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Sesam (Sesamum indicum L.)

Sesam (Sesamum indicum L.) gehört zu den ältesten bekannten Ölpflanzen und wurde vor etwa 4’000 Jahren domestiziert. Sein genauer Ursprung ist nicht eindeutig geklärt; diskutiert wird ein Ursprung auf dem afrikanischen oder asiatischen Kontinent. Sesam wird weltweit wegen seines hochwertigen Öls geschätzt und auch die Samen sind in verschiedenen traditionellen Küchen eine verbreitete Zutat.

In der Schweiz hat Sesam im Anbau keine Bedeutung. Jährlich werden jedoch zwischen 1000 und 1400 t Sesamsamen importiert und häufig bei Backwaren verwendet. Als wärmeliebende Kultur könnte Sesam im Zuge des Klimawandels künftig auch in der Schweiz an Bedeutung gewinnen.

Versuche

In den Jahren 2022 bis 2025 wurden dank der finanziellen Unterstützung von Bio Suisse verschiedene Aspekte des Sesamanbaus unter Schweizer Bedingungen getestet. In der Region Zürich wurden mit verschiedenen Sorten und unterschiedlichen Anbau- und Erntetechniken Erfahrungen gesammelt. Da tiefe Temperaturen beim Feldaufgang von Sesam limitierend wirken, wurde der Anbau einiger Sorten auf Dämmen beziehungsweise unter Vlies getestet. Dies auch mit der Überlegung, die bis zur Reife benötigte Vegetationszeit der untersuchten Sorten verkürzen zu können.

Im Jahr 2025 wurden über alle Sorten und Verfahren betrachtet durchschnittlich rund 4 dt/ha geerntet. Es gab jedoch auch Jahre mit tieferen Erträgen oder die Versuche mussten sogar aufgegeben werden. Zum Vergleich: Der weltweite mittlere Ertrag liegt bei etwa 5 dt/ha.

Nebst der Herausforderung, optimale Boden- und Witterungsbedingungen für einen regelmässigen und zügigen Feldaufgang zu haben, stellte die Ernte ebenfalls eine besondere Herausforderung dar. Die Kapseln, in welchen sich die Samen befinden, sollten zum Erntezeitpunkt trocken, aber noch nicht geöffnet sein. Herbstniederschläge oder auch Nebel sind für die Abreife nicht förderlich und wenn doch zu lange gewartet wird, dann machen die Kapseln ihrem Namen alle Ehre: «Sesam, öffne dich!» – springen auf, und die Samen fallen zu Boden. Dadurch kann ein erheblicher Teil des Ertrags verloren gehen. Die während der Projektdauer beobachteten Ertragsschwankungen können zu einem gewissen Grad die Herausforderungen des Sesamanbaus unter Schweizer Bedingungen widerspiegeln, obwohl ein Teil auch auf die geringe Anbauerfahrung der Projektnehmer zurückzuführen ist.

Herausforderungen

Die grössten limitierenden Faktoren sind Kälte und Nässe beim Feldaufgang und auch die schwache Konkurrenzfähigkeit gegenüber Begleitarten während der Jugendentwicklung. An die Schweizer Bedingungen angepasste Sorten sowie eine geeignete Erntetechnik werden als Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Sesamanbau in der Schweiz betrachtet.

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