In-vitro-Nuklearstock

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Mit Nuklearstock-Pflanzen wird die Basis für eine erfolgreiche Landwirtschaft in der Schweiz gelegt.

Der In-vitro-Nuklearstock von Agroscope beinhaltet über 350 alte und moderne Pflanzenarten und -sorten, verschiedene Gemüsesorten, Zierpflanzen, Medizinal- und Aromapflanzen, Baumarten, Obstkulturen sowie Beeren- und Rebsorten. In der Regel erhält Agroscope diese Sorten von Institutionen, die sich für den Erhalt der Nutzpflanzen-Biodiversität einsetzen, aber auch von privaten Produzenten oder Züchtern. Eine weitere Aufgabe des Nuklearstocks ist es, auf Anfrage gesundes Material für die Vermehrung der Pflanzen zu liefern, bevor mit der Produktion im grossen Rahmen begonnen wird. Um die Rückverfolgbarkeit des Pflanzenmaterials zu gewährleisten, soll dieses mittels molekularer Identifikation zum Schutz der Konsumenten überwacht werden.

Kartoffeln

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Alte Sorten wurden im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes zur Erhaltung und nachhaltigen Verwendung der pflanzengenetischen Ressourcen für die Ernährung und die Landwirtschaft (NAP) selektioniert. Diese Sorten werden nach erfolgter Sanierung auch in die Sammlung aufgenommen. Tatsächlich wurde die Mehrheit der alten Kartoffelsorten ursprünglich in mit Viren verseuchtem Zustand angeliefert.

Rebe

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Im Rahmen der Zertifizierung wird das Rebenausgangsmaterial basierend auf den registrierten Rebsorten, in einem insektensicheren Gewächshaus kultiviert, und ist somit vor Insekten als Überträger zahlreicher Virosen geschützt. Ein Teil dieser Rebsorten wird auch in vitro aufbewahrt. Das genetische Profil dieser Sorten wird zur Zeit erarbeitet. Ebenso werden sie mit denen der europäischen Rebsorten verglichen, die schon in zwei Datenbanken bestehen (Swiss Vitis Microsatellite Database und European Vitis Database).

Beeren

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Gegenwärtig werden etwa hundert alte Beerensorten (Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren) in vitro aufbewahrt und im Rahmen des NAP genetisch charakterisiert. Die erarbeiteten genetischen Profile werden in zwei Datenbanken eingespiesen (Rubus für die Himbeeren und Brombeeren und Fragaria für die Erdbeeren).

Einjähriger Beifuss (Artemisia annua)

Artemisia

Artemisinin, ein natürliches Produkt von Artemisia annua, ist eines jener seltenen Moleküle, welches als Medikament gegen Malaria verwendet wird. Isolate von Pflanzen aus diversen Weltgegenden haben gezeigt, dass nicht alle Pflanzen dieselben Mengen von Artemisinin produzieren. Kreuzungs- und Selektionsprogramme, welche Pflanzen mit einem hohen Artemisiningehalt zum Ziel haben, sind durch Médiplant und die Universität von York in Grossbritannien (Graham et al. 2010) begonnen worden. Das In-vitro-Labor von Agroscope wurde beauftragt, die Zuchtlinien, die aus diesen Kreuzungen hervorgegangen sind, zu erhalten und ihre Identität durch eine genetische Charakterisierung sicherzustellen.

Artischocke

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Die violette Artischocke Plainpalais wurde von den Hugenotten nach Genf gebracht. Sie wurde kürzlich wieder entdeckt und ist nun Gegenstand einer Arbeit zur Sicherstellung und Aufbewahrung (landwirtschaftlicher Produktions- und Entwicklungsdienst des Kantons Genf). Die Artischocke ist auf eine Vielzahl von Krankheitserregern empfindlich. Ihre Aufnahme in die Sammlung und die In-vitro-Konservation erlauben es, die Risiken von Infektionen vorzubeugen. Zugleich wird eine rasche Versorgung mit Ausgangsmaterial von hoher phytomedizinischer Qualität für die Produktion ermöglicht. Um die Identität dieser Sorte sicherzustellen, ist die Erstellung eines genetischen Profils eingeleitet worden. Diese genetische Charakterisierung zielt darauf ab, eine Schweizersorte, die hauptsächlich im Kanton Genf angebaut wird, im Kreis ausländischer Sammlungen anzusiedeln. Zugleich soll ihre Einmaligkeit aufgezeigt werden, was die Verleihung eines Qualitätslabels vom Typ AOC, AOP oder als Regionalprodukt rechtfertigt.

 

 

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Definitionen

  • Herkunft
    Muster einer bekannten oder unbekannten Sorte. Eine Sorte kann mehrereHerkünfte haben.
  • Mikrosatelliten
    Abschnitte der DNA, welche Wiederholungen von Nukleotiden enthalten.Diese Abschnitte variieren stark von Sorte zu Sorte. Man spricht daher von molekularen Markern.
  • Charakterisierung des Genotyps
    Charakterisierung der Herkünfte mittels mole-kularer Marker. In den hier erwähnten Fällen sinddie Marker Mikrosatelliten.
  • Genetisches Profil
    Das Resultat der Charak-terisierung des Genotyps. Die Gesamtheit der durch Mikrosatelliten erhaltenen Angaben für eine Herkunft.