In der Schweiz bezeichnet der Begriff Neobiota exotische Organismen, die absichtlich oder versehentlich in den europäischen Raum eingeschleppt werden. Sie gelten als «invasiv», wenn ihre Ausbreitung ökologische, soziale oder wirtschaftliche Schäden verursachen kann.
Man unterscheidet drei Arten von Neobionten:
Beispiele:
Invasiver Schädling: Japankäfer
Seit dem Jahr 2017 steht der Japankäfer bildlich gesprochen «vor den Toren» der Schweiz. Dieser Schädling wurde vor einigen Jahren nach Norditalien eingeschleppt und ist sowohl als erwachsener Käfer als auch als Engerling eine Bedrohung für die Schweizer Landwirtschaft.
Halyomorpha halys
Agroscope führte eine Umfrage zur Marmorierten Baumwanze durch. Produzentinnen und Produzenten beantworteten Fragen zu Schäden und Bekämpfungsmassnahmen im Obstbau.
Drosophila suzukii
Die Kirschessigfliege ist erst seit 2011 in der Schweiz. Doch ihre Fähigkeit, viele Nutzpflanzen zu befallen und sich in natürlichen und halbnatürlichen Habitaten zurückzuziehen, macht sie zu einem ganzjährigen, schwierig zu bekämpfenden Schädling.
Fleckenbakteriose bei Steinfrüchten (Xanthomonas arboricola pv. pruni)
4. Februar 2025
Kiwikrebs
Kiwikrebs wird von Pseudomonas syringae pv. actinidiae ausgelöst. Das Bakterium kann alle Kiwi- und Minikiwi-Arten befallen und wurde in Europa erstmals 1992 in Italien identifiziert. In der Schweiz gab es 2011 einen ersten Befall am Genfersee. Ab 2022 gilt Kiwikrebs als «Geregelter Nicht-Quarantäneorgansimus» (GNQO). In Baumschulen, die Kiwipflanzen gewerbsmässig in Verkehr bringen unterliegt Kiwikrebs der Melde- und Bekämpfungspflicht. In Hausgärten und Kiwianlagen besteht keine Melde- und Bekämpfungspflicht.
6. Februar 2024
Sharka
Sharka gehört zu den wichtigsten Viruskrankheiten beim Steinobst.
6. November 2023
Tomatenbronzefleckenvirus
Das Tomatenbronzefleckenvirus führt zu diversen Krankheitssymptomen je nach Wirtspflanze, Alter der Kultur und Umweltbedingungen. Zusätzlich können die Schadsymptome je nach Virenstamm unterschiedlich ausgeprägt sein.
Obstbauphytoplasmen
Obstbauphytoplasmen werden bei der Veredelung von Jungpflanzen im Obstbau übertragen und durch blattsaugende Insekten verbreitet. Obstbauphytoplasmen sind geregelte Nicht-Quarantäneorganismen und werden im Rahmen des Pflanzenpasses kontrolliert.
3. November 2023
Bakterielle Tomatenwelke
Die bakterielle Tomatenwelke verursacht durch Clavibacter michiganensis subsp. michiganensis gilt als die schlimmste Bakterienkrankheit der Tomate. Es gibt keine direkten Bekämpfungsmöglichkeiten gegen das Bakterium, weshalb nur präventive Massnahmen einen Totalbefall des Tomatenbestandes verhindern können. Dazu gehören die Verwendung von gesundem Pflanzmaterial, sauberes Arbeiten sowie die Erkennung der Symptome und die sofortige, fachgerechte Entfernung der kranken Pflanze.
20. Januar 2026
Feuerbrand
Der Feuerbrand befällt Kernobst wie Apfel- und Birnbäume und verwandte Wild- und Ziergehölze. Feuerbrand wurde 1957 nach Europa eingeschleppt und ist heute in fast allen europäischen Staaten zu finden. Feuerbrand ist eine Quarantänekrankheit, für die eine Meldepflicht besteht. Bei Agroscope in Wädenswil laufen die Fäden zusammen für Beratung, Prognosedienst, Laboranalysen und Forschung zu Feuerbrand.
6. November 2023
Pepinomosaikvirus
Das Pepinomaosaikvirus (Pepino Mosaic Virus, PepMV) wurde zum ersten Mal 1980 in Peru bei Pepino (Solanum muricatum) beschrieben. Auf Tomaten (Solanum lycopersicum) wurde es erstmals 1999 in den Niederlanden und in England gefunden. In der Schweiz wurde das Virus zum ersten Mal 2004 im Kanton Freiburg eindeutig identifiziert. Seitdem sind in mehreren Kantonen Fälle aufgetreten.
Wie kommen Neobionten in die Schweiz?
Die Einbringung von Neobionten in die Schweiz nimmt ständig zu. Sie hängt mit der Globalisierung und dem zunehmenden Personenverkehr und Warentransport zusammen.
Es gibt drei verschiedene Einbringungswege: die beabsichtigte Einbringung (die Art wird absichtlich eingebracht, entweicht und breitet sich in ihrer Umgebung aus), die unbeabsichtigte Einbringung (durch Personen- und Warentransport) und die aktive Migration (Migration aus besiedelten Grenzgebieten).
Werden die Organismen entdeckt, müssen ihr Invasionspotenzial (Ausbreitung), ihr Schadenspotenzial (Schäden) sowie die verfügbaren Bekämpfungsmassnahmen (nachhaltige Bekämpfungsstrategie) beurteilt werden.
Neobiota versus Quarantäneorganismen
Quarantäneorganismen sind Neobionten, die wirtschaftliche Folgen haben können, die in der Schweiz nicht auftreten oder nur lokal vorkommen. Sie müssen zwingend gemeldet und bekämpft werden.
Was macht Agroscope?
Agroscope ist das Schweizer Kompetenzzentrum für die Bekämpfung von schädlichen Neobionten in der Landwirtschaft.
Die Forschungsgruppe Neobiota arbeitet in Cadenazzo und widmet sich ganz diesem Thema, in Zusammenarbeit mit Agridea, mit dem kantonalen Pflanzenschutzdienst und – bei Organismen von gemeinsamem Interesse – mit der WSL.
Organisiert die Überwachungsmassnahmen
Übernimmt die Früherkennung und Diagnose
Entwickelt Methoden für die Probenahme
Koordiniert die Kartierung der Gebiete
Verfolgt die Dynamik der Populationen
Beurteilt die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen
Untersucht die Biologie und die bioökologischen Merkmale
Beurteilt das Anpassungspotenzial in der Schweiz
Entwickelt präventive und direkte Bekämpfungsmethoden
Beurteilt und entwickelt biologische Bekämpfungsmethoden