Standort für Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen
Agroscope betreibt am Standort Reckenholz (ZH) ein geschütztes Versuchsfeld (Protected Site), um Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen in der Schweiz zu ermöglichen. Das Potential und die Grenzen der grünen Gentechnologie sollen so erforscht werden.
Um Möglichkeiten und Grenzen der grünen Gentechnologie zu identifizieren, werden seit 2014 erneut Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) in der Schweiz durchgeführt. Damit gehen Forschende einerseits der Frage nach, wie sich diese Pflanzen in der Umwelt verhalten. Anderseits sollen neue GVP für die Landwirtschaft hinsichtlich Nutzen und Risiken untersucht werden.
Agroscope hat dazu am Standort Reckenholz (ZH) ein Versuchsfeld als Dienstleistung für Forschende etabliert. Um die Zerstörung der Versuche durch Vandalenakte zu verhindern, wurde ein geschützter Versuchsstandort, eine „Protected Site", eingerichtet. Agroscope ist als Betreiberin des geschützten Versuchsfeldes für die technische Sicherheit verantwortlich und stellt die agronomische Betreuung sowie die technische und wissenschaftliche Koordination sicher. Zu den technischen Sicherheitsmassnahmen gehören die Umzäunung, permanente Bewachung und Überwachung des Versuchsfeldes sowie ein Alarmsystem.
Die Protected Site wird von der öffentlichen Hand finanziert. Das Feld steht Forschenden aus der Schweiz für Versuche mit GVP offen.
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Projektinformationen

Projekt CRISPS (NFP 84): resistentere Kartoffeln durch neue Züchtungsmethoden (Agroscope)
Das CRISPS-Projekt startete im Mai 2025. Agroscope hat im Dezember 2025 ein Bewilligungsgesuch für einen Feldversuch auf der Protected Site mit einer cisgenen Kartoffellinien beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Dieser Feldversuch dient auch als Vorbereitung weiterer Freisetzungen mit dieser Linie als unentbehrliche Kontrolle. Bald soll ein zweites Freisetzungsgesuch eingereicht werden für neue, genomeditierte Kartoffel-Linien, welche im CRISPS-Projekt hergestellt wurden.

Suche nach Pilzresistenzen in TEgenesis-behandeltem Weizen
TEgenesis® ist eine neue Züchtungsmethode, die bei Pflanzen z.B. die Anpassung an den Klimawandel beschleunigt. Das Verfahren hat deshalb grosses Potenzial, schnellere Antworten auf die Herausforderungen der Land- und Ernährungswirtschaft zu finden als die klassische Züchtung.

Weizen mit verbesserter Mehltauresistenz (Universität Zürich)
Die erste Feldsaison startete 2014. Die letzte Ernte führte die Universität Zürich 2023 durch.

Cisgene Kartoffeln mit verbesserter Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule (Agroscope)
Die Kraut- und Knollenfäule ist weltweit die am meisten verbreitete Krankheit der Kartoffel. Sie wird durch den Erreger Phytophthora infestans hervorgerufen. Forschende der Universität Wageningen (NL) haben mit gentechnischen Methoden Gene aus Wildkartoffeln, die eine Resistenz gegen diese Krankheit verleihen, in zwei Kartoffelsorten übertragen. Agroscope klärte ab, ob die so eingebrachte Resistenz im Feld unter Schweizer Bedingungen wirkte.

Cisgene Apfelbäume mit verbesserter Resistenz gegen Feuerbrand (Agroscope)
Im Feldversuch wurden Apfelbäume untersucht, denen man mit gentechnischen Methoden ein Gen aus einem Wildapfel übertragen hat. Das Gen verleiht eine Resistenz gegen Feuerbrand, der weltweit bedeutendsten bakteriellen Krankheit bei Apfelbäumen.

Winterweizen mit erhöhtem Ertragspotenzial (Agroscope)
Forschende des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung IPK in Gatersleben (D) haben einen gentechnisch veränderten Weizen mit verändertem Zuckertransport entwickelt. Dieser zeigte im Gewächshausversuch gegenüber der Ausgangslinie signifikante Ertragssteigerungen. Gemeinsam mit dem IPK untersuchte Agroscope den Einfluss der gentechnischen Veränderung auf die Leistungsfähigkeit von Winterweizen unter Feldbedingungen im Vergleich zu konventionellen Winterweizen-Sorten.

Gerste und Mais mit verbesserter Pilzresistenz (Universität Zürich)
Die Universität Zürich führte ab 2020 bis 2022 Feldversuche mit Mais und bis 2023 mit Gerste durch.

Gerste mit veränderten Ertragsmerkmalen
Agroscope hat das Bewilligungsgesuch für den Feldversuch hat im September 2023 beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Der Versuch wurde am 15. Februar 2024 bewilligt.
Mehr dazu
Biosicherheit
Die Forschungsgruppe Biosicherheit forscht zu den Umweltauswirkungen landwirtschaftlicher Technologien auf Biodiversität und Arthropoden. Diese umfassen gentechnisch veränderte Pflanzen, Makroorganismen für den Pflanzenschutz, invasive Arten, Pestizide und (Mikro)Plastik. Neben experimenteller Forschung in Labor, Gewächshaus und Freiland werden auch Konzeptstudien erstellt, um die Chancen und Risiken verschiedener Technologien zu beurteilen.

Züchtungsforschung
Die Nutzung von krankheitsresistenten Sorten ist ein nachhaltiger Ansatz, um den Pflanzenschutzmitteleinsatz in der Landwirtschaft zu verringern. Agroscope stellt den Züchtern die Grundlagen für eine effiziente Resistenzzüchtung zur Verfügung.
Gentechnik-Moratorium: Die verbleibenden Chancen nutzen
Der Klimawandel schreitet immer schneller voran. Um für unsere Landwirtschaft rasch neue Sorten zu züchten, die unter extremen Bedingungen gut gedeihen, sind herkömmliche Methoden zu langsam. Neue und schnellere Züchtungstechnologien stehen bereit. Doch sie fallen unter das Gentechnik-Gesetz – obwohl sie natürliche Prozesse in der Pflanze nutzen.

