Künstliche Intelligenz vs. Krähen-Intelligenz
Lassen sich Rabenvögel zum Schutz der Kulturen mit KI überlisten? Agroscope testet derzeit ein intelligentes System zur Erkennung und Vergrämung – ein interdisziplinäres Projekt, das ab 2026 vom BLW unterstützt wird.
Rabenkrähen und Saatkrähen können grosse Schäden in Kulturen verursachen, vor allem in frisch gesäten Mais- und Sonnenblumenfeldern. Diese Rabenvögel, die für ihre hohe Intelligenz bekannt sind, gewöhnen sich schnell an die derzeit verfügbaren Vertreibungsmassnahmen (Ballone, akustische oder visuelle Schreckeffekte usw.). Selbst Abschüsse zur Regulierung der Bestände, die von den Produzenten oft gewünscht werden, haben sich nicht als wirksam erwiesen.
Rabenvögel mit Hilfe von KI überlisten
Agroscope testet nun einen neuen Ansatz, der auf künstlicher Intelligenz basiert. Um zu verhindern, dass sich die Vögel an die Vertreibungsmassnahmen gewöhnen, sollten akustische Schreckeffekte auf ein Minimum reduziert und nur im Bedarfsfall eingesetzt werden. Dies ist jedoch nur mit einem intelligenten System möglich. «Die Kulturen sind nur für einige Wochen gefährdet, aber die Rabenvögel lernen sehr schnell... Wir müssen also einen Weg finden, schneller zu sein als ihre Fähigkeit, sich an Massnahmen anzupassen», meint Thomas Anken von der Versuchsstation Smarte Technologien in der Landwirtschaft.
Kombination von Erkennungskamera + Hupe
Derzeit werden auf mehreren Feldern in der Schweiz von Agroscope entwickelte Prototypen von Vogelscheuchen getestet und verbessert, die mit einer automatischen Vogelerkennung und akustischem Schreckeffekt verbunden sind.
Die Entwicklung eines intelligenten und damit anpassungsfähigen Systems wird 2026 im Rahmen des ETHIC-Projekts beginnen (siehe unten).
Vom BLW finanziertes interdisziplinäres Projekt ab 2026
Das Projekt «ETHIC» (Exploration von Techniken, Untersuchung von Gewöhnungsmechanismen und Beiträge der künstlichen Intelligenz zur Optimierung der Vogelabwehr in der Landwirtschaft) soll 2026 starten und fünf Jahre laufen. Das Projekt wurde von der Universität Neuenburg eingereicht, wird vom Bundesamt für Landwirtschaft finanziert und von Agroscope (Alice Baux) koordiniert.
Das Projekt «ETHIC» wird verschiedene Forschungsbereiche und Institutionen über die Grenzen der Schweiz hinaus einbeziehen. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden die Abschreckungssignale entsprechend den vorhandenen Arten und ihrer relativen Häufigkeit angepasst.
Eine vergleichende ethologische Studie wird die Warnrufe der Rabenvögel nach Arten und geografischen Zonen (lokale „Akzente“) identifizieren und ihre Gewöhnungsmechanismen analysieren.
In addition to smart deterrence, dissuasive techniques will be evaluated: seed treatment with denaturants, undersowings to camouflage the seed rows and the use of different types of scarecrows. By analysing bird behaviour in response to these measures it will be possible to identify the best crop-protection system.
Teilnehmende Institutionen und Kantone
Agroscope, Universität Neuenburg, Nationalmuseum für Naturgeschichte (Paris), Proconseil, AGRIDEA und die Kantone VD, GE, FR, AG, SH, TG, BE.
Inhaltsverzeichnis
Mehr dazu

Versuchsstation Smarte Technologien in der Landwirtschaft
In dieser Versuchsstation werden neue Technologien unter praktischen Bedingungen angewandt und optimiert, um die Produktion effizienter und nachhaltiger zu gestalten und die Betriebsführung zu vereinfachen.

WhatsApp-Kanal für die Praxis
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