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MitteilungVeröffentlicht am 22. Mai 2026

Referenzwerte für Umweltwirkungen von acht Schweizer Lebensmitteln im Überblick

Agroscope-Forschende haben ein Vorgehen entwickelt und angewendet, um Referenzwerte der Umweltwirkungen von acht in der Schweiz produzierten und häufig konsumierten Lebensmitteln zu bestimmen. Die Resultate sind publiziert und frei verfügbar.

Referenzwerte, die Umweltwirkungen von Produkten aufzeigen, sind für Lebensmittelherstellung, Detailhandel und Politik nützlich. Agroscope-Forschende haben ein Vorgehen ermittelt, um diese Referenzwerte zu berechnen und stellen sie für Schweizer Äpfel, Karotten, Kartoffeln, Tomaten, Winterweizen, Sonnenblumenöl, Milch und Schweinefleisch öffentlich zur Verfügung.

Objektive Vergleiche möglich

Die Werte sind keine direkten Zielvorgaben, sondern eine objektive Basis für Vergleiche. Beispiele: Ein Betrieb, der ökologischere Äpfel produzieren möchte, berechnet zunächst seine eigene Ökobilanz und stellt diese den Referenzwerten gegenüber. So wird sichtbar, ob das Produkt über oder unter dem Schweizer Durchschnitt liegt – und wo Verbesserungen möglich sind. Ausserdem können Detailhändler die Referenzwerte als Basis nutzen, um eigene Reduktionsziele (z.B. 10 % unter dem Referenzwert) zu definieren oder Sortimente zu bewerten. Die Politik kann beispielsweise Referenzwerte einsetzen, um etwa Importe mit Schweizer Produkten zu vergleichen. Dabei muss allerdings auf eine einheitliche Methodik geachtet werden.

Ausgewählte Resultate

Folgende Resultate der Berechnungen sind besonders wichtig:

  • Direkte Emissionen aus der Landwirtschaft tragen zum Artenverlustpotential wegen Landnutzung, zur Süsswasser-Ökotoxizität durch organische Verbindungen (durch den Einsatz von Pflanzenschutzmittel), zu den Treibhausgasemissionen und zur terrestrischen Versauerung (hauptsächlich durch Ammoniak aus der Düngung) bei.
  • Anorganische Düngemittel in der konventionellen Produktion beeinflussen vor allem die terrestrische Versauerung, anorganische Süsswasser Ökotoxizität, Süsswasser Eutrophierung und das Treibhausgaspotential.
  • Tiefere Erträge führen oft zu höheren Umweltwirkungen pro kg Produkt (z.B. Bioproduktion oder Produktion im Berggebiet).
  • Bei Schweinefleisch und Milch ist die Futtermittelwahl entscheidend für die Reduktion von Umweltwirkungen.
  • Die Verarbeitung zu Öl hat kaum Einfluss auf die Umweltwirkungen der Sonnenblumenölproduktion.
  • Die Lagerung von Äpfeln, Kartoffeln und Karotten erhöht aufgrund des Energiebedarfs und der Kühlmittel die Treibhausgasemissionen pro Monat zwischen 30 und 40 %.

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