Weitere agrarpolitische Massnahmen

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Ökobilanzen werden immer wieder herangezogen, um agrarpolitische Massnahmen zu bewerten. So haben wir geprüft, ob indikatorbasierte Direktzahlungen im Agrarumweltbereich (IDZ) eine Alternative zu den bestehenden Direktzahlungen darstellen und ob mit einem solchen System die Ziellücken im Agrarumweltbereich verringert werden können. Dabei wurden drei Varianten ausgearbeitet, die sich in der Anzahl und Komplexität der Indikatoren unterscheiden. Der Vorteil der einfachen Variante liegt in der guten Verständlichkeit sowie dem geringen Aufwand bei der Administration und Datenerhebung, während die detaillierte Variante den Betriebsleitenden eine höhere Flexibilität bei der Wahl der Massnahmen ermöglicht und die den Umweltwirkungen zugrundeliegenden Prozesse genauer erfasst. Mit einem indikatorbasierten Direktzahlungssystem könnten moderate Reduktionen von Nährstoffüberschüssen, Treibhausgas- und Ammoniakemissionen sowie Pflanzenschutzmittelrisiken erreicht werden, und die Biodiversitätsförderflächen würden zunehmen.

In einer weiteren Arbeit untersuchen wir die Auswirkungen des Programms zur Förderung der grasbasierten Milch- und Fleischproduktion (GMF). Dieses Programm soll weiterentwickelt werden, und zu diesem Zweck werden verschiedene mögliche Förderungsvarianten in Szenarien untersucht. Für diese Szenarien berechnen wir die Auswirkung auf die Konkurrenz von Tieren und Menschen um Nahrungsmittel bzw. Anbauflächen sowie auf die Biodiversität der Schweizer landwirtschaftlichen Nutzfläche.

In verschiedenen Studien hat sich gezeigt, dass Importprodukte einen grossen Einfluss auf die Umweltwirkungen des Schweizer Agrar- und Ernährungssektors haben. Dies ist dann wichtig, wenn agrar- oder umweltpolitische Massnahmen die Produktivität der Schweizer Landwirtschaft beeinflussen und sich bei gleichbleibendem Konsum dann die Import- und Exportmengen ändern. Wir haben zwei Hebel untersucht, die mögliche unerwünschte Auswirkungen in diesem Bereich vermindern können: Das Potenzial von vermiedenen Nahrungsmittelverlusten und die Wahl von anderen Herkunftsländern für Importe. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass vor allem der erstere Hebel die Umweltwirkungen des Agrar- und Ernährungssektors deutlich senken kann.

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