Medienmitteilungen 2022
Agroscope
Klimaerwärmung verändert die Insektenfauna in der Schweiz
Wie hat sich die Verbreitung von Insekten in der Schweiz in den letzten 40 Jahren verändert? Für viele Arten nahm sie zu, für fast gleich viele ab. An Boden verloren vor allem kälteliebende Arten. Diese Resultate haben Fachleute von vier Organisationen im Fachjournal «Nature Communications» publiziert.
Böden bringen Leben in Siedlungen
Gesunde Böden sind für die Lebensqualität unverzichtbar: Sie sind die Grundlage der Landwirtschaft, für Bäume, Gärten und Parks. Bei starken Niederschlägen saugen sie Regenwasser auf, und an Hitzetagen kühlen sie die Luft. Damit Böden ihre vielfältigen Funktionen wahrnehmen können, braucht es Sorgfalt im Umgang mit ihnen. Zum Internationalen Tag des Bodens am 5. Dezember 2022 engagieren sich Behörden, landwirtschaftliche Vertreterinnen und Vertreter, Naturschutzorganisationen, Fachleute aus Wissenschaft und Raumplanung für die Erhaltung von Böden im Siedlungsgebiet.
Gemeinsam für gesunde Ernährung forschen
Agroscope und ZHAW intensivieren ihre Zusammenarbeit in der Lebensmittelforschung und haben eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) unterzeichnet. Ziel ist, gemeinsam und ergänzend für gesunde Ernährung zu forschen. Von beiden Partnern fliessen unterschiedliche Stärken in die Kooperation ein.
Die Verdaulichkeit von Proteinen im Labor messen und Tierversuche reduzieren
Wie viel der vorhandenen Proteine in Lebensmitteln kann der menschliche Körper aufnehmen und wie hochwertig sind diese Proteine? Das sind die wichtigen Fragen in den Diskussionen rund um eine gesunde und nachhaltige Ernährung. Agroscope hat eine Methode entwickelt, mit der die Proteinverdaulichkeit von verschiedenen Lebensmitteln im Labor zuverlässig gemessen werden kann. Das eröffnet vielversprechende Perspektiven in der Ernährungsforschung und reduziert aufwändige Versuche an Mensch und Tier.
Landwirtschaftliches Einkommen 2021: ein durchwachsenes Jahr
Das landwirtschaftliche Einkommen war 2021 1,9 Prozent höher als im Jahr davor und lag bei durchschnittlich 80 700 Franken pro Betrieb. Dies zeigen die neusten Zahlen von Agroscope. Während der Pflanzenbau unter der misslichen Witterung litt, führten die gestiegenen Preise auf dem Milch- und Rindfleischmarkt zu höheren Erträgen. Der landwirtschaftliche Arbeitsverdienst pro Vollzeit-Familienarbeitskraft lag 2021 bei 59 800 Franken und war somit 2,0 Prozent höher als im Vorjahr.
Erdbeeren «erinnern» sich an Hitze und anderen Stress
Ohne Gehirn kein Gedächtnis? Das stimmt nicht ganz, wie eine Agroscope-Studie an Wald-Erdbeeren zeigt: Hitze und andere Stresssituationen beeinflussen das Erbgut der Pflanzen. Die daraus resultierenden Veränderungen können den Erdbeeren helfen, für eine nächste Stresssituation besser gewappnet zu sein – sie «erinnern» sich.
Rindfleisch aus Gras – so funktioniert es wirtschaftlich
Die graslandbasierte Mutterkuhhaltung wird in der Schweiz immer wichtiger. Unklar war bisher, welche Produktionssysteme wirtschaftlich am besten abschneiden. Agroscope hat deshalb 42 Mutterkuhbetriebe im Tal- und Berggebiet analysiert und schlägt zwei Strategien vor, um die Wirtschaftlichkeit zu optimieren: Die Produktivität der Mutterkuh steigern oder auf minimale Kosten und Biodiversität fokussieren.
Ein Netzwerk landwirtschaftlicher Betriebe als Herzstück der Versuchsstation Nährstoffflüsse
Agroscope und die Partner der Versuchsstation Nährstoffflüsse arbeiten gemeinsam daran, die Stickstoff- und Phosphoremissionen in der Tierhaltung zu reduzieren. Derzeit sammelt Agroscope in einem Netzwerk von 26 Landwirtschaftsbetrieben im Kanton Luzern umfangreiche Daten. Dazu werden Proben von Futtermitteln und Hofdünger (Mist und Gülle) untersucht und die tatsächlichen Nährstoffflüsse analysiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, praxistaugliche Massnahmen zur Reduktion umweltschädlicher Emissionen zu definieren.
Dem Jordanvirus auf der Spur
Das Jordanvirus ist eine neue Bedrohung für die Schweizer Landwirtschaft – insbesondere für Tomaten und Paprika. Agroscope nimmt bei der Bekämpfung dieses Quarantäneorganismus in der Schweiz eine Schlüsselrolle ein. Eine neu geschaffene Forschungsgruppe diagnostiziert im Quarantänelabor die eingereichten Pflanzenproben mittels PCR-Test. Bei positivem Befund sind harte Massnahmen nötig, um eine Verbreitung zu verhindern und Schäden einzugrenzen: Kürzlich musste am Flughafen Zürich eine Lieferung mit 6000 Jungpflanzen komplett vernichtet werden.
Robuste Weidetiere: Landschaftsschützer in den Alpen
Die Grünerle überwächst artenreiche Alpweiden. Eine Studie von Agroscope und ETH zeigt, dass robuste Schafe und Ziegen die Verbuschung stoppen können. Vor allem das traditionelle Engadinerschaf hat Appetit auf Grünerlen, schädigt sie effektiv und schützt dadurch die wertvollen Alpweiden.
Agroscope verstärkt die Systemforschung und forscht mehr mit der Praxis
Das neue Arbeitsprogramm 2022 bis 2025 von Agroscope nimmt die vielfältigen Herausforderungen der Land- und Ernährungswirtschaft auf. Um Lösungen für eine produktive und nachhaltige Landwirtschaft zu entwickeln, orientiert sich Agroscope zunehmend an den Prinzipien der Agrarökologie. Sie hat das Ziel, die Landwirtschaft ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer zu gestalten. Zudem verstärkt Agroscope die Systemforschung und forscht vermehrt in Ko-Kreation mit Landwirtinnen und Landwirten.