Veröffentlicht am 5. Mai 2026
Aktuell

5. Mai 2026
Feldversuch mit cisgener Kartoffel: nachhaltige Krankheitsresistenzen als Ziel
Agroscope testet den Einsatz neuer Züchtungstechnologien mit dem Anbau einer gegen Kraut- und Knollenfäule resistenten Kartoffel im Feld. Die vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) bewilligte Feldstudie dient als Grundlage für Forschung mit Kartoffelsorten ohne artfremde Gene («cisgen»), die weniger Pflanzenschutzmittel brauchen und Wetterextremen besser standhalten können.
5. Mai 2026
BAFU bewilligt Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Kartoffeln
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat einen Freisetzungsversuch von Agroscope mit gentechnisch veränderten Kartoffeln unter Auflagen bewilligt. Den Kartoffeln wurde ein Gen aus einer Wildkartoffel eingefügt, um sie resistenter gegen die Kraut- und Knollenfäule zu machen.
Archiv
Weizen aus neuem Züchtungsverfahren: Agroscope sucht in Feldversuch nach Pilzresistenzen
Zürich-Reckenholz, 05.11.2024 - Agroscope startet einen Feldversuch mit Winterweizen, der mit einem neuen Verfahren gezüchtet wurde. Die Forschenden wollen neue Krankheitsresistenzen finden, die nutzbringend für die weitere Züchtung sind. Das Bundesamt für Umwelt hat grünes Licht für den bewilligungspflichtigen Versuch gegeben.
Medienmitteilungen
5. November 2024
Weizen aus neuem Züchtungsverfahren: Agroscope sucht in Feldversuch nach Pilzresistenzen5. November 2024
BAFU bewilligt Freisetzungsversuch mit gentechnisch verändertem WeizenAgroscope plant Feldversuch mit Winterweizen auf der Protected Site
26.06.2024 - Forschende von Agroscope haben ein Freisetzungsgesuch eingereicht für einen Feldversuch mit Winterweizen, der mit einem innovativen Verfahren behandelt wurde, um neue Krankheitsresistenzen zu finden.
Die Weizenlinien hat Agroscope selber mittels eines neuen Mutageneseverfahrens gezüchtet. Mit Mutagenese bezeichnet man Vorgänge, bei denen das Erbgut einer Pflanze verändert wird. Dabei werden einzelne Bausteine oder grössere Sequenzen des Erbguts zufällig ausgetauscht, gehen verloren oder werden verdoppelt. In der klassischen Züchtung von Weizen, aber auch bei den meisten anderen Nutzpflanzen, wird Mutagenese seit Jahrzehnten dazu benutzt, um eine höhere genetische Vielfalt in bestehenden Sorten zu erzeugen und dadurch der Landwirtschaft und den Konsumenten neue, nützliche Eigenschaften bereitzustellen. In unserem geplanten Feldversuch sollen unter den behandelten Pflanzen diejenigen ausgewählt und charakterisiert werden, welche eine bessere Krankheitsresistenz zeigen.
Versuche ab diesem Herbst geplant
Das TEgenesis genannte Verfahren wurde erfunden, um die Mobilisierung von Transposons (siehe Kasten) zu ermöglichen, ohne dabei auch massive zusätzliche Schäden in der Pflanzen-DNA hervorzurufen, wie sie bei den bisherigen Mutageneseverfahren auftreten. Alle Mutationen, welche TEgenesis verursacht, könnten so auch in der Natur vorkommen, da sie durch einen pflanzeneigenen Vorgang hervorgerufen werden. Dennoch kam ein Gutachten des Bundesamtes für Justiz vom März 2021 zum Schluss, dass mittels TEgenesis behandelte Pflanzen als gentechnisch veränderte Pflanzen einzustufen sind und damit unter das Gentechnikgesetz fallen. Um Feldversuche durchführen zu können, hat Agroscope deshalb im März ein entsprechendes Freisetzungsgesuch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Das BAFU prüft das Gesuch sowie die eingegangenen Stellungnahmen und wird voraussichtlich im Herbst entscheiden, ob es den Feldversuch mit diesen Weizenpflanzen bewilligt. Die Versuche sollen noch 2024 auf der Protected Site starten und maximal fünf Jahre dauern.
Neues Mutageneseverfahren: kleinere Veränderungen, kein fremdes Erbgut
Erbgutveränderungen können durch intensive UV-Bestrahlung, radioaktive Bestrahlung oder bestimmte chemische Stoffe, aber auch in der Natur durch Stress wie Hitze oder Dürre ausgelöst werden. Im TEgenesis genannten Verfahren wurden zwei Substanzen verwendet, die im Vergleich zu den in der Forschung und Züchtung üblicherweise benutzten Mutageneseverfahren nur sehr wenige Veränderungen im Erbgut auslösen. Diese TEgenesis-Behandlung reicht jedoch aus, um Transposons (englisch transposon oder auch transposable element, abgekürzt TE) zu beeinflussen, welche natürlicherweise im Erbgut von Pflanzen bereits vorkommen; zu keinem Zeitpunkt im ganzen Verfahren werden Erbgutsequenzen von anderen Organismen eingefügt.
Fast alle Lebewesen haben eines oder mehrere Transposons, und beim Weizen machen sie über 85% des Erbguts aus. Transposons, oft auch als ‚springenden Gene’ bezeichnet, sind Erbgut-Sequenzen, die selber ihren Standort innerhalb des Erbguts wechseln und/oder Kopien von sich ins Genom einfügen können. Dadurch werden oft andere Gene zufällig ein- oder ausgeschaltet oder verstärkt oder reduziert abgelesen. Durch eine solche Beeinflussung anderer Gene sind beispielsweise Farbveränderungen in Reben (z.B. Pinot Gris) oder Blutorangen entstanden. Das Erbgut zu verändern scheint die einzige Funktion von Transposons zu sein. Normalerweise sind sie aber nicht aktiv, damit das Erbgut stabil ist. Durch TEgenesis wird diese Blockade kurzfristig aufgehoben, so dass die Transposons während der Behandlung springen können.Erster Schweizer Feldversuch mit Gerste, die mittels CRISPR/Cas9 verändert wurde
Zürich-Reckenholz, 15.02.2024 - Agroscope hat vom Bundesamt für Umwelt die Bewilligung für einen Feldversuch mit Sommergerste erhalten. Im Fokus steht ein Gersten-Gen, das mittels neuer Züchtungsverfahren ausgeschaltet wurde. Der Versuch soll zeigen, ob so der Ertrag gesteigert werden kann. Er startet im Frühling 2024 auf der Protected Site in Zürich-Reckenholz und dauert drei Jahre.
Agroscope plant Feldversuch mit Gerstenlinien auf der Protected Site
17.10.2023 - Forschende von Agroscope haben ein Freisetzungsgesuch eingereicht für einen Feldversuch mit Sommergerste, bei der man dank neuer Züchtungsverfahren die Rolle von Genen untersuchen kann, welche den Ertrag erhöhen könnten.
Der Sommergerste, die im Feldversuch getestet werden soll, ist mit Hilfe neuer Züchtungsverfahren ein Gen ausgeschaltet worden. Dieses Gen ist an der Feinabstimmung des Pflanzenhormonhaushaltes bei der Samenentwicklung beteiligt. Ein Ausschalten des Gens bewirkt in Reis und Raps eine Ertragssteigerung. Forschende der Freien Universität Berlin haben festgestellt, dass Gerste zwei leicht unterschiedliche Kopien dieses Gens hat. Gerstenlinien, denen sie beide Kopien funktionsunfähig machten, bildeten mehr Körner pro Ähre. Agroscope will nun zusammen mit den Forschungspartnern aus Berlin diese Gerstenpflanzen auf der Protected Site untersuchen, um zu sehen, ob unter Feldbedingungen das Fehlen eines oder beider Gene ebenfalls zu mehr Körnern und zu einem Ertragsgewinn führt und ob die beiden Gen-Kopien unterschiedliche Funktionen haben.
Kein fremdes Erbgut
Den Gerstenpflanzen wurden mit dem präzisen CRISPR/Cas9-Verfahren je eine oder beide Kopien des sogenannten CKX2-Gens ausgeschaltet. Im Unterschied zu den bisher auf der Protected Site untersuchten Pflanzen enthalten die so hergestellten Gerstenlinien kein fremdes Erbgut. Da das Verfahren neu ist und ins Pflanzengenom eingreift, werden diese Gerstenlinien als gentechnisch veränderte (GV) Pflanzen behandelt. Daher braucht der Feldversuch eine Bewilligung, und Agroscope hat auch dieselben Massnahmen vorgeschlagen, welche in den bisherigen Feldversuchen mit GV-Gerste verfügt wurden. Sie sollen sicherstellen, dass die Pflanzen einzig auf der bewilligten Versuchsfläche wachsen.
Versuche ab Frühling geplant
Die Versuche sollen ab Frühling 2024 auf der Protected Site stattfinden und maximal drei Jahre dauern. Agroscope hat im September ein entsprechendes Freisetzungsgesuch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Das BAFU prüft das Gesuch sowie die eingegangenen Stellungnahmen und wird voraussichtlich nächsten Frühling entscheiden, ob es den Feldversuch mit diesen Gerstenlinien bewilligt.
Resultate aus der ersten Feldsaison mit Lr34-Gerste publiziert

© UZH September 2021. Seit über hundert Jahren wird Lr34 in der Weizenzüchtung verwendet, da es Weizen eine dauerhafte und breite Resistenz gegen mehrere Pilzkrankheiten verleiht.Wie dieses Jahrhundert-Resistenzgen funktioniert und wie man es auch in Gerste und Mais nutzen könnte, untersuchen Forschende der UZH. Auf der Protected Site zeigte sich, dass GV Gerstenpflanzen mit einer starken Lr34-Expression auch unter Feldbedingungen vollständig vor einem Befall mit Zwergrost (P. hordei) und Echtem Mehltau (B. graminis f. sp. hordei) geschützt sind. Jedoch produzieren diese Gerstenpflanzen aufgrund einer stark ausgeprägten «Nebenwirkung» von Lr34, der Blattspitzendürre (leaf tip necrosis; LTN), die auch im Weizen auftritt, kleinere Körner. Gerstenpflanzen mit einer schwächeren Lr34-Expression waren jedoch nur teilweise gegen eine Zwergrost-Infektion geschützt, hatten aber keine LTN und keine Nachteile bezüglich Ertrag. Die Forschenden konnten nachweisen, dass die Umverteilung des Pflanzenhormons Abscisinsäure (ABA) in den Blättern sowohl im Gewächshaus als auch unter Feldbedingungen mit der Entstehung der LTN korreliert und dass diese Umverteilung nur bei starker Lr34-Expression messbar ist. Dank dieser Resultate versteht man nicht nur besser, wie der Resistenzmechanismus von Lr34 funktioniert, sondern die Autoren zeigten auch auf, dass mit einer Optimierung der Lr34-Expression eine gute Balance zwischen Krankheitsresistenz und LTN erreicht werden könnte, was eine Nutzung dieses wertvollen Weizengens in der Gerstenzüchtung ermöglichen würde.
Publikation (open access):
Bräunlich S.; Koller T.; Glauser G.; Krattinger S.G.; Keller B. Expression of the wheat disease resistance gene Lr34 in transgenic barley leads to accumulation of abscisic acid at the leaf tip. Plant Physiology and Biochemistry 2021, 166, 950-957. https://doi.org/10.1016/j.plaphy.2021.07.001
Weitere Informationen zum Projekt mit GV Lr34-Gerste
Freisetzungsbewilligung für mehltauresistente Weizenlinien der Universität Zürich wurde erneuert
31.03.2021. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat einen Freisetzungsversuch der Universität Zürich mit Weizenlinien, deren Mehltauresistenz durch gentechnische Veränderungen erhöht worden ist, bewilligt. Dieser soll die im Jahr 2019 genehmigten Freisetzungsversuche ergänzen.
Universität Zürich beantragt die Erneuerung der Freisetzungsbewilligung für mehltauresistente Weizenlinien
6.1.2021: Forschende der Universität Zürich (UZH) führen auf der Protected Site am Standort Reckenholz seit 2014 Feldversuche mit gentechnisch verändertem (GV) Weizen durch, welcher durch Pm Resistenzgene aus Weizen eine verbesserte Mehltauresistenz hat (Projektbeschrieb). Um ihre Versuchsfragen erweitern zu können, wollen sie einige der gentechnisch veränderten Weizenlinien, die bereits in den Vorjahren freigesetzt worden waren, auch in den aktuellen Versuchen wieder anpflanzen. Da die Bewilligung für diese Pflanzen 2018 abgelaufen war, haben sie beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein neues Freisetzungsgesuch für diese Weizenlinien eingereicht.
Die UZH schlägt vor, die gleichen Sicherheitsmassnahmen durchzuführen, welche das BAFU ihnen im derzeit laufenden Feldversuch zur Auflage gemacht hat. In den kommenden Wochen prüft das BAFU das Gesuch und die eingegangenen Stellungnahmen und wird voraussichtlich im Frühling entscheiden, ob es diese Weizenlinien wieder für Feldversuche bewilligt.
Weitere Informationen zum Projekt mit mehltauresistentem Weizen
Feldversuch mit pilzresistentem Mais der Universität Zürich wurde bewilligt
2.3.2020: Die Universität Zürich hat Ende 2018 beim BAFU ein Gesuch für einen Feldversuch mit gentechnisch verändertem Mais eingereicht, in welchen ein Weizen-Resistenzgen gegen Pilzkrankheiten eingeführt wurde. Ziel des Versuchs ist, Erkenntnisse zu gewinnen, wie sich diese transgenen Maislinien im Feld verhalten und dabei insbesondere abzuklären, ob die Resistenz gegen Pilzkrankheiten auch unter Feldbedingungen wirkt.
Erste Resultate vom Feldversuch mit GV Winterweizen publiziert
4.11.2019: In einer Studie von Agroscope in Zusammenarbeit mit dem IPK Gatersleben (D) und der Chinese Academy of Agricultural Sciences CAAS wurde untersucht, ob transgene Weizenlinien mit verbessertem Ertragspotential (HOSUT) Auswirkungen auf Blattläuse haben.
Die HOSUT-Linien exprimieren ein Zucker-Transportgen unter der Kontrolle eines Korn-spezifischen Promotors aus Gerste. Das Gen wird jedoch bereits vor der Kornbildung in der grünen Pflanze abgelesen und die HOSUT-Pflanzen weisen neben einem veränderten Zuckerstoffwechsel auch kleine Veränderungen im Protein- und Mikronährstoffgehalt auf. Dies könnte die Nahrungsqualität für pflanzenfressende Insekten verändern. Als Modellorganismen wurden pflanzensaugende Blattläuse gewählt. Es wurden drei HOSUT-Weizenlinien mit der nicht-veränderten Ausgangssorte Certo sowie mit drei weiteren kommerziellen Weizensorten verglichen. Im Gewächshaus gab es keine konsistenten Unterschiede zwischen den gentechnisch veränderten Linien und Certo auf die Entwicklung und Fortpflanzung einzelner Läuse (Rhopalosiphum padi und Sitobion avenae) und auf die Populationsentwicklung. Während 2 Jahren wurden Blattläuse zusätzlich im Freilandversuch auf der Protected Site in Zürich-Reckenholz untersucht. Auch hier fanden sich keine Hinweise darauf, dass sich die GV-Weizenlinien in ihrer Anfälligkeit gegenüber Blattläusen von der Ausgangssorte unterscheiden. Die gemessenen Parameter der HOSUT-Linien entsprachen etwa denen der konventionellen Sorten.
Weitere Informationen zum Projekt mit GV Winterweizen
Feldsaison 2019 ist zu Ende
22.10.2019: Auf der Protected Site wurden auch dieses Jahr in Feldversuchen mögliche Chancen und Risiken von gentechnisch veränderten (GV) Pflanzen erforscht. Mit der Ernte der spätesten Äpfel letzte Woche konnte die diesjährige Feldsaison erfolgreich abgeschlossen werden. Wie in den zwei vorausgehenden Jahren hat Agroscope Feldversuche mit krankheitsresistenten cisgenen Kartoffeln und cisgenen Apfelbäumen sowie mit GV Winterweizen mit erhöhtem Ertragspotential durchgeführt. Die Universität Zürich hat den mehrjährigen Versuch mit mehltauresistentem Sommerweizen weitergeführt und dieses Jahr auch neue Weizenlinien angebaut (siehe auch unten, Aktuellmeldung vom 14.3.2019).
Feldversuch mit pilzresistenter Gerste der Universität Zürich wurde bewilligt
13.6.2019: Die Universität Zürich hat Ende 2018 beim BAFU ein Gesuch für einen Feldversuch mit gentechnisch veränderter Gerste eingereicht, in die ein Weizen-Resistenzgen gegen Pilzkrankheiten eingeführt wurde. Ziel des Versuchs ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, wie sich diese transgenen Gerstenlinien im Feld verhalten und dabei insbesondere abzuklären, ob die Resistenz gegen Pilzkrankheiten auch unter Feldbedingungen wirkt. Die erste Aussaat wird im Frühjahr 2020 erfolgen.
Die Weiterführung der Feldversuche mit mehltauresistentem Weizen der Universität Zürich wurde bewilligt
14.03.2019: Die Universität Zürich kann einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderten Weizensorten, die resistenter gegen Mehltau sind, durchführen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat den Versuch bewilligt. Dabei handelt es sich um eine Fortsetzung von Freisetzungsversuchen, die bereits seit 2008 durchgeführt werden.
Universität Zürich plant Feldversuche mit transgenem Mais und transgener Gerste auf der Protected Site
29.01.2019: Pflanzenforschende der Universität Zürich (UZH) haben transgene Mais- und Gerstenlinien entwickelt, die dank dem Lr34-Resistenzgen aus Weizen widerstandsfähiger gegen mehrere Pilzkrankheiten sind. Nach den erfolgreichen Versuchen im Gewächshaus wollen die Wissenschaftler die Pflanzen nun im Freiland prüfen: am Agroscope-Standort in Zürich-Reckenholz. Die Versuche sollen ab Frühling 2019 durchgeführt werden. Die Bewilligungsgesuche hat die UZH beim Bundesamt für Umwelt eingereicht.
Universität Zürich beantragt die Weiterführung der Feldversuche mit mehltauresistentem Weizen
13.11.2018: Forschende der Universität Zürich (UZH) führen auf der Protected Site am Standort Reckenholz seit 2014 Feldversuche mit gentechnisch verändertem (GV) Weizen durch, welcher durch das Pm3 Resistenzgen aus Weizen eine verbesserte Mehltauresistenz hat (Projektbeschrieb Pm3-Sommerweizen). Ende Jahr läuft die Freisetzungsbewilligung aus, welche Voraussetzung für Feldversuche mit GV Pflanzen ist. Um die Versuche fünf weitere Jahre durchführen zu können, hat die UZH Ende Oktober 2018 ein neues Freisetzungsgesuch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht (Informationsseite BAFU). Die UZH schlägt vor, die gleichen Sicherheitsmassnahmen durchzuführen, welche das BAFU ihnen im bisherigen Feldversuch zur Auflage gemacht hat.
In den neuen Versuchen sollen Kreuzungsnachkommen der bis anhin studierten Weizenlinien untersucht werden, welche drei oder vier Pm3-Varianten (Allele) miteinander kombiniert tragen sowie auch Linien mit je einer von drei unterschiedlichen Pm3-Genvarianten, welche bisher noch nicht im Feld untersucht worden waren. In den Feldversuchen sollen auch Weizenpflanzen charakterisiert werden, welche die beiden Pm3-Varianten aus Roggen, Pm8 und Pm17, tragen. Diese beiden Gene, die im letzten Jahrhundert bereits durch klassische Züchtung in Weizen eingebracht worden waren, sollen einzeln oder in Kombination, auch mit Pm3-Varianten aus Weizen, untersucht werden. Das Ziel des neu beantragten Feldversuches ist das verbesserte Verständnis des Pflanzen-Immunsystems. Damit gehört der geplante Versuch zu der Grundlagenforschung, die an der UZH stattfindet.22.01.2018: Die ersten Ergebnisse des seit 2014 laufenden Feldversuchs mit GV Weizen mit verbesserter Mehltauresistenz wurden in einem internationalen Fachjournal publiziert. Für mehr Informationen siehe Medienmitteilung der Universität Zürich.
Apfelbäume
Unübersehbar stehen auf der Protected Site Apfelbäume, welche letztes Jahr von Agroscope gepflanzt wurden. Ein Teil der Bäume ist cisgen und trägt ein Feuerbrand-Resistenzgen aus einem Wildapfel. Trotz der Kälteeinbrüche im April mit nächtlichen Bodentemperaturen von bis zu -10°C haben sich die Apfelbäume gut entwickelt und sind im Verlauf des Sommers kräftig gewachsen. Aktuell wird Laub gesammelt, um zu untersuchen, ob die Blätter der GV-Bäume gleich gut von Gliederfüssern wie Springschwänzen oder Fruchtfliegenlarven verwertet werden wie Blätter von unveränderten Apfelbäumen.
Kartoffeln
Die frostempfindlichen Kartoffelpflanzen wurden vom Kälteeinbruch nach Ostern nicht beeinträchtigt, da die Keimlinge noch in den Dämmen geschützt oder die Knollen noch gar nicht gepflanzt waren. Die Pflanzen des Resistenztests wurden erst sehr spät mit Krautfäule befallen, und dies nur dank dem Ausbringen von infizierten Blättern und zeitweiliger Bewässerung. Nachdem sich der Erreger etabliert hatte, waren die Bedingungen für die Krankheit aber optimal und die Resistenz der Pflanzen konnte getestet werden. In diesem Jahr blieben nur Pflanzen mit mehreren Resistenzgenen bis zum Versuchsende gänzlich ohne Krautfäule-Symptome. Der erstmals angepflanzte Ertragsversuch wurde Ende September geerntet, die Knollen werden über den Winter analysiert.
Sommerweizen
Die Forschenden der Universität Zürich haben ihren Sommerweizen auch in diesem Jahr auf seine Resistenz gegen Mehltau untersucht. Dieser pilzliche Krankheitserreger konnte sich gut entwickeln, so dass bereits Mitte Juni der Höchstbefall der anfälligen Kontrollsorten erreicht wurde. Nun sind die Wissenschaftler/innen daran, die Daten der Feldversuche der letzten vier Jahre zu analysieren. Die Resultate werden dann in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.
Winterweizen
Erst am Anfang steht der Feldversuch mit Winterweizen, den Agroscope in Zusammenarbeit mit Forschenden des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung IPK in Gatersleben (D) durchführt. In diesem Versuch geht es um die Frage, ob gentechnisch veränderte Weizenlinien, die einen verstärkten Zuckertransport ins Korn haben und im Gewächshaus einen erhöhten Ertrag lieferten, diesen Vorteil auch im Feld zeigen. Die Ernte fand Ende Juli statt. Während die Daten noch analysiert werden, wurde mit der Weizenaussaat Mitte Oktober die zweite Feldsaison gestartet. Neu soll untersucht werden, ob die GV-Weizenlinien anders auf verschiedene Düngermengen reagieren als die unveränderte Ausgangssorte.
Vier Versuche im vierten Jahr auf der Protected Site
Mit der Pflanzung des letzten Teils des Kartoffelversuchs Mitte Mai sind nun alle gentechnisch veränderten (GV) Versuchspflanzen der vier laufenden Versuche auf der Protected Site im Feld.
Die Kartoffeln tragen Resistenzgene aus Wildkartoffelarten gegen die Kraut- und Knollenfäule und sollen dieses Jahr nicht nur auf ihre Resistenz und die Besiedlung mit Blattläusen, sondern auch auf ihren Ertrag hin untersucht werden.
Die Apfelbäume wurden letztes Jahr gepflanzt und tragen ein Resistenzgen gegen Feuerbrand, das aus einem Wildapfelbaum stammt. Im Feldversuch soll geprüft werden, ob die gentechnische Veränderung unbeabsichtigt weitere Eigenschaften der Ausgangssorte verändert hat.
In ihrem ersten Versuchsjahr sind GV Weizenlinien, welche im Gewächshaus ein erhöhtes Ertragspotential hatten. Da es sich um Winterweizen handelt, wurde er bereits im November 2016 gesät. Die Ernte Ende Juli wird erste Hinweise geben, ob die GV Weizenlinien auch unter Feldbedingungen ertragreicher sind als die unveränderte Ausgangssorte.
Die Universität Zürich untersucht auch dieses Jahr die Mehltauresistenz ihrer GV Weizenlinien. Die Sommerweizen-Linien wurden Mitte März ausgesät.
Feldversuch mit transgenem Weizen bewilligt
Der von Agroscope beantragte Feldversuch ist vom Bundesamt für Umwelt bewilligt worden. Die Forschenden werden in Zusammenarbeit mit dem Leibniz Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung IPK einen gentechnisch veränderten Winterweizen untersuchen, der ein Gen für einen Zuckertransporter aus Gerste trägt. Im Gewächshaus lieferte dieser Weizen mehr Ertrag als die unveränderte Ausgangssorte. Nun soll sich zeigen, ob sein Ertragspotenzial auch im Feld höher ist.
28. Oktober 2016
Feldversuch mit transgenem Weizen bewilligtMedienmitteilung BAFU, 28.10.2016
Weitere Informationen zum Projekt mit GV Winterweizen
Drittes Versuchsjahr auf der Protected Site: Gute Resistenzdaten dank schlechtem Wetter und Versuch mit Apfelbäumen gestartet

© Susanne Brunner, Agroscope Mit der Ernte des gentechnisch veränderten Weizens der Universität Zürich und der cisgenen Kartoffeln hat Agroscope im August die Feldsaison dieser beiden Kulturen auf der Protected Site erfolgreich abgeschlossen. Der nasse Frühling und Sommer erschwerten zwar die Arbeiten auf den Versuchsfeldern: Der Boden war oft zu nass, um ihn betreten oder gar mit Maschinen befahren zu können. Trotzdem konnten alle Pflegemassnahmen und wissenschaftlichen Untersuchungen im Rahmen der laufenden Projekte wie geplant durchgeführt werden.Kartoffel
Der viele Niederschlag begünstigte die Entwicklung der Kraut- und Knollenfäule bei den Kartoffeln. Daher konnten dieses Jahr umfangreiche Daten zur Resistenz der cisgenen Linien erhoben werden. Das Resultat war eindeutig: Zwei der verwendeten Resistenzgene zeigten in verschiedenen Kartoffellinien eine komplette Wirkung gegen die Krautfäule, während zwei andere Resistenzgene die Pflanzen teilweise schützten.
Weizen
Ähnlich wie letztes Jahr konnten die Forschenden der Universität Zürich präzise Daten zur Mehltauresistenz ihrer transgenen Weizenlinien erheben, sowie die Erträge der verschiedenen Linien bestimmen. Die Resistenzwirkung einzelner Gene und von Kombinationen zweier Resistenzgene konnte dieses Jahr bestätigt werden.
Apfelbäume
Neu gestartet ist 2016 der Feldversuch mit cisgenen Apfelbäumen, die ein Resistenzgen gegen Feuerbrand aus einem Wildapfel tragen. Die Forschenden pflanzten die ein- bis zweijährigen Bäumchen sowie etliche Kontroll-Apfelbäumchen Anfang Mai in eine vollständig eingenetzte Versuchsanlage. Derzeit werden vor allem Baumeigenschaften bestimmt. Als Beitrag zur Biosicherheitsforschung wurden Experimente mit nicht gentechnisch veränderten Apfelsorten begonnen, um die Wirkung der Totaleinnetzung der Versuchsanlage gegen Auskreuzung zu bestimmen. Die Auswertung dieser Versuche wird über den Winter durchgeführt.
Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten
Agroscope plant Feldversuch mit gentechnisch verändertem Winterweizen

© Susanne Brunner, Agroscope Agroscope und Forschende des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung IPK wollen gemeinsam einen Feldversuch mit gentechnisch verändertem Winterweizen auf der Protected Site in Zürich durchführen. Bei diesem Weizen wurde der Zuckertransport verändert und damit das Ertragspotenzial erhöht. Das Bewilligungsgesuch für den Feldversuch hat Agroscope im April 2016 beim Bundesamt für Umwelt BAFU eingereicht.6. Juni 2016
Agroscope plant Feldversuch mit gentechnisch verändertem WinterweizenPublikation im Bundesblatt Nr. 23 vom 14. Juni 2016
Weitere Informationen zum Projekt mit Winterweizen
Feldversuch mit cisgenen Apfelbäumen bewilligt

© Agroscope Der Feldversuch über Nutzen und Risiken von gentechnisch veränderten Apfelbäumen auf der Protected Site kann starten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat das entsprechende Gesuch von Agroscope mit einer Laufzeit bis Ende 2021 bewilligt. Getestet werden sollen Apfelbäume, denen man mit gentechnischen Methoden ein Gen aus einem Wildapfel übertragen hat. Das Gen verleiht eine Resistenz gegen Feuerbrand.3. Mai 2016
Feldversuch mit cisgenen Apfelbäumen bewilligtMedienmitteilung BAFU, 3.05.2016
Weitere Informationen zum Projekt mit cisgenen Apfelbäumen
Dritte Feldsaison auf der Protected Site gestartet

© Susanne Brunner, Agroscope Die dritte Feldsaison auf der Protected Site hat Mitte März 2016 mit der Aussaat des Weizenversuchs der Universität Zürich begonnen. Die Forschenden werden in diesem dritten Versuchsjahr die letztjährigen Resultate mit den gentechnisch veränderten Weizenlinien mit erhöhter Resistenz gegen Mehltau überprüfen und ihre Untersuchungen weiter ausbauen. Für die eigenen Versuche mit cisgenen Kartoffeln hat Agroscope die Pflanzung im April abgeschlossen. Dieses Jahr stehen alle acht für die Versuche vorgesehenen Kartoffellinien zur Verfügung. Diese Linien tragen unterschiedliche Gene oder eine Kombination von zwei oder drei Genen, welche Resistenz gegen den Erreger der Kraut- und Knollenfäule verleihen.Weitere Informationen zum Weizenprojekt der Universität Zürich
Weitere Informationen zum Kartoffelprojekt von Agroscope
Offener Brief: Kritik an geplantem Feldversuch mit cisgenen Apfelbäumen
Einige Obstsorten-Experten sowie zwei Natur- und Umweltschutzverbände aus Deutschland kritisierten den geplanten Feldversuch mit cisgenen Apfelbäumen mit verbesserter Feuerbrandresistenz auf der Protected Site. Agroscope hat den offenen Brief beantwortet, der vom Pomologen-Verein e.V., NABU-Bundesfachausschuss Streuobst, Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland am 3. April 2016 versendet worden ist.
Demonstration für Gentech-freie Lebensmittel: Antwort von Agroscope auf das Protestschreiben
Die Demonstration für Gentechnik-freie Lebensmittel vom 22. August 2015 führte in die Nähe der Protected Site am Standort Reckenholz. Agroscope nahm ein Protestschreiben von Hauptorganisator Urs Hans entgegen und nimmt die darin geäusserten Anliegen zur Kenntnis.
Feldsaison mit gentechnisch veränderten Kartoffeln und Weizen vor dem Abschluss

© Agroscope Die zweite Feldsaison auf der Protected Site, dem Versuchsfeld des Bundes für Studien mit gentechnisch veränderten Pflanzen, ist bald beendet. Neu dieses Jahr war ein Vorversuch von Agroscope mit Kartoffeln, denen Resistenzgene aus Wildkartoffeln gegen die Kraut- und Knollenfäule gentechnisch übertragen wurden. Im Projekt geht es darum, den möglichen Nutzen für die Landwirtschaft und eventuelle Umweltrisiken zu untersuchen. Beim Weizen der Universität Zürich, für den es schon das zweite Versuchsjahr ist, liegen erste Resultate vor.11. August 2015
Feldsaison mit gentechnisch veränderten Kartoffeln und Weizen vor dem AbschlussYoutube Agroscope: Fachvideo über die Protected Site
Führungen zur Protected Site in Zürich-Affoltern

© Agroscope Agroscope betreibt seit März 2014 am Standort in Zürich, Reckenholz, im Auftrag des Bundes die Protected Site. Auf dem Feld können Forschende Versuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchführen und damit Chancen und Risiken der grünen Gentechnologie untersuchen. Das rund drei Hektaren grosse Feld ist mit einem doppelten Zaun umgeben und wird bewacht, um es vor Zerstörungen zu schützen.Für Interessierte bietet Agroscope im Juni vier öffentliche Führungen zur Protected Site an. Während den einstündigen Veranstaltungen werden die Versuchsanlage sowie die laufenden Versuche mit Kartoffeln und Weizen erklärt sowie Fragen beantwortet. Die vier Führungen zur Protected Site finden statt am:
Dienstag, 16. Juni 2015, 17-18 Uhr (Anmeldung bis 12. Juni)
Dienstag, 16. Juni 2015, 18-19 Uhr (Anmeldung bis 12. Juni)
Samstag, 27. Juni 2015, 10-11 Uhr (Anmeldung bis 24. Juni)
Samstag, 27. Juni 2015, 11-12 Uhr (Anmeldung bis 24. Juni)Treffpunkt ist der Eingang des Informationspavillons beim Besucherparkplatz von Agroscope am Standort Reckenholz in Zürich. Bei Bedarf ist wetterfeste Kleidung empfehlenswert.
Informationen und Anmeldung: Führung Protected Site 16.06.2015 und 27.06.2015
Versuch mit cisgenen Kartoffeln gestartet

© Agroscope Nachdem das Bundesamt für Umwelt (BAFU) den Versuch von Agroscope mit gentechnisch veränderten Kartoffeln der Universität Wageningen (NL) am 21. April 2015 bewilligt hat, konnte er dank der günstigen Witterungsbedingungen starten: Die Pflanzung der Kartoffeln mit verbesserter Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule erfolgte am 24. April.Im ersten Versuchsjahr 2015 werden zwei verschiedene Kartoffellinien untersucht, wobei die eine Linie ein Resistenzgen, die andere zwei Resistenzgene trägt. Im kommenden Jahr sollen dann alle acht Kartoffellinien im Feld getestet werden und Ende 2016 auch erste Ergebnisse vorliegen. Weitere Informationen zum Feldversuch von Agroscope mit gentechnisch veränderten Kartoffeln finden Sie in der Rubrik Projekte.
21. April 2015
Feldversuch mit cisgenen Kartoffeln auf der Protected Site bewilligtMedienmitteilung BAFU, 21.04.2015
Zweites Versuchsjahr: Weizen auf der Protected Site ist ausgesät

© Agroscope In ihrem Feldversuch auf der Protected Site testet die Universität Zürich gentechnisch veränderte Weizenlinien, die eine erhöhte Resistenz gegen Mehltau aufweisen. Die Aussaat für das zweite Versuchsjahr erfolgte am 12. März bei besten Witterungsbedingungen. In den Versuchen geht es wie bereits bei den Feldversuchen von 2008 bis 2010 und im 2014 darum, Erkenntnisse über die Funktionsweise von Resistenzgenen zu gewinnen. In diesem Versuchsjahr sollen die sieben Weizenlinien, welche letztes Jahr zum ersten Mal im Feld waren, weiter untersucht und mit den früher getesteten Pflanzen verglichen werden.Weitere Informationen zum Weizenprojekt der Universität Zürich
Agroscope plant Feldversuch mit cisgenen Kartoffeln auf der Protected Site
Die Kraut- und Knollenfäule ist weltweit die bedeutendste Krankheit der Kartoffel. Forschende der Universität Wageningen (NL) haben mit gentechnischen Methoden Gene aus Wildkartoffeln, die eine Resistenz gegen diese Krankheit verleihen, in zwei Kartoffelsorten übertragen. Agroscope will abklären, ob die so eingebrachte Resistenz im Feld unter Schweizer Bedingungen wirkt. Der Versuch soll ab März 2015 auf der Protected Site in Zürich, Reckenholz durchgeführt werden. Das Bewilligungsgesuch hat Agroscope beim Bundesamt für Umwelt eingereicht.
11. November 2014
Agroscope plant Feldversuch mit cisgenen Kartoffeln auf der Protected SiteWeitere Informationen zum Projekt mit cisgenen Kartoffeln
Weizenernte auf der Protected Site

© Agroscope Der gentechnisch veränderte Weizen der Universität Zürich auf der von Agroscope betriebenen Protected Site wurde am 31. Juli 2014 von Hand geerntet. Nach dem Trocknen wird der Weizen gedroschen und für die Aussaat im nächsten Frühjahr vorbereitet. Das nicht vermehrungsfähige Material wie Stroh, Stoppeln und Wurzeln bleibt auf dem Feld zurück. Die Triticale-Mantelsaat, welche die Versuchsparzellen umgab, wurde am 12. August abgeerntet. Dieses Erntegut wird in der Kehrrichtverbrennungsanlage entsorgt. Das Versuchsfeld wird nun so bearbeitet, dass die beim Ernten möglicherweise verlorengegangenen Körner gut keimen und anschliessend mit Herbizid behandelt werden können. Mit der Ernte konnte das erste Versuchsjahr mit gentechnisch veränderten Weizenpflanzen auf der Protected Site erfolgreich abgeschlossen werden. Die Versuchstätigkeit will die Universität Zürich nächstes Jahr wie geplant weiterführen.Weitere Informationen zum Weizenprojekt der Universität Zürich
Fachvideo: Die Protected Site bei Agroscope – Aufbau, Betrieb, Versuche
Im Auftrag des Bundes betreibt Agroscope am Standort in Zürich, Reckenholz, ein umzäuntes und bewachtes Feld für Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP), die sogenannte Protected Site. Dabei tritt Agroscope einerseits als Dienstleisterin auf, und wird andererseits in Zukunft auch mit eigenen Projekten auf dem Versuchsfeld präsent sein. Die Protected Site steht Forschenden offen, die Grundlagenforschung oder anwendungsorientierte Forschung betreiben möchten. Cornelia Heusser, Fachspezialistin Audiovisuelle Gestaltung bei Agroscope, hat die Aufbauarbeiten der Protected Site und den Start des Feldversuchs mit gentechnisch verändertem Weizen der Universität Zürich mit der Kamera begleitet. In rund 14 Minuten werden die Zuschauerinnen und Zuschauer über das umzäunte und bewachte Versuchsfeld für Freilandversuche mit GVP am Standort in Zürich, Reckenholz, ins Bild gesetzt.
Feldversuche mit gentechnisch verändertem Weizen bewilligt
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat am 15. August 2013 die Bewilligung für Feldversuche mit gentechnisch veränderten Weizenlinien erteilt. Die Universität Zürich hatte Anfang Jahr ein Bewilligungsgesuch eingereicht, um die Resistenz von Weizen gegen die Pilzkrankheit Mehltau im Feld besser erforschen zu können. Dazu können jetzt Weizenlinien untersucht werden, denen mittels Gentechnik verschiedene Varianten eines Resistenzgens übertragen wurden. Diese Gene kommen natürlicherweise in einigen Weizenlinien vor. Weltweit bedrohen Pilzkrankeiten die Weizenernten - ein besseres Verständnis der natürlichen Abwehr soll helfen, diese Erreger effizienter bekämpfen zu können. Die Versuche sollen von 2014 bis 2018 auf dem speziell dafür eingerichteten Versuchsfeld von Agroscope, der Protected Site, stattfinden.
Medienmitteilung der Universität Zürich, 15.08.2013
Medienmitteilung BAFU, 15.08.2013
Verhandlung am Zürcher Bezirksgericht: Ergebnis zur Kenntnis genommen
Die vom Bundesamt für Umwelt bewilligten Feldversuche mit gentechnisch verändertem Weizen, die am 13. Juni 2008 in Zürich, Reckenholz, zerstört wurden, fanden im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 59 zu Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen statt. Durch die Zerstörung entstand für Agroscope ein beträchtlicher Schaden von mehreren hunderttausend Franken. Dieser setzt sich aus dem direkten Schaden (Material und Arbeit), der Wiederholung des Versuchs sowie den Investitionen in Sicherheitsmassnahmen zusammen. Nach der Verhandlung vom 31. Oktober 2013 am Zürcher Bezirksgericht nimmt Agroscope den Freispruch der angeklagten Personen zur Kenntnis. Aufgrund der schriftlichen Begründung des Urteils verzichtet die Schweizerische Eidgenossenschaft aus Kostengründen auf den Weiterzug des Urteils.
Inhaltsverzeichnis
Projektinformationen

1. Mai 2026
Projekt CRISPS (NFP 84): resistentere Kartoffeln durch neue Züchtungsmethoden (Agroscope)
Das CRISPS-Projekt startete im Mai 2025. Agroscope hat im Dezember 2025 ein Bewilligungsgesuch für einen Feldversuch auf der Protected Site mit einer cisgenen Kartoffellinien beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Dieser Feldversuch dient auch als Vorbereitung weiterer Freisetzungen mit dieser Linie als unentbehrliche Kontrolle. Bald soll ein zweites Freisetzungsgesuch eingereicht werden für neue, genomeditierte Kartoffel-Linien, welche im CRISPS-Projekt hergestellt wurden.

30. Oktober 2025
Suche nach Pilzresistenzen in TEgenesis-behandeltem Weizen
TEgenesis® ist eine neue Züchtungsmethode, die bei Pflanzen z.B. die Anpassung an den Klimawandel beschleunigt. Das Verfahren hat deshalb grosses Potenzial, schnellere Antworten auf die Herausforderungen der Land- und Ernährungswirtschaft zu finden als die klassische Züchtung.

30. Oktober 2025
Weizen mit verbesserter Mehltauresistenz (Universität Zürich)
Die erste Feldsaison startete 2014. Die letzte Ernte führte die Universität Zürich 2023 durch.

30. Oktober 2025
Cisgene Kartoffeln mit verbesserter Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule (Agroscope)
Die Kraut- und Knollenfäule ist weltweit die am meisten verbreitete Krankheit der Kartoffel. Sie wird durch den Erreger Phytophthora infestans hervorgerufen. Forschende der Universität Wageningen (NL) haben mit gentechnischen Methoden Gene aus Wildkartoffeln, die eine Resistenz gegen diese Krankheit verleihen, in zwei Kartoffelsorten übertragen. Agroscope klärte ab, ob die so eingebrachte Resistenz im Feld unter Schweizer Bedingungen wirkte.

30. Oktober 2025
Cisgene Apfelbäume mit verbesserter Resistenz gegen Feuerbrand (Agroscope)
Im Feldversuch wurden Apfelbäume untersucht, denen man mit gentechnischen Methoden ein Gen aus einem Wildapfel übertragen hat. Das Gen verleiht eine Resistenz gegen Feuerbrand, der weltweit bedeutendsten bakteriellen Krankheit bei Apfelbäumen.

30. Oktober 2025
Winterweizen mit erhöhtem Ertragspotenzial (Agroscope)
Forschende des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung IPK in Gatersleben (D) haben einen gentechnisch veränderten Weizen mit verändertem Zuckertransport entwickelt. Dieser zeigte im Gewächshausversuch gegenüber der Ausgangslinie signifikante Ertragssteigerungen. Gemeinsam mit dem IPK untersuchte Agroscope den Einfluss der gentechnischen Veränderung auf die Leistungsfähigkeit von Winterweizen unter Feldbedingungen im Vergleich zu konventionellen Winterweizen-Sorten.

30. Oktober 2025
Gerste und Mais mit verbesserter Pilzresistenz (Universität Zürich)
Die Universität Zürich führte ab 2020 bis 2022 Feldversuche mit Mais und bis 2023 mit Gerste durch.

30. Oktober 2025
Gerste mit veränderten Ertragsmerkmalen
Agroscope hat das Bewilligungsgesuch für den Feldversuch hat im September 2023 beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) eingereicht. Der Versuch wurde am 15. Februar 2024 bewilligt.
Mehr dazu

30. Oktober 2025
Protected Site - Standort für Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen
Agroscope betreibt am Standort Reckenholz (ZH) ein geschütztes Versuchsfeld (Protected Site), um Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen in der Schweiz zu ermöglichen. Das Potential und die Grenzen der grünen Gentechnologie sollen so erforscht werden.

Züchtungsforschung
Die Nutzung von krankheitsresistenten Sorten ist ein nachhaltiger Ansatz, um den Pflanzenschutzmitteleinsatz in der Landwirtschaft zu verringern. Agroscope stellt den Züchtern die Grundlagen für eine effiziente Resistenzzüchtung zur Verfügung.