Störche am Schweizer Nationalgestüt SNG

Fliegen lernen Jungstorch SNG

Donnerstags im Gestüt 2017 / Vortrag Robert Schoop
Das Storchenjahr 2017 hat am 7. Januar, 15h begonnen. In den letzten Jahren wurden im Winter oft kleinere Storchentrupps gesichtet. Die 1. Nationale Storchenzählung fand statt. Dank vielen Helfern wurde zwischen 15h und der Dämmerung gezählt. Der enge Zeitraum, damit Mehrfachzählungen ausgeschlossen sind. Temperaturen bis -12° und liegender Schnee sind kein Problem. Futter (Mäuse) gibt es noch genug. Störche können auch bis zu einer Woche ohne Nahrung auskommen. An solchen Wintertagen übernachten die Störche stehend in einem Fliessgewässer (Wasser ist wärmer als Luft) zudem schützen sie sich für Fressfeinden (Fuchs). Gesamtschweizerisch wurden 288 Störche gemeldet.
In der Westschweiz nur deren sieben, hier in Avenches zwei. 

Bei den Nestern sprechen wir von Horsten. Die höchsten Horste mit der besten Rundsicht sind die Begehrtesten. Findet ein Paar bei seiner Rückkehr den letztjährigen Horst bereits besetzt, finden teilweise erbitterte Kämpfe statt. Erste Rückkehrer aus dem Winterquartier (Spanien) Mitte Februar 2017. Störche sind dem Horst treu – nicht dem Partner. Horste werden jedes Jahr leicht erhöht und ausgebessert. Ein „Neubau“ dauert ca. 8 Tage! Von den 28 Horsten befinden sich deren 9 auf einer künstlichen Horst-Plattform, 12 Horste liegen direkt auf Dächern (Marke Eigenbau), 7 Horste befinde sich auf Bäumen.  

Aktuell haben wir 28 Brutpaare; geschlüpft sind 56 Junge; bei drei Paaren blieb die Brut erfolglos (einer der Partner zu jung oder zu alt). 1 Baum-Horst hielt den Windböen nicht stand – Brut wurde aufgegeben.

Die Wetterphänomene (Eisheilige) im Mai und Schafskälte im Juni und das sonst garstige Wetter im Frühjahr führen oft zu beträchtlichen Verlusten. Horst durchnässt, Eltern nass, Junge nass und noch eine kalte Nacht, solches ist verantwortlich für den Tod der Jungen. Dieses Jahr fand das nasskalte Wetter bereits im April statt. Es waren noch nicht alle geschlüpft oder sie waren noch so klein, dass die Altvögel sie nicht schützen konnten. 49  Junge haben überlebt. 26 Junge habe ich am 09.06 beringt. Es fanden in diesem Jahr auch drei Nachbruten statt, diese Jungen waren am Beringungstag noch zu klein. Beringt wird zwischen dem 30. Und 45. Tag. Aus heutiger Sicht werden in den nächsten Wochen wohl 49 Jungstörche ausfliegen. Die Jungen verlassen den Brutort ca. 3-4 Wochen vor ihren Eltern.

Wieso sind die sonst roten Beine jetzt so weiss? Störche haben keine Schweissdrüsen und können nicht schwitzen wie wir. Ist ihnen zu heiss, hecheln sie. Sie bespritzen ihre Beine mit Kot. Durch den feuchten Kot wird bei dessen Verdunstung dem Körper Wärme entzogen und sie kühlen sich dadurch (Sonnenschutz).  

2016 lebte der älteste hier geboren Storch (1993) in Grossaffoltern BE und zog mit seinem Partner total 47 Junge auf. Er hielt sich seit vielen Jahren im Winter in Spanier auf – er kehrte 2017 nicht mehr zurück.

Jungstorch SNG

Weitere Informationen

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Die Jungstörche in Avenches wurden beringt!
Am 9. Juni hat der Experte Robert Schoop von Storch Schweiz im Schweizer Nationalgestüt in Avenches 21 von insgesamt 28 Jungstörche beringt.

Von den anfänglich geschlüpften 53 Jungen sind wegen dem nassen Frühlingswetter nur 28 Jungstörche übrig geblieben. Die Storchenkolonie in Avenches ist mit 28 Brutpaaren eine der grössten Kolonien der Schweiz.

Auch das Schweizer Fernsehen war dabei. Werfen Sie einen Blick ins Storchennest und auf den Beitrag von Schweiz aktuell!  

Ausgestrahlt am 13.6.2016 um 19 Uhr auf SRF1