Erbkrankheit HIP bei Freibergern: Gentest verfügbar
Mit einem Gentest können Freibergerpferde auf die Erbkrankheit Hypertriglyceridämie-induzierte Pankreatitis (HIP) getestet werden. Die Zucht von betroffenen Fohlen lässt sich dadurch verhindern.
Im Oktober 2024 informierten wir über eine mögliche neue Erbkrankheit bei Freibergerpferden: Mehrere Fohlen mussten mit Fieber und Durchfall eingeschläfert werden.
Ein von Agroscope unterstütztes Forschungsprojekt der Vetsuisse-Fakultät Bern erlaubte es, die Krankheit Hypertriglyceridämie-induzierte Pankreatitis (HIP) in wenigen Monaten besser zu verstehen. Die Genvariante führt zum Funktionsverlust eines wichtigen Enzyms im Fettstoffwechsel.
HIP-Gentest verfügbar
In Rekordzeit wurde ein Gentest entwickelt, mit dem seit dem 1. Februar 2025 festgestellt werden kann, ob die Tiere Träger der Erbkrankheit sind und diese weitervererben können. Der Test kostet CHF 80 (exkl. MWST) zuzüglich Tierarztkosten. Für den Test wird eine Blutprobe des Pferdes benötigt. Liegt der Vetsuisse-Fakultät Bern bereits eine Probe aus einer früheren Untersuchung vor, muss keine neue Probe eingeschickt werden. Weitere Informationen: Forschung: Genetischer HIP-Test verfügbar - ISME Bern und Avenches
Der Schweizerische Freibergerverband (SFZV) bietet Züchtern die Möglichkeit, ihre Tiere im Herbst 2025 zum Vorzugspreis von CHF 40 statt CHF 80 (exkl. MWST) zu testen. Weitere Informationen unter: https://www.fm-ch.ch/de/praktische-infos.html
Anpassen der Anpaarungen
Durch das Testen der Zuchtpferde kann verhindert werden, dass Fohlen gezeugt werden, die an der Krankheit leiden und sterben müssen. Gesunde Trägerpferde können weiterhin in der Zucht eingesetzt werden, sollten aber nicht miteinander gepaart werden. Wenn beide Eltern «gesunde» Träger der Genvariante sind, besteht ein Risiko von 25 %, dass das Fohlen sowohl den Gendefekt des Vaters als auch denjenigen der Mutter erbt. Wenn das Fohlen beide Defekte trägt, ist es von der Krankheit betroffen.
Im Hinblick auf die Decksaison 2025 hat Agroscope seine Hengste getestet. Von den 48 Hengsten, die für den Natursprung zur Verfügung stehen, sind acht Träger des Defekts. Die aktualisierte Liste steht auf der Website zur Verfügung: Decksaison 2025 (in Bearbeitung)
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