Japankäfer oder andere Neobiota: Vorsicht vor blinden Passagieren!

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Zum Auftakt der Ferienzeit ruft das Bundesamt für Landwirtschaft auf, keine Japankäfer aus dem Tessin oder Italien einzuschleppen. Denn exotische Schädlinge wie der Japankäfer, so genannte Neobiota, können grosse Schäden anrichten.

Der gefrässige Japankäfer erreichte 2017 erstmals den Kanton Tessin. Er ernährt sich von über 300 Pflanzenarten und ist eine grosse Gefahr für die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Umwelt. 2022 wurden im Kanton Tessin bereits mehr als 600 000 Exemplare gefangen.

Erkennungsmerkmale

Ausgewachsene Japankäfer sind 10–12 mm lang (wie ein Fünfrappenstück) mit metallisch kupferfarbenen Flügeldecken. Typisch sind die kleinen, hellen Haarbüschel am Hinterleib: Auf jeder Seite befinden sich fünf kleine, am Hinterteil zwei grössere Haarbüschel.

Wie lässt sich eine Einschleppung verhindern?

Über weite Distanzen verbreitet sich der Japankäfer besonders dank menschlicher Hilfe. Folgende Massnahmen werden empfohlen:

  • Fahrzeuge und Gepäck vor der Rückreise auf Käfer kontrollieren
  • Keine Pflanzen, Schnittblumen, Gemüse und Früchte aus den Ferien nach Hause bringen. Damit können nicht nur Japankäfer, sondern auch andere Schädlinge und Krankheiten eingeschleppt werden.

Was tun bei Verdacht?

  • Käfer einfangen, fotografieren und einfrieren
  • Standort und – wenn möglich – Namen der Pflanze notieren, auf dem das Tier beobachtet wurde
  • Zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst informieren

Melde- und Bekämpfungspflicht

Der Japankäfer ist in der Schweiz als Quarantäneorganismus geregelt, d.h. es besteht eine allgemeine Melde- und Bekämpfungspflicht.

Zunehmende Probleme mit Neobiota

Neobiota wie der Japankäfer breiten sich in Europa und in der Schweiz zunehmend aus. Zu den Ursachen gehören der globalisierte Handel, die Mobilität der Menschen und die Klimaerwärmung.

Letzte Änderung 05.07.2023

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