Erste Fachtagung auf den Versuchsflächen für Weinbau in Cugnasco stösst auf grosses Interesse
Rund 70 Tessiner Winzerinnen und Winzer trafen sich am 14. August auf den Versuchsflächen in Cugnasco, um sich über die Forschungsaktivitäten von Agroscope zu informieren und mit den Fachleuten auszutauschen.
Am 14. August 2026 führte Agroscope auf seinen Versuchsflächen für Weinbau in Cugnasco, die seit 2022 vom Amt für Landwirtschaft des Kantons Tessin unterstützt werden, seine erste Fachtagung durch. Die Veranstaltung stiess in der Weinbaubranche auf grosses Interesse: Zahlreiche Fachleute nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort über aktuelle Forschungsprojekte zu informieren und mit Forschenden aus Changins, Pully und Cadenazzo auszutauschen.
Bekämpfung der Schwarzfäule
Ein zentrales Thema der Fachtagung war die Schwarzfäule, die im Tessin insbesondere bei resistenten Rebsorten stark verbreitet ist. Zwar wirken einige Fungizide, die auch gegen Falschen Mehltau oder Echten Mehltau eingesetzt werden, sie sind jedoch für den Biolandbau nicht zugelassen.
Die Fachleute von Agroscope präsentierten die diesjährigen Ergebnisse. Diese zeigen, wie wichtig die Kombination von ganzjährig umgesetzten Präventionsmassnahmen mit gezielten Anwendungen von Kupfer und Schwefel ist. Dieser Ansatz erweist sich insbesondere für den biologischen Weinbau als vielversprechend.
Neue Schädlinge
Der Standort von Cugnasco ist zudem mit mehreren neu auftretenden Schädlingen konfrontiert. Dazu zählen der Japankäfer Popillia japonica, aber auch den Miniermotten Aspilanta oinophylla und Phyllocnistis vitegenella sowie der Zikade Erasmoneura vulnerata. Die Arbeiten des Kompetenzzentrums Neobiota stiessen auf grosses Interesse. Ziel ist es, die Biologie dieser Schädlinge besser zu verstehen, ihr Schadenspotenzial zu bewerten und geeignete Bekämpfungs- oder Bewirtschaftungsmethoden zu entwickeln.
Unterstockbereich ohne Herbizide
Auf grosses Interesse stiessen auch die Versuche zum Zusammenspiel von klimaangepassten Rebunterlagen und der Bewirtschaftung des Unterstockbereichs. Auf der Versuchsparzelle wurden speziell ausgewählte Saatmischungen getestet und auf Herbizide, das Mähen und die Bodenbearbeitung verzichtet. Diese im September ausgesäten Bodenbedeckungen schützen den Boden und reduzieren gleichzeitig die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe. Der Ansatz reduziert die Produktionskosten, den Einsatz von Betriebsmitteln und schont die Umwelt. Bereits drei Jahre nach der Neuanlage erweisen sich die Kosten pro Hektare als wirtschaftlich vorteilhaft.
Plattform Agrometeo: Wichtige Entwicklungen im Gange
Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in die Entwicklungen rund um Agrometeo, die Schweizer Plattform für Wetter- und Pflanzenschutzinformationen. Aktuell wird eine neue Agrometeo-Plattform entwickelt, welche die bisher auf verschiedenen Websites verteilten Prognosemodelle von Agroscope auf einem modernen, einheitlichen Portal zusammenführt. Die Nutzenden können künftig personalisierte Informationen abrufen, indem unter anderem bereits durchgeführte Behandlungen oder die Wetterdaten ihrer eigenen Messstation einbezogen werden.
Resistente Rebsorten: im Rebberg und bei der Degustation
Der Abschluss des Vormittags bildete die mit Spannung erwartete Degustation von Weinen aus den sieben neu zugelassenen resistenten Rebsorten, die zuvor im Rebberg präsentiert wurden.
Gemeinsam die Zukunft des Weinbaus gestalten
Über die wissenschaftlichen Ergebnisse hinaus hat diese erste (aber sicherlich nicht letzte) Fachtagung das Interesse der Weinbaubranche an den Versuchen in Cugnasco gezeigt, wo angewandte Forschung, kantonales Fachwissen und die Erfahrung der Praxis zusammenfliessen, um die Zukunft des Weinbaus zu gestalten.
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