Veröffentlicht am 4. März 2026
Test Darstellung Publikation Details
Mit Inhaltsverzeichnis
Der Freiberger – Franches-Montagnes oder auch FM genannt – gilt als die letzte ursprünglich erhaltene Schweizer Pferderasse und zugleich als die letzte leichte Zugpferdrasse Europas. Die Freibergerzucht wird auf der Liste der «lebendigen Traditionen» im Bundesamt für Kultur (BAK) aufgeführt und gehört gemäss Definition der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Schweiz. Bei einem internationalen Abkommen an der Rio Konvention hat sich die Schweiz verpflichtet, den Erhalt Schweizer Nutztierrassen aktiv zu fördern, und hat dies im Gesetz verankert. In diesem Zusammenhang wurden auch gezielte Massnahmen für den Erhalt des Freiberges aufgestellt, mit Fokus auf die Zucht von gesunden Pferden ohne Erbfehler, wie auch für das Image und die Wettbewerbsfähigkeit. Die Freibergerzucht kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Fortlaufend sich wandelnde Zuchtziele, Einkreuzungen mit gezielt ausgewählten Pferderassen, die traditionsreichen Zuchtschauen, sorgfältige Selektion der Pferde und viele weitere Aspekte der Freibergerzucht legen das Fundament für die heutige Population: eine vielseitige, robuste und gesunde Pferderasse, die sich aber seit dem Entscheid, nur reinrassige Pferde im Herdebuch aufzunehmen (geschlossenes Herdebuch) vorwiegend mit dem stetig steigenden Inzuchtgrad innerhalb ihres Bestandes beschäftigen muss, um weiterhin ein Pferd mit den rassespezifischen Eigenschaften züchten zu können. Die Freibergerzucht benötigt ein gut organisiertes Zuchtmanagement, da die Blutauffrischung durch Einkreuzung von anderen Rassen aktuell nicht möglich ist. Daraus ergibt sich, dass sich der durchschnittliche Inzuchtgrad in der Population jährlich erhöht.
Um der weiteren Zunahme des Inzuchtgrades in der Freibergerpopulation entgegenwirken zu können, und um die genetische Diversität innerhalb der Population zu erhalten, respektive zu erhöhen, werden folgende Massnahmen vorgeschlagen, die in die Praxis umgesetzt werden können:
- Bei der Paarungsplanung soll der Inzuchtgrad des Nachkommens mithilfe des Online-Tools «Virtuelles Fohlen» berechnet werden. Der Inzuchtgrad sollte idealerweise unter dem Populationsmittel liegen. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss zwingend der Fremdblutanteil der Elterntiere berücksichtigt werden.
- Es soll sowohl die Abstammung mütterlicher- als auch väterlicherseits bei der Anpaarung beachtet werden. Eine Beschränkung auf die Hengstlinie ist nicht zielführend.
- Es wird ein breiter Einsatz von Zuchthengsten empfohlen: Hengste mit überdurchschnittlich vielen Nachkommen senken die genetische Diversität und können im Fall von Erbkrankheiten populationsweite Auswirkungen haben. Aus diesem Grund sollten möglichst viele Hengste in der Zucht verwendet werden, die sich in ihrer genetischen Zusammensetzung unterscheiden.
- Die Verbreitung von Erbkrankheiten muss durch entsprechende Massnahmen eingedämmt werden: Sowohl Zuchthengste als auch Zuchtstuten sollten zwingend auf Erbkrankheiten getestet werden, um Risikoanpaarungen zu vermeiden.
- Trägertiere von Erbkrankheiten müssen nicht konsequent ausgeschlossen werden, da dies für die genetische Diversität kontraproduktiv ist. Trägertiere sollen als Träger deklariert werden, damit problematische Anpaarungen vermieden werden können.
Inhaltsverzeichnis
Ohne Inhaltsverzeichnis
Der Freiberger – Franches-Montagnes oder auch FM genannt – gilt als die letzte ursprünglich erhaltene Schweizer Pferderasse und zugleich als die letzte leichte Zugpferdrasse Europas. Die Freibergerzucht wird auf der Liste der «lebendigen Traditionen» im Bundesamt für Kultur (BAK) aufgeführt und gehört gemäss Definition der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Schweiz. Bei einem internationalen Abkommen an der Rio Konvention hat sich die Schweiz verpflichtet, den Erhalt Schweizer Nutztierrassen aktiv zu fördern, und hat dies im Gesetz verankert. In diesem Zusammenhang wurden auch gezielte Massnahmen für den Erhalt des Freiberges aufgestellt, mit Fokus auf die Zucht von gesunden Pferden ohne Erbfehler, wie auch für das Image und die Wettbewerbsfähigkeit. Die Freibergerzucht kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Fortlaufend sich wandelnde Zuchtziele, Einkreuzungen mit gezielt ausgewählten Pferderassen, die traditionsreichen Zuchtschauen, sorgfältige Selektion der Pferde und viele weitere Aspekte der Freibergerzucht legen das Fundament für die heutige Population: eine vielseitige, robuste und gesunde Pferderasse, die sich aber seit dem Entscheid, nur reinrassige Pferde im Herdebuch aufzunehmen (geschlossenes Herdebuch) vorwiegend mit dem stetig steigenden Inzuchtgrad innerhalb ihres Bestandes beschäftigen muss, um weiterhin ein Pferd mit den rassespezifischen Eigenschaften züchten zu können. Die Freibergerzucht benötigt ein gut organisiertes Zuchtmanagement, da die Blutauffrischung durch Einkreuzung von anderen Rassen aktuell nicht möglich ist. Daraus ergibt sich, dass sich der durchschnittliche Inzuchtgrad in der Population jährlich erhöht.
Um der weiteren Zunahme des Inzuchtgrades in der Freibergerpopulation entgegenwirken zu können, und um die genetische Diversität innerhalb der Population zu erhalten, respektive zu erhöhen, werden folgende Massnahmen vorgeschlagen, die in die Praxis umgesetzt werden können:
- Bei der Paarungsplanung soll der Inzuchtgrad des Nachkommens mithilfe des Online-Tools «Virtuelles Fohlen» berechnet werden. Der Inzuchtgrad sollte idealerweise unter dem Populationsmittel liegen. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss zwingend der Fremdblutanteil der Elterntiere berücksichtigt werden.
- Es soll sowohl die Abstammung mütterlicher- als auch väterlicherseits bei der Anpaarung beachtet werden. Eine Beschränkung auf die Hengstlinie ist nicht zielführend.
- Es wird ein breiter Einsatz von Zuchthengsten empfohlen: Hengste mit überdurchschnittlich vielen Nachkommen senken die genetische Diversität und können im Fall von Erbkrankheiten populationsweite Auswirkungen haben. Aus diesem Grund sollten möglichst viele Hengste in der Zucht verwendet werden, die sich in ihrer genetischen Zusammensetzung unterscheiden.
- Die Verbreitung von Erbkrankheiten muss durch entsprechende Massnahmen eingedämmt werden: Sowohl Zuchthengste als auch Zuchtstuten sollten zwingend auf Erbkrankheiten getestet werden, um Risikoanpaarungen zu vermeiden.
- Trägertiere von Erbkrankheiten müssen nicht konsequent ausgeschlossen werden, da dies für die genetische Diversität kontraproduktiv ist. Trägertiere sollen als Träger deklariert werden, damit problematische Anpaarungen vermieden werden können.