Die Schweizer Sortenliste für Kartoffeln 2026 beinhaltet 76 Sorten, darunter vier neue. Sie enthält eine Analyse zu den Herausforderungen des Klimawandels für den Kartoffelanbau sowie Angaben zur sortenspezifischen Stickstoffdüngung.
Agroscope und swisspatat prüfen jedes Jahr neugezüchtete Kartoffelsorten. Die Schweizer Sortenliste hat empfehlenden Charakter und ist in zwei Unterlisten aufgeteilt: In der Hauptsortenliste sind jene Sorten aufgeführt, die auf dem Schweizer Markt von grosser Bedeutung sind, die Nebensortenliste umfasst die wenig angebauten oder älteren Sorten. Beide Listen führen die Kategorien Speisesorten und Sorten für die industrielle Verarbeitung zu Pommes frites und Chips. Die Hauptsortenliste unterteilt die Speisesorten zudem in frühe, festkochende und mehligkochende Sorten.
Die Sortenliste 2026 umfasst 76 Sorten, wovon 52 auf der Hauptsortenliste und 24 auf der Nebensortenliste stehen.
Neue Sorten auf der Hauptsortenliste
Mit Francis und Amora wurden zwei frühe Sorten für die Verarbeitung zu Pommes frites, mit Favola und Odysseus zwei Sorten für die Verarbeitung zu Chips neu in die Hauptsortenliste 2026 aufgenommen. Die zwei mehligkochenden Speisesorten Twister und Otolia sowie die festkochenden Sorten Aubaine und Fineline wurden von der Nebensortenliste in die Hauptsortenliste verschoben.
Nebensortenliste mit weniger Sorten
Maïwen und Oscar, zwei Speisesorten, Donata und Lugano, zwei Sorten für die Verarbeitung zu Pommes frites, sowie Nofy, eine Chips-Verarbeitungssorte, erscheinen neu in der Nebensortenliste. Dagegen wurden Verdi sowie Anais, Cerisa, Gourmandine, Miss Mignonne, Stella, Nicola, Hermes und Lady Amarilla von der Haupt- bzw. der Nebensortenliste gestrichen.
Kartoffelanbau im Klimawandel
Kartoffeln reagieren empfindlich auf den Klimawandel – vor allem auf Hitze und Trockenheit. Die Wahl geeigneter Sorten und eine optimierte Bewässerung können helfen, Ertrag und Qualität zu sichern. Zukünftige Erträge hängen davon ab, wie gut Produzenten ihre Praktiken anpassen können und wie erfolgreich die Forschung widerstandsfähige Sorten bereitstellen kann.
Korrekturen der Stickstoffdüngungsnorm
Die Liste enthält die Einstufung der Hauptsorten nach ihrem Stickstoffbedarf, basierend auf Versuchsergebnissen und/oder Empfehlungen des Züchters. Für die Sorten der Nebenliste werden standardmässig 120 kg/ha empfohlen.
