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Veröffentlicht am 12. Dezember 2024

Die passende Kuh für die Alp

Einfluss der Produktivität von Milchkühen auf das Ökosystem, die Wirtschaftlichkeit und das Tierwohl im Alpgebiet.

Die Milchleistung moderner Hochleistungskühe steigt kontinuierlich an. Wir untersuchen, inwieweit der Energiebedarf dieser Tiere auf der Alp gedeckt ist und ob weniger produktive Tiere unter den anspruchsvollen Bergbedingungen ökonomisch und ökologisch nachhaltiger sind.

Hintergrund

Durch Zucht und Fütterung hat sich die Milchleistung von Kühen im letzten Jahrhundert verdoppelt bis verdreifacht. Diese Tiere benötigen nährstoffreiches und leicht verfügbares Futter, um ihren Energiebedarf für die Milchproduktion zu decken. Ein Drittel der Landwirtschaftsfläche der Schweiz besteht jedoch aus nährstoffarmen Alpweiden mit teils anspruchsvollem Terrain. Dieses Missverhältnis zwischen den hohen Ansprüchen der Weidetiere und den geringen Ressourcen des Weidelandes beeinträchtigt nicht nur mutmasslich das Tierwohl, sondern führt auch dazu, dass die Milchleistung der hochproduktiven Tiere auf der Alp einbricht. Um diesen wirtschaftlichen Verlust auszugleichen, werden produktive Tiere auf den wenigen Weiden im Alpgebiet konzentriert, die eine gute Futterqualität bieten. Die Übernutzung verursacht Erosion, Nährstoffanreicherung und Verunkrautung. Auf der anderen Seite werden ungünstigere Alpweiden kaum noch genutzt und verbuschen. Sowohl die Über- wie auch Unternutzung führen zum Verlust von Weideland und reduzieren die Biodiversität.

Das Projekt

Das Projekt «PeaMaps» untersucht, welcher Kuh-Typ für welche Standortbedingungen (Futterangebot, Neigung, Weideführung) am besten geeignet ist und den grössten Nutzen für das Tierwohls, das Ökosystem und die Wirtschaftlichkeit bietet. Dazu soll die ganze Spannbreite an Produktivität betrachtet werden (intensive Milchrassen; mittel-intensive Zweinutzungsrassen; extensive Zweinutzungsrassen).

Ziel

Das Projekt verbessert das Verständnis, wie sich die Leistungszucht auf Kühe im Alpgebiet und das Alpgebiet selbst auswirkt. Es ermöglicht, die Eignung unterschiedlicher Kuh-Typen für unterschiedliche Standortbedingungen zu beurteilen und dadurch das Tierwohl und die nachhaltige Nahrungsmittelproduktion auf Alpweidegebieten zu fördern. Es erarbeitet tragfähige Lösungen für eine standortangepasste Nutzung und trägt zum Erhalt der natürlichen Ressourcen und der einzigartigen Biodiversität von Alpweiden bei.

Projektpartner

Agroscope, AgroVet Strickhof / ETH Zürich, Universität Glasgow, Universität Texas

Begleitgruppe

Expertinnen und Experten aus Praxis, Beratung, Züchtung, Naturschutz, Futterbau und Verwaltung

Finanzierung

Schweizerischer Nationalfond, Projekt PeaMaps https://data.snf.ch/grants/grant/219655

PeaMaps - «Promoting ecological and economic sustainability and animal welfare by matching cattle productivity and site properties in mountain rangelands»

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