Die STYCS-Versuche – anderer Boden, andere Düngung
Die Nährstoffversorgung von Ackerkulturen ist neben der Düngung stark von Boden- und Klimabedingungen abhängig. In den STYCS-Versuchen wird auf sieben Flächen in der Schweiz der Einfluss von Standorteigenschaften auf die für optimale Erträge nötigen Nährstoffgehalte der Böden untersucht. Diese Erkenntnisse helfen, die Düngungsempfehlungen zu verbessern.
Eine unausgewogene Düngung kann zum einen die Unterversorgung der Pflanzen mit essentiellen Nährelementen und zum andern die Verunreinigung von Gewässern mit ausgewaschenen Nährstoffen verursachen. Die nötige Menge an zugeführten Nährstoffen für eine nachhaltige Produktion hängt stark von den Klima- und Bodeneigenschaften ab. Die STYCS-Versuche (Soil Testing and Yield Calibration for Switzerland) wurden angelegt, um Ertragsreaktionen unterschiedlicher Kulturen auf Nährstoffgehalte im Boden in Abhängigkeit von den Standortbedingungen zu testen. Damit können Bodenextraktionsmethoden auf ihre Eignung überprüft und passende Interpretationsschemata für Nährstoffgehalte im Boden erarbeitet werden. Diese dienen als Grundlage für die Düngeempfehlungen und das Umweltmonitoring.
Versuchsaufbau
In den Jahren 1989 bis 1992 wurden auf sechs Ackerstandorten in Zürich-Reckenholz (ZH), Rümlang-Altwi (ZH), Oensingen (SO), Ellighausen (TG), Cadenazzo (TI) und Grabs (SG) Düngungsversuche für Phosphor, Kalium, Magnesium und Kalk eingerichtet (der Versuch in Grabs wurde 2012 eingestellt). Bei den Böden handelt es sich um Unterarten von Braunerde, Gley oder Fluvisol. Auf allen Standorten werden Phosphor und Kalium in je sechs Stufen von 0 bis 167% und Magnesium in vier Stufen von 0 bis 150% des theoretischen Pflanzenentzugs ausgebracht. Zudem wird der Effekt der Kalkung an drei Standorten (Oensingen, Ellighausen, Cadenazzo) in je sechs Verfahren (0-4 t ha-1 CaO) getestet. Die Fruchtfolge umfasst Silomais, Zuckerrübe, Winterweizen und Raps. Zusätzlich wurden auf einem Graslandstandort in Vaz Muldain bis 2021 die Auswirkungen von kombinierter Phosphor- und Kaliumdüngung auf den Ertrag und die botanische Zusammensetzung untersucht. Die Verfahren auf allen Standorten sind viermal räumlich wiederholt.
Erhebungen
Der Oberboden (0-0.2 m) wird alle zwei Jahre nach der Ernte der Hauptkultur beprobt, der Unterboden (0.2-0.3 m und 0.3-0.5 m) alle vier Jahre. Verfügbare Nährstoffe im Boden werden mittels Extraktion mit CO2-gesättigtem Wasser (Phosphor, Kalium), CaCl2 (Magnesium) und AAE10 (Phosphor, Kalium, Magnesium) bestimmt. Neben den Erträgen werden die Nährstoffgehalte der Haupt- und Nebenprodukte und kulturspezifische Qualitätsparameter erfasst, woraus Entzüge und Bilanzen berechnet werden.
Die Erträge in der Phosphor-Serie unterscheiden sich nur geringfügig zwischen den Verfahren, was auf grosse Phosphorreserven in den Böden schliessen lässt. Nach 30 Jahren Null-Düngung zeigen vor allem phosphorsensitive Kulturen (Kartoffeln, Gerste) Ertragseinbusse. Die für optimale Erträge nötigen Phosphorkonzentrationen im Boden variieren deutlich zwischen verschiedenen Kulturen, allerdings haben standortspezifische pedoklimatische Bedingungen einen grossen Einfluss darauf, wie stark die Erträge auf die Phosphorkonzentration im Boden reagieren.
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Publikationen Langzeit-Feldversuche
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Langzeit-Feldversuche
Um längerfristige Veränderungen der Bodenqualität und der davon abhängigen Bodenfunktionen untersuchen zu können, unterhält und betreut Agroscope mehrere Langzeitversuche in der Schweiz.

Grundlagen für die Düngung landwirtschaftlicher Kulturen in der Schweiz (GRUD)
Die Düngung im Pflanzenbau ist für die landwirtschaftliche Praxis und Beratung von grosser Bedeutung. Agroscope hat mit den neuen «Grundlagen der Düngung landwirtschaftlicher Kulturen in der Schweiz» (GRUD 2017) erstmals Düngungsempfehlungen für alle in der Schweiz angebauten Kulturen in einem Grundlagendokument vereint.
