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Veröffentlicht am 14. August 2025

Sammlung entomopathogener Pilze

Die Sammlung in Kürze

Die Sammlung umfasst etwa 3000 Isolate, welche im Verlauf von 50 Jahren im Rahmen von Forschungsprojekten gesammelt wurden. Der überwiegende Teil der Sammlung besteht aus Isolaten der beiden Gattungen Beauveria und Metarhizium, welche von Bodenproben oder von Engerlingen (Larven der Käfergruppe Scarabaeidae) abisoliert wurden. Einzelne Isolate stammen von anderen Insekten wie Drahtwürmern und anderen Käferfamilien, oder Wanzen. Der Grossteil der Isolate kommt aus der Schweiz. Daneben gibt es einige wenige Isolate aus dem Europäischen Ausland und aus Indien und Nepal.

Status

Der Grossteil der Sammlung besteht aus Polysporenisolaten, welche in Magermilchlösung in Ultratiefkühlschränken eingelagert sind. Ausgewählte Isolate wurden mittels Mikrosatellitenanalyse bis auf Stammebene bestimmt. Molekularbiologisch eindeutig identifizierbar sind vor allem jene Isolate, welche als Biocontrol-Organismen vermarktet oder in aktuellen Versuchen zur biologischen Bekämpfung landwirtschaftlicher Schädlinge eingesetzt werden.

Anwendungen

Aus rechtlichen Gründen werden ausschliesslich Isolate aus Schweizer Herkunft im Versuchsbetrieb getestet, aktuell z. B. gegen Drahtwürmer oder den invasiven Japankäfer. Zwei Isolate sind in der Schweiz als «Aktivsubstanzen» von Pflanzenschutzmitteln gegen verschiedene Engerlingsarten im Handel erhältlich.

Mehr dazu

14. August 2025

Genetische Biodiversität, Sammlungen

Im Rahmen seiner vielfältigen Forschungsaktivitäten hat Agroscope zahlreiche Mikroorganismen gesammelt, die aus verschiedenen Agrar- und Lebensmittelsystemen isoliert wurden. Die so im Laufe der Zeit entstandenen mikrobiellen Sammlungen zeichnen sich nicht nur durch eine breite taxonomische Vielfalt, die Viren, Bakterien, Pilze, Oomyzeten und Mikroalgen umfasst, sondern auch durch eine Vielzahl von Funktionen aus. Einige dieser Mikroorganismen sind Krankheitserreger von Pflanzen, Tieren oder Menschen, während andere biotechnologische Anwendungen haben, wie z.B. Biokontrolle, Herstellung von Lebensmitteln für Menschen und Futtermitteln für Tiere sowie die Synthese bioaktiver Verbindungen von medizinischem oder agronomischem Interesse. Die gesammelten Mikroorganismen stellen nicht nur ein Erbe der mikrobiellen Biodiversität der Schweiz dar, sondern nehmen auch einen zentralen Platz in zahlreichen von Agroscope durchgeführten Forschungsprojekten ein.

14. August 2025

Sammlung phytopathogener Pilze von Agroscope

Die Sammlung umfasst mittlerweile etwa 400 Isolate, hauptsächlich der Gattung Fusarium und aus der Schweiz. 1997 wurde die Sammlung im Rahmen eines Forschungsprojektes mit Fusarium graminearum bei Weizen erstmals angelegt. Danach wurden kontinuierlich Isolate aus der Praxis gesammelt (Monitoring) und für eigene Feld- und Laborversuche verwendet. Ebenfalls in der Sammlung enthalten sind einige Isolate aus dem Ausland. Die Mykothek beinhaltet vornehmlich Isolate von Getreide wie Fusarium graminearum, F. poae, F. avenaceum, F. culmorum, F. equiseti und F. langsethiae. Daneben gibt es auch Arten, welche von Mais isoliert wurden wie zum Beispiel F. verticillioides, F. proliferatum und F. subglutinans. Für Projekte mit Antagonisten zur Bekämpfung der Pathogene wurde die Mykothek auch mit Isolaten von Clonostachys rosea und Trichoderma spp. ergänzt.

Entomologie

In diesem Projekt untersuchen wir die Populationsdynamik, geographische Verbreitung und Phänologie zahlreicher Schädlinge im Acker-, Reb- und Gemüsebau (Maiszünsler, Blattläuse, Traubenwickler, Kirschessigfliege, Möhrenfliege). Ein Teil dieser Daten wird genutzt, um bessere Modelle zur Vorhersage der Phänologie zu entwickeln, um damit den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu optimieren. Ziel ist es, insbesondere die Phänologie des Maiszünslers, der Amerikanischen Rebzikade (Vektor der Rebenkrankheit „Goldgelbe Vergilbung“) und der beiden Traubenwickler zu modellieren. Daneben soll das Model zur Berechnung des Risikos der Virenübertragung durch Blattläuse im Saatkartoffelanbau weiter verfeinert werden. Die gewonnenen Informationen werden in Form von Empfehlungen an die Praxis aufbereitet und auf der Plattform agrometeo.ch im Internet publiziert.