gestalten, benötigen wir Wissen über die Funktionsweise von Bodenökosystemen . Daher untersuchen wir, wie sich die Diversität nützlicher Bodenmikroorganismen für die Landwirtschaft nutzbar machen lässt.

Projektinformationen

Projekttitel:
Bodenbiodiversität und Bodenökosystemdienstleistungen in Schweizer Anbausystemen

Bodenökologie

Ein gesundes Bodenökosystem und eine gute Bodenqualität sind äusserst wichtig für einen erfolgreichen Bioackerbau. Jedoch gibt es noch kein gutes Verständnis darüber, welche Bodeneigenschaften dabei am wichtigsten sind. Hat ein gesunder, ertragreicher Boden eine grosse biologische Diversität oder ist eine gute Bodenstruktur wichtiger?

Ökologie der Rhizosphäre

Mikroorganismen in der Rhizosphäre können das Wachstum und die Gesundheit von Pflanzen beeinflussen. Wir erforschen die ökologische Bedeutsamkeit dieser mikrobiellen Gemeinschaften sowie deren funktionellen Nutzen für Pflanze, Mensch und Ökosystem.

Schweizerische Sammlung für Arbuskuläre Mykorrhizapilze (SAF)

Mykorrhizapilze haben vielfältige positive Eigenschaften im Agrar-Ökosystem. Wir analysieren Ihre Boden und Wurzelproben und testen, welche und wie viele Mykorrhizapilzen anwesend sind. Ausserdem verkaufen wir Mykorrhizapilz-Inokulum für vielfältige Anwendungen.

Agrar-Ökosysteme

Unsere Forschungsgruppe entwickelt und optimiert nachhaltige Ackerbausysteme, insbesondere im Rahmen des Bioackerbaus, mit Fokus auf Pflanzen-Boden-Interaktionen. Wir suchen nach Lösungen um umweltschonend und ressourceneffizient zu produzieren. Schwerpunkte liegen dabei im Bereich konservierende Bodenbearbeitung, Unkrautregulierung und Nutzung von Zwischenkulturen.