NutriExhalomics: Agroscope und die ETH Zürich entwickeln gemeinsam einen Atemtest

Atem ETH NutriExhalomics
Bild: Hochschulmedizin Zürich – Zurich Exhalomics

«Einmal ausatmen, bitte!» Wie wäre es, wenn zukünftig über einen einfachen Atemtest die Wirkung von Nahrungsmitteln auf die Gesundheit analysiert werden könnte? Dies ist das vorrangige Ziel des Projekts «NutriExhalomics», das im Rahmen einer neuen Zusammenarbeit zwischen Agroscope und der ETH Zürich lanciert wird. 

Die neue Kooperation wird durch eine Habilitation in der Gruppe um Prof. Dr. Renato Zenobi an der ETH Zürich konkretisiert. Die Forschungsgruppe ist Teil des Leuchtturmprojektes «Zurich Exhalomics» der Hochschulmedizin Zürich. Dieses hat zum Ziel, einen einfachen, nicht-invasiven und kostengünstigen Atemtest zu entwickeln, der in Echtzeit Informationen zum Gesundheitszustand liefert. 

Analyse der Gesundheitswirkung von Lebensmitteln

Durch die Beteiligung von Agroscope am neuen Projekt «NutriExhalomics» wird die Ernährungsperspektive eingebracht. Agroscope ist führend in der Nutrimetabolomik, eine moderne Analysemethode zur Messung von ernährungsspezifischen Molekülen des menschlichen Stoffwechsels. Die Technologie soll nun angewandt werden, um diese Moleküle in der ausgeatmeten Luft des Menschen zu identifizieren. Die Forschenden möchten damit ermitteln, welchen Einfluss Lebensmittel auf die mikrobiellen Gemeinschaften im Magen-Darm-Trakt und damit auf die Zusammensetzung des Exhaloms (die ausgeatmeten Moleküle) haben. Insbesondere soll die Gesundheitswirkung fermentierter Lebensmittel untersucht werden. 

«Bisher mussten wir auf Blut- und Urinanalysen zurückgreifen. Diese sind zeit- und kostenaufwändig. In der Ausatemluft sind tausende verschiedene Moleküle extrem schnell und direkt messbar», erklärt Fabian Wahl, Leiter Strategischer Forschungsbereich Mikrobielle Systeme von Lebensmitteln bei Agroscope. Die Technologien, die für die Analyse des menschlichen Exhaloms entwickelt werden, sollen schliesslich auch in der Veterinärforschung angewendet werden. 

Stärkung der nationalen Zusammenarbeit

«Die enge Zusammenarbeit mit der ETH Zürich in diesem Projekt ermöglicht es den Beteiligten, vom Know-how gegenseitig zu profitieren. Damit kommen wir der Vision einer nicht-invasiven und schnellen Analyse des Exhaloms einen wichtigen Schritt näher», freut sich Fabian Wahl. «Ich erhoffe mir eine Biomatrix für die Ernährungsforschung, die Rückschlüsse auf die Gesundheitswirkung bestimmter Nahrungsmittel ermöglicht. Dank des gemeinsamen Projekts stärken wir zudem die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Ernährungs- und Medizinforschung in der Schweiz.»

Weitere Informationen

Institut des sciences en denrées alimentaires IDA

Ernährung, Gesundheit

Agroscope setzt seit dem Jahr 2015 im Lebensmittelbereich den Fokus auf mikrobielle Systeme. Im Bereich Humanernährung stehen damit die physiologischen und biochemischen Wirkungen fermentierter Lebensmittel (v.a. Joghurt und Käse) im Mittelpunkt der Forschung, wobei das Ziel ist, mögliche gesundheitliche Nutzen und Risiken erkennen und bewerten zu können.

Letzte Änderung 19.12.2019

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