Simulation von Trockenheit in Höhenlagen: Futterbau-Mischungen im Klimawandel
Auf einer Berner Wiese in über 1000 m Höhe wird in Gemüsetunnels Sommertrockenheit simuliert. Ziel: die Leistung von trockenheitsresistenten Mischungen für den Futterbau unter normalen Bedingungen und bei Wassermangel vergleichen.
Bereits das zweite Jahr beherbergt die Gemeinde Neuenmatt im Juni und Juli auf einer Versuchswiese Gemüsetunnels. Mit den vier je 24 Meter langen Tunnels wurden die für das Jahr 2060 prognostizierten Trockenheitsbedingungen simuliert. In Berggebieten, in denen die Vegetationsperiode bereits kurz ist, werden die Erträge und die Qualität des Futters in trockenen Jahren besonders stark beeinträchtigt.
In jedem Tunnel werden neue Futtermischungen getestet, die trockenheitsresistente Arten enthalten. Im Versuch werden die Leistungen der Mischungen bei extremer Sommertrockenheit ohne Niederschlag über mehrere Wochen gemessen und mit den Leistungen bei normalen Niederschlagsbedingungen verglichen.
Geringere Auswirkungen durch angepasste Arten
Bei der ersten Simulation im Jahr 2024 führte die Trockenheit zu einem starken Rückgang der Erträge. Die Mischungen mit resistenten Arten waren widerstandsfähiger und wiesen einen Ertragsverlust von 30 % auf, verglichen mit 50 % bei den herkömmlichen Mischungen.
Die ersten Ergebnisse zeigten aber auch, dass resistente Mischungen zu einer leichten Qualitätsminderung des Futters führen können, mit bis zu 10 % weniger Rohprotein und 30 % mehr Lignin. Ziel ist nun, das richtige Gleichgewicht zwischen Produktivität und Qualität zu finden.
Spitzwegerich sticht heraus
Eine Art erwies sich als besonders widerstandsfähig: Spitzwegerich (Plantago lanceolata), der damit ein beträchtliches Potenzial zur Milderung der Ertragsverluste bei Trockenheit zeigte.
Ein interkantonales Grossprojekt
Dieser zweijährige Berner Versuch gehört zum #DryMountProject (2023-2027), das von der Versuchsstation Alp- und Berglandwirtschaft geleitet wird. Im Rahmen dieses Projekts werden in den fünf alpinen Partnerkantonen Bern, Wallis, Uri, Tessin und Graubünden trockenheitsresistente Mischungen für den Futterbau getestet.
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Weitere Informationen

An die Trockenheit angepasste Futterbau-Mischungen im Berggebiet
Die Häufigkeit und Intensität von Trockenperioden im Sommer nehmen infolge des Klimawandels zu. Im Berggebiet, wo die Vegetationszeit kurz ist, werden die Erträge und die Qualität des Wiesenfutters in trockenen Jahren zunehmend beeinträchtigt. Das #DryMountProject (2023-2027) hat zum Ziel, neue Mischungen für den Futterbau, die besser an die Trockenheit angepasst sind, zu prüfen. Das Projekt wird in den fünf Partnerkantonen der Versuchsstation für Alp- und Berglandwirtschaft durchgeführt.

Versuchsstation Alp- und Berglandwirtschaft
Die Versuchsstation Alp- und Berglandwirtschaft entwickelt praxisorientierte Lösungen für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Betriebe im Berggebiet. Besonderes Augenmerk liegt auf den strukturellen, organisatorischen, ökonomischen und klimatischen Unterschieden zwischen den Regionen. Fünf Kantone (BE, GR, TI, UR, VS) sowie die Branche und die Beratung sind beteiligt.

WhatsApp-Kanal für die Praxis
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