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Aufgaben des SNG's

Das Schweizer Nationalgestüt (SNG) ist das Kompetenzzentrum des Bundes für Equiden innerhalb von Agroscope. Es dient der Forschung und Entwicklung, dem Wissenstransfer sowie der Unterstützung der Pferdezucht und ergänzt die Förderungsmassnahmen für die landwirtschaftliche Pferdehaltung. Das Schweizer Nationalgestüt ist ein in der Schweiz einzigartiger Wissenspool rund um das Pferd und gelebtes Kulturgut!

Das SNG wurde im Jahr 1898 als Zentrum der Schweizer Pferdezucht gegründet und durchlief diverse Etappen mit unterschiedlich ausgerichteten Aufgaben. Seit mittlerweile zehn Jahren ist das SNG in Agroscope integriert und somit Teil des Kompetenzzentrums für landwirtschaftliche Forschung des Bundesamtes für Landwirtschaft BLW. Es erbringt heute einerseits Vollzugsaufgaben für das BLW und entwickelt andererseits die Forschung und den Wissensaustausch im Equidenbereich am Standort Avenches weiter.

Gesetzliche Verankerung und Aufgaben des Schweizer Nationalgestüts

Die Aufgaben des SNG sind seit dem 1. Januar 2022 in der Tierzuchtverordnung (TZV) umschrieben und umfassen die Förderung der genetischen Vielfalt der Freibergerrasse mit verschiedenen Massnahmen, die Durchführung angewandter Forschung zur Haltung, Nutzung und Zucht von Equiden, die Unterstützung der Pferdezüchtenden sowie den Wissens­austausch und die Beratung. Zur Erfüllung dieser Aufgaben hält das Gestüt Equiden und stellt Infrastrukturen sowie Anlagen zur Verfügung.
Gleichzeitig mit dem Inkrafttreten dieser gesetzlichen Vorgaben startete Agroscope das neue Arbeitsprogramm 2022-2025. Dieses orientiert sich zunehmend an den Prinzipien der Agrarökologie und steckt den Rahmen der Forschung und Aktivitäten entsprechend der aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft für vier Jahre ab.

Die Forschungstätigkeiten werden ausgeweitet und sollen künftig Gebiete abdecken wie Förderung der Tiergesundheit inklusive Tierwohl, Steigerung der Wirtschaftlichkeit, namentlich durch Senkung des Arbeitsaufwandes, sowie Beachtung von Sicherheitsaspekten und Verbesserung im Bereich der Umweltwirkungen, z. B. durch Schonung wertvoller Ressourcen (Wasser, Energie, Boden).
Im Bereich der Vollzugsaufgaben des Gestüts prüft das SNG die Effizienz und Effektivität der Massnahmen insbesondere im Bereich Erhalt der genetischen Vielfalt der Freibergerrasse. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Freibergerverband (SFV).
Der Wissensaustausch (Beratung und Lehre) hat sich stets auf die Erkenntnisse der aktuellen Forschung und auf die Bedürfnisse der Praxis zu stützen. Durch vermehrte Ausbildung von Multiplikatoren, beispielsweise Fachkräfte der kantonalen Beratungsstellen oder SNG-ausgebildete Sachkundenachweis-Anbieter, sollen die Wirkung erhöht und Synergien erreicht werden.
Die Zusammenarbeit der verschiedenen Agroscope-internen und externen Partnern am Standort Avenches wurde optimiert. Beidseitig gewinnbringende Kooperationen mit Partnern werden gefördert. Eine Entwicklung hin zu einem nationalen Kompetenz- und Innovationszentrum für Equiden in Avenches ist ein erklärtes Ziel.

Gruppe Erhaltung Freiberger und Betrieb Avenches

Die Gruppe Erhaltung Freiberger und Betrieb Avenches ist verantwortlich für die Umsetzung der Vollzugsaufgabe Erhalt der genetischen Vielfalt der Freibergerrasse. Ihre Aktivitäten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Freibergerverband (SFV) und umfassen den Ankauf wertvoller Freibergerhengste sowie die Zurverfügungstellung dieser Tiere via Deckstationen oder Gefriersamen an die Züchtenden.

SNG-intern unterstützt eine Pferdekommission die Entscheide bezüglich Pferdebestand. In Zusammenarbeit mit dem SFV wurde eine Marketingstrategie mit drei Hauptachsen entwickelt: die Verbesserung des Images der Rasse, eine Fokussierung auf den Kunden und eine aktive Förderung des Pferdemarktes. Ein Teil der Marketingstrategie wird durch die Teilnahme an Veranstaltungen umgesetzt. Verschiedene Pferdeberufe sind in Avenches vertreten. Ein Schwerpunkt liegt bei der Förderung dieser Berufe durch die Ausbildung von Lernenden. Eine andere Aufgabe des Betriebes besteht in der Unterstützung der Forschungsprojekte und des Wissensaustausches mittels Bereitstellung von Infrastrukturen, Mitarbeitenden und Pferden.

Team Haltung Pferde, Unterhalt und Ateliers

Das Team Haltung Pferde, Unterhalt und Ateliers kümmert sich um die gesamte Infrastruktur rund um das Gestüt: Pferdeställe und Ausläufe, Grün- und Gartenflächen sowie Reit- und Fahranlagen. Die drei Ateliers sind die Sattlerei, die Wagnerei und die Schmiede. Diese drei Handwerksberufe bringen einen grossen Mehrwert für das Gestüt mit sich.

Team Ausbildung Pferde

Fünf Fahrer und fünf Bereiter arbeiten im Team Ausbildung Pferde. Die Hauptaufgaben dieser Mitarbeitenden sind die sorgfältige Ausbildung und Arbeit der Pferde unter dem Sattel, vor dem Wagen oder gar beim Holzrücken und anderen Einsatzmöglichkeiten. Zudem präsentieren sie die Gestütshengste an zahlreichen Veranstaltungen und Shows einem breiten Publikum und tragen so zu einem erhöhten Bekanntheitsgrad der Freiberger-Pferde bei.

Forschungsgruppe Equiden

Die Forschungsgruppe Equiden betreibt angewandte Forschung zur Förderung einer nachhaltigen Pferdehaltung, -zucht und -nutzung. Hierfür arbeitet sie eng mit Universitäten und Hochschulen aus dem In- und Ausland sowie mit anderen Gruppen von Agroscope zusammen. Die bearbeiteten Forschungsfragen entstehen oft durch den engen Kontakt mit der Praxis - ein Austausch, der die aktuellen Herausforderungen und Probleme im Equidenbereich zu definieren vermag.
Das forschungsbasierte Wissen geben die Mitarbeitenden an alle Akteure der Pferdebranche via Unterricht, Praxispublikationen und Beratungstätigkeit weiter. Als Koordinationsstelle sorgt die Gruppe zudem nicht nur für die effiziente Zusammenarbeit der verschiedenen Teams am Standort, sie ist auch die Kontaktstelle für Fragen und Anliegen von Kunden und Partnern des SNG.
Die Forschungsgruppe Equiden betreibt angewandte Forschung zur Förderung einer nachhaltigen Pferdehaltung, -zucht und -nutzung. Hierfür arbeitet sie eng mit Universitäten und Hochschulen aus dem In- und Ausland sowie mit anderen Gruppen von Agroscope zusammen. Die bearbeiteten Forschungsfragen entstehen oft durch den engen Kontakt mit der Praxis - ein Austausch, der die aktuellen Herausforderungen und Probleme im Equidenbereich zu definieren vermag.

Das forschungsbasierte Wissen geben die Mitarbeitenden an alle Akteure der Pferdebranche via Unterricht, Praxispublikationen und Beratungstätigkeit weiter. Als Koordinationsstelle sorgt die Gruppe zudem nicht nur für die effiziente Zusammenarbeit der verschiedenen Teams am Standort, sie ist auch die Kontaktstelle für Fragen und Anliegen von Kunden und Partnern des SNG.

Team Forschung

Die Mitarbeitenden des Teams Forschung tragen mit ihren Studien zur Lösung aktueller Probleme in der Haltung und Nutzung von Pferden bei. So erforschen sie beispielsweise verschiedene Fütterungstechniken, um lange Fresszeiten zu ermöglichen, ohne an Gewicht zuzunehmen. Oder sie prüfen unterschiedliche Befestigungsmaterialien, um den Boden von Pferdeausläufen und Laufwegen wettertauglich zu befestigen. Weitere Projekte beschäftigen sich mit der Erforschung der Pferdepersönlichkeit oder mit der Art und Weise, wie Pferde ihre Schmerzen äussern.

Team Extension Equiden

Der englische Begriff «extension» bedeutet, technische und wissenschaftliche Kenntnisse für eine möglichst grosse Anzahl von Menschen zugänglich zu machen – dies entspricht der Kernaufgabe des Teams Extension Equiden. Nebst seiner Unterrichtstätigkeit führt das Team seit 20 Jahren die Beratungsstelle Pferd in Avenches. Hier werden Fragen und Anliegen der Praxis, aber auch von Behörden, Journalisten, verschiedenen Institutionen und weiteren Interessierten neutral bearbeitet und beantwortet sowie Fachexpertisen für Versicherungen, Gerichte oder Behörden verfasst. Jedes Jahr publiziert Agroscope zudem Dutzende von Merkblättern, Artikel in Fachzeitschriften und erstellt Unterrichtsmaterial für verschiedene Stufen der Bildungslandschaft.

Mehr dazu

Arbeitsprogramm 2026−2029

Das Arbeitsprogramm 2026 bis 2029 von Agroscope greift die wichtigsten Herausforderungen der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft, insbesondere der landwirtschaftlichen Praxis auf. Es ist stärker als bisher auf Wirkung und Praxisnutzen ausgerichtet.

17 - Nachhaltige und multifunktionelle Haltung, Nutzung und Zucht von Equiden

Die Pferdehaltung steht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion (Pflanzenbau oder Wiederkäuer). Sie weist jedoch ein höheres Potenzial für Ökosystemleistungen als diese kernlandwirtschaftlichen Aktivitäten auf, da die Verwendung von Ökoflächen bestens für Equiden geeignet ist und die geringeren Produktionserlöse aus solchen Flächen aufzufangen vermag. Die Pferdehaltung generiert in der Schweiz etwa 2 Milliarden Umsatz pro Jahr. Davon fällt ein wesentlicher Anteil im Zusammenhang mit Arbeitsleistungen und Futterbau auf Landwirtschaftsbetrieben an. Die Equidenhaltung ermöglicht den Betrieben somit, ihre Aktivitäten zu diversifizieren und durch die Pensionspferdehaltung ein regelmässiges und planbares Einkommen zu generieren. Gesetzgebung, wachsende Sensibilität der Pferdeeigentümer und gesellschaftliche Anliegen führen aber zu Forschungsbedarf, um praxistaugliche Lösungen für eine moderne Equidenhaltung zu generieren. Handlungsbedarf liegt nebst Förderung der Tiergesundheit bei einer Steigerung der Wirtschaftlichkeit, namentlich durch Senkung des Arbeitsaufwandes, sowie bei einer Verringerung negativer Umweltwirkungen wie Bodenverlust und Ressourcenverbrauch und bei einer Förderung der Biodiversität. Zudem werden vermehrt artgerechte Haltungssysteme und die Gesunderhaltung der Pferde bis ins hohe Alter von Kunden nachgefragt. Zahlreiche Fragestellungen zu Haltungsform, Stalleinrichtung, fütterungsbedingten Erkrankungen, verstärktem Auftreten von Endo- und Ektoparasiten infolge Klimawandel beschäftigen die Branche entsprechend.

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