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Kiwikrebs (Pseudomonas syringae pv. actinidiae)

Kiwikrebs kann alle Kiwi- und Minikiwi-Arten befallen und wurde in Europa erstmals 1994 in Italien identifiziert. In der Schweiz gab es 2011 einen ersten Befall am Genfersee. Der Erreger gilt in der Schweiz und in der EU als geregelter Nicht Quarantäneorganismus (GNQO) und wird im Rahmen des Pflanzenpasses kontrolliert. In Baumschulen, die Kiwipflanzen gewerbsmässig in Verkehr bringen unterliegt Kiwikrebs der Melde- und Bekämpfungspflicht. In Hausgärten und Kiwianlagen besteht keine Melde- und Bekämpfungspflicht. Vorbeugende Hygienemassnahmen können einen Ausbruch verhindern.

Kiwikrebs (Pseudomonas syringae pv. actinidiae)

Kiwikrebs wird durch das Bakterium Pseudomonas syringae pv. actinidiae ausgelöst und ist die bedeutendste Kiwikrankheit weltweit. Das Bakterium befällt Blüten, Blätter, Ranken und den Stamm und kann dadurch zu erheblichen Ertragseinbussen führen.

Der Erreger dringt durch natürliche Öffnungen in die Pflanze ein. Von dort aus kann sich das Bakterium in der gesamten Pflanze verteilen und bis in die Wurzeln vordringen, um dort zu überwintern. An frischen Ranken bilden sich Canker (Krebsstellen), die im Frühling weissen Bakterienschleim ausscheiden, der sich mit der Zeit rötlich verfärbt. Die Blätter bekommen dunkle, eckige Flecken, die von einem chlorotischen Hof umgeben sind. Die Knospen verfärben sich und Blüten werden braun und sterben ab. Zweige können welken und absterben und Früchte wegen verstopfter Gefässe verdorren. Das Bakterium kann sich auch über längere Zeit unbemerkt in der Pflanze entwickeln, ohne dass sie Symptome der Krankheit zeigt. Werden befallene Pflanzen festgestellt, sollten diese fachgerecht vernichtet werden.

Lokal wird Kiwikrebs durch Regen, Wind, Aerosole, Insekten, Tiere und den Menschen (Hände, Schnittwerkzeuge, Kleider, Schuhe) übertragen. Unter anderem dient Bakterienschleim, der von Cankern ausgeschieden wird, als Inokulum für die weitere Verbreitung. Über weite Strecken wird das Bakterium vor allem durch infiziertes Pflanzenmaterial sowie durch Pollen verschleppt.

Die Verwendung von gesundem Pflanzmaterial aus befallsfreien Gebieten ist die wichtigste vorbeugende Massnahme.

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