Kann mit der richtigen Sortenwahl das Frostrisiko vermindert werden?
Im Projekt RESO «Resiliente Sorten für einen nachhaltigen Schweizer Obstbau» untersucht Agroscope die Frosttoleranz von Obstsorten im Feld und Labor.
Der Klimawandel führt zunehmend zu milden Wintern und warmen Frühjahren. Die Obstbäume reagieren darauf mit einem früheren Austrieb und einer deutlich früheren Blüte. Dieser frühe Entwicklungsbeginn macht die Obstkulturen besonders empfindlich gegenüber Spätfrostereignissen. Frostschäden bis hin zu Ertragsausfällen können die Folge sein und Produktionsbetriebe in ihrer Existenz bedrohen.
Im Projekt RESO untersucht Agroscope die Frosttoleranz von Kirschen- und Apfelsorten im Feld und im Labor. Erste Erkenntnisse aus den Laborversuchen zeigen, dass der Blühzeitpunkt entscheidender ist als die physiologische Frosthärte der Sorte. Sortenspezifische Unterschiede in der Frosttoleranz beim gleichen phänologischen Stadium und bei gleicher Temperatur sind kleiner als erwartet. Einzig bei den Kirschen konnten in den frühen Entwicklungsstadien signifikante Unterschiede zwischen den Sorten festgestellt werden.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frostschäden nicht allein durch die Sortenwahl verhindert werden können. Blühzeitpunkt, Standortwahl und Frostbekämpfungsmassnahmen bleiben vermutlich die wichtigeren Faktoren für eine erfolgreiche Produktion in einem Frostjahr. Im Projekt RESO werden weitere Laborversuche zur Frosttoleranz mit Fokus auf frühe Entwicklungsstadien durchgeführt und die Feldbeobachtungen fortgesetzt.
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