Boden ist eine endliche Ressource und sowohl natürlichen als auch anthropogenen Einflussfaktoren ausgesetzt. Insbesondere die landwirtschaftliche Nutzung spielt eine entscheidende Rolle bei langfristigen Veränderungen im Bodenzustand. Zu den bedeutendsten Risiken zählen der Verlust von organischer Bodensubstanz, Schadverdichtungen, anthropogene Stoffbelastungen und der Rückgang der biologischen Vielfalt. Diese Veränderungen können die Bodenfunktionen beeinträchtigen und somit die Nutzbarkeit der Böden einschränken. Böden sind zudem träge Systeme, deren Veränderungen nur über lange Zeiträume (Minimum 5 eher 10 Jahre) erfasst werden können. Um Gefahren und Trends frühzeitig zu erkennen, ist deshalb eine Langzeitbodenbeobachtung an repräsentativen Standorten mit den für die Schweiz charakteristischen pedoklimatischen Bedingungen erforderlich. Für ein vertieftes Verständnis der Reaktion des Bodensystems und dessen Implikation für die Bodenfunktionen ist sowohl die umfassende Erhebung von physikalischen, chemischen und biologischen Bodeneigenschaften, als auch von begleitenden Umwelt- und Bewirtschaftungsinformationen zentral. Eine ganzheitliche Betrachtung des Systems Boden ermöglicht es, Veränderungen in den Bodeneigenschaften zu quantifizieren und deren Einflussfaktoren zu identifizieren.
Um die wesentlichen Risiken für Bodensysteme zu überwachen, müssen geeignete, empfindliche Methoden und Indikatoren entwickelt und angewendet werden. Diese sollten Veränderungen in der organischen Bodensubstanz, im Bodenleben, in der Bodenstruktur sowie bei Schadstoffen wie Schwermetallen oder Pflanzenschutzmitteln erfassen. Diese Methoden sollten es ermöglichen, robuste Vergleiche über verschiedene Zeitpunkte hinweg durchzuführen. Zudem ist es wichtig, besonders empfindliche Böden, wie organische Böden, zu berücksichtigen. Diese können bereits auf geringe Veränderungen mit starken Beeinträchtigungen spezifischer Bodenfunktionen reagieren. Die Identifikation dieser besonders gefährdeten Böden und die Beurteilung der allgemeinen Gefährdung der Bodensysteme in der Schweiz in Abhängigkeit von der Landnutzung sind entscheidende Schritte. Sie ermöglichen gezielte Massnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der Bodenqualität. Die Bodenlangzeitbeobachtung bildet zudem ein Bindeglied zwischen Forschung und Vollzug. Durch diese langjährige und robuste Datengrundlage können Stakeholder über wichtige Entwicklungen informiert werden. Zudem liefert sie die Grundlage, um Referenzwerte für die standortabhängige Bewertung der Bodenindikatoren zu entwickeln, was für die Interpretation der Bodenqualität von zentraler Bedeutung ist.