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Veröffentlicht am 18. August 2022

Erbgut der Rebenkrankheit Goldgelbe Vergilbung erstmals entschlüsselt

Agroscope-Forschenden ist es gelungen, das Erbgut einer bisher kaum bekämpfbaren Quarantänekrankheit der Rebe, die Goldgelbe Vergilbung, zu entschlüsseln. Anhand dessen lassen sich Schwachstellen finden, um den Erreger zu bekämpfen.

Die Goldgelbe Vergilbung ist 2004 im Kanton Tessin erstmals aufgetreten. Seither wurde sie in den Kantonen Waadt, Wallis und Graubünden nachgewiesen. Betroffene Rebstöcke müssen entfernt und vernichtet werden. Bei einer Infektion wird gegen die Zikaden-Art vorgegangen, welche die Krankheit verbreitet. Gesucht werden Alternativen zu dem damit verbundenen Einsatz von Insektiziden.

Hohe Spezialisierung des Erregers

Die Krankheit wird durch Phytoplasmen (zellwandfreie Bakterien) verursacht. Um dagegen vorzugehen, ist es wichtig zu verstehen, wie sich der Erreger ausbreitet und was mit der betroffenen Pflanze geschieht. Deshalb haben Agroscope-Forschende das Erbgut des Erregers entschlüsselt.

Anders als bei anderen Phytoplasmen ist die Struktur des Erbguts stabil. Diese Entdeckung ist essenziell. Denn: Ein stabiles Erbgut bedeutet, dass sich auch die Schwachstellen stabil verhalten. So ist es einfacher, Schwachstellen zu finden und erfolgreich zu nutzen, um den Erreger zu eliminieren.

Genfunktion und genetische Vielfalt

In einem nächsten Schritt wird die Genfunktion untersucht, welche durch die Sequenzierung des Genoms aufgedeckt wurde. Dies hilft zu verstehen, wie der Erreger eine Pflanze krank macht und ihre Abwehr umgeht. Zudem analysieren die Forschenden, ob diese Schwachstellen in allen in der Schweiz vorkommenden Stämme vorkommen.
 

The Complete Genome of the “Flavescence Dorée” Phytoplasma Reveals Characteristics of Low Genome Plasticity

Moderne genetische Verfahren können eingesetzt werden, um u. a. herauszufinden, wie sich die Erreger an Pflanzenschutzmittel anpassen.

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