Wildbienen und Bestäubung
Honigbienen, Wildbienen und andere Bestäuberinsekten spielen eine zentrale Rolle in Agrarökosystemen. Die Bestäubung durch Bestäuber kann zur Verbesserung des landwirtschaftlichen Ertrags von rund 75 % der global bedeutendsten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen beitragen. Diese Bestäubungsleistungen werden auf jährlich über 153 Mia Euro geschätzt. Daneben sind ca. 80 % der Wildpflanzen auf eine Bestäubung durch Bestäuber angewiesen oder profieren zumindest davon. Wildbienen und andere Bestäuberinsekten wie Schwebfliegen und andere Fliegenfamilien, oder auch Schmetterlinge, sind sehr vielfältige und artenreiche Organismengruppen und tragen damit erheblich zu einer hohen Biodiversität von Agrarlandschaften bei. Insbesondere Wildbienen sind auf blüten- und kleinstrukturreiche, vernetzte Lebensräume angewiesen, was sie zu guten Indikatoren für den Zustand der Biodiversität in Agrarlandschaften macht. Durch diese relativ hohen Lebensraumansprüche, sowie möglicherweise Belastungen durch Pestizide und weiteren Stressfaktoren, sind jedoch viele Wildbienen und anderer Bestäuberinsekten in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften gefährdet.
Wir untersuchen die Auswirkungen des Zusammenspiels verschiedener solcher Gefährdungsursachen auf Wildbienen und andere Bestäuber, wie sich diese auf die Erbringung von Bestäubungsleistungen für landwirtschaftliche Kulturen auswirkt, und mit welchen Massnahmen Bestäuber und Bestäubungsleistungen effektiv gefördert werden können in Agrarökosystemen.
Themen
Inhaltsverzeichnis
Horizon2020-Projekt PoshBee: Wildbienen fliegen für die Forschung
Was stresst Wildbienen? Sind es gewisse Pflanzenschutzmittel? Oder das Fehlen nährstoffreicher Nahrung? Ist es eine Kombination davon? Fachleute in ganz Europa gehen diesen Fragen nach, auch bei Agroscope.
Blühstreifen zur Bestäuberförderung
Um Bestäuber und natürliche Feinde von Kulturschädlingen gezielt zu fördern, wurde 2015 ein neuer Typ Biodiversitätsförderfläche «Blühstreifen für Bestäuber und andere Nützlinge» eingeführt.
Besteht bei insektenbestäubten Kulturen in der Schweiz ein Bestäubungsdefizit?
Im Acker-, Obst- und Gemüsebau hängen Ertragsmenge und -qualität vieler Kulturen davon ab, ob sie ausreichend von Insekten bestäubt werden.
Interaktive Effekte von Pestiziden, Nahrungsstress und Pathogene auf Wildbienen
Wildbienen sind von immenser ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung als Bestäuber von landwirtschaftlichen Kulturen und Wildpflanzen.
Europäische Zusammenarbeit für eine nachhaltige Bestäubung in Europa
Agroscope ist an der COST-Aktion „Sustainable Pollination in Europe – Super-B“ beteiligt. Super-B bringt Wissenschaftler und Stakeholders (u.a. Landwirte, Imker, Wirtschaftsvertreter, Politiker, NGO’s) aus verschiedensten Bereichen zusammen, um gemeinsam vorhandenes Wissen zu kondensieren, offene Fragen in den Bereichen Gefährdungsursachen von Honig-und Wildbienen, nachhaltige Bestäubung und Massnahmen zur Förderung von Bestäubern und Bestäubungsleistungen zu diskutieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen, sowie umsetzungs- und praxisorientierte innovative Lösungsansätze zu erarbeiten.
Halbnatürliche Lebensräume fördern Bestäuber und Bestäubungsleistungen
Halbnatürliche Habitate und Strukturelemente wie Hecken, Waldränder oder Dauergrasland bieten Lebensraum für Nutzinsekten wie Wildbienen und Prädatoren von Schädlingen. Wie halbnatürliche Habitate Bestäuber und andere Nützlinge beeinflussen, und wie dieses Wissen genutzt werden kann um Bestäuber und Nützlinge, und damit Bestäubungsleistungen und natürliche Schädlingskontrolle zu fördern, wird im EU FP7-Projekt QuESSA mit Beteiligung der Agroscope untersucht.
