Die Beteiligung in einem grossen Netzwerk eröffnet Chancen, die Forschung einen entscheidenden Schritt weiterzubringen. Das Ziel sind Lösungen, um die Stickstoffflüsse in landwirtschaftlich genutzten Böden besser zu quantifizieren und zu managen.
Stickstoff ist ein wichtiger Pflanzennährstoff, sein Management ist daher sehr wichtig – zu wenig und die Kulturen darben, zu viel, dann gelangen mehr Stickstoffemissionen ins Grundwasser und sind eine Quelle von Treibhausgasen. Die Quantifizierung und Verminderung der Emissionen sind aber anspruchsvoll und oft mit grosser Unsicherheit behaftet. NitroScope setzt an beiden Punkten an: genaueres Emissionsmonitoring als Entscheidungsunterstützung für Politik und Betriebe; Emissionsverminderung durch weiterentwickeltes Stickstoffmanagement für die landwirtschaftliche Praxis.
Die Ziele des neuen Projekts
Das Projekt NitroScope wird sensorbasierte Werkzeuge und Modelle entwickeln, validieren und einsetzen, um die Auswaschung von Nitrat und die Emissionen von Lachgas in Echtzeit zu überwachen. Darüber hinaus wird man eine europäische Stickstoff-Datenbank und eine Cloud-Plattform schaffen, die einen offenen Zugang und die Harmonisierung von Boden-, Pflanzen- und Emissionsdaten sicherstellt. Zusatzmodule für das Betriebsmanagement werden in bestehende Entscheidungsunterstützungssysteme integriert, um Landwirtinnen und Landwirten zu helfen, die Düngerausbringung zeitlich und räumlich zu optimieren. Das Projekt wird dazu beitragen, die europäische Stickstoffbilanz erstmals seit über zwei Jahrzehnten mit neuen Daten und fortschrittlicher Modellierung zu aktualisieren.
Woran Agroscope arbeitet
Agroscope arbeitet im Projekt hauptsächlich an der Messung von Lachgasemissionen und Stickstoffauswaschung. Zudem modellieren die Forschenden die Stickstoffverluste für Ackerkulturen in acht pedoklimatischen Regionen Europas, erstellen Fernerkundungsprodukte und entwickeln die Methodik der teilflächenspezifischen Stickstoffdüngung weiter.
Beteiligt sind die Agroscope-Forschungsgruppen Gewässerschutz und Stoffflüsse (Annelie Holzkaemper, Maria Eliza Turek, Helge Aasen, Frank Liebisch), Digitale Produktion (Michael Simmler, Simone Gerber, Thomas Anken) und Klima und Landwirtschaft (Christoph Ammann).

