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MitteilungVeröffentlicht am 25. Juni 2026

Schafe und Rinder gegen Zwergsträucher

Um der Ausbreitung von Zwergsträuchern auf Alpweiden entgegenzuwirken, setzt ein Pilotprojekt auf den Einsatz von Schafen und Rindern. Ziel: die Verbuschung einzudämmen und gleichzeitig die Biodiversität sowie die Qualität und Quantität des Futterangebots zu verbessern.

Im Internationalen Jahr der Weiden und Hirten lanciert die Versuchsstation Alp- und Berglandwirtschaft ein Projekt zugunsten der Alpwirtschaft. Ziel: die Ausbreitung von Zwergsträuchern wie Rhododendron, Heidelbeere, Wacholder und Heidekraut einzudämmen, die nach und nach Alpweiden überwuchern. Ihre Ausbreitung geht zulasten der Biodiversität, der Futtermenge und -qualität sowie des Landschaftswerts. Um dem entgegenzuwirken, setzt das Projekt auf Rinder der Rassen Holstein-Friesian und Braunvieh sowie auf Schafe der Rasse Schwarzbraunes Bergschaf.

Weidedauer und -intensität

Die Versuchsherden trafen am 23. Juni 2026 auf Alp Weissenstein (GR) ein, die im Besitz von AgroVet Strickhof / ETH Zürich ist. Dort bleiben sie bis August, wo sie mehrere Koppeln unterschiedlicher Grösse beweiden. Untersucht werden ihre Auswirkungen auf die Zwergsträucher durch Fressen und Tritt – in Abhängigkeit von Weidedauer und -intensität.

Zahlreiche Daten erhoben

Das Projekt wird im Sommer 2026 auf Alp Weissenstein starten und bis 2028 laufen (letzte Vegetationserhebungen 2029). Das Beweidungsexperiment und die Datenerhebung erfolgen jährlich zwischen Juni und August. Die Forscherinnen und Forscher beobachten die Entwicklung und Zusammensetzung der Vegetation, den Strauchanteil sowie die Futterqualität. Darüber hinaus untersuchen sie das Gewicht und die Bewegungen der Tiere sowie deren Rolle bei der Verbreitung von Samen über Fell und Kot.

Anhand der gesammelten Daten lässt sich die optimale Besatzdichte bestimmen, um die Verbuschung zu stabilisieren oder sogar zu reduzieren. Sie bilden zudem eine wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung standortangepasster Strategien für das Weidemanagement.

Mehr dazu

Regulierung von Zwergsträuchern durch gezielte Beweidung

Die zunehmende Verbuschung durch Zwergsträucher ist ein wachsendes Problem in alpinen und subalpinen Zonen des Alpgebiets. Arten wie Alpenrosen, Heidelbeeren, Wacholder oder Heidekraut breiten sich insbesondere in schwer zugänglichen Lagen aus und führen zu einem Rückgang der Biodiversität, der Futtermenge und Futterqualität sowie des Landschaftswerts. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt, wie sich diese Verbuschung durch gezielte Beweidung regulieren lässt.

Versuchsstation Alp- und Berglandwirtschaft

Die Versuchsstation Alp- und Berglandwirtschaft entwickelt praxisorientierte Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Betriebe im Berggebiet. Besonderes Augenmerk liegt auf den strukturellen, organisatorischen, ökonomischen und klimatischen Unterschieden zwischen den Regionen. Fünf Kantone (BE, GR, TI, UR, VS) sowie die Branche und die Beratung sind beteiligt.

WhatsApp-Kanal für die Praxis

Auf den WhatsApp-Kanälen „Agroscope_de“ und „Agroscope_fr“ finden Sie Informationen für die landwirtschaftliche Praxis auf Deutsch und auf Französisch.