Der DOK-Langzeit-Systemvergleich – ein Tummelplatz für wissenschaftliche Arbeiten
Ursprünglich als Systemvergleich von konventionellen und biologischen Anbaumethoden angelegt, dient der DOK-Versuch heute als Plattform für unterschiedlichste wissenschaftliche Untersuchungen. In biologisch-dynamischen (D), biologisch-organischen (O) und konventionellen (K) Verfahren werden Aspekte der Bodenfruchtbarkeit, Produktivität, Klimawirksamkeit und Resilienz von landwirtschaftlichen Systemen untersucht.
Angelegt wurde der DOK-Versuch mit dem Ziel einer Vergleichsstudie von konventioneller und biologischer Landwirtschaft. Es galt festzustellen, ob der biologische Landbau langfristig funktionieren und in Bezug auf Erträge und Ertragsqualität mit konventionellem Anbau mithalten kann. Heute dient der Versuch vielen weiteren Forschungsfragen als Versuchsplattform. Insbesondere Themen zu Ertragsentwicklung und -stabilität, nachhaltiger Landwirtschaft, Bodenqualität, Klimawirksamkeit, Energie- und Nährstoffeffizienz und Biodiversität stehen im Fokus.
Versuchsaufbau
Der DOK-Versuch wurde 1978 in Therwil (BL) auf einer pseudovergleyten Parabraunerde gestartet. In dem Versuch werden drei Anbausysteme verglichen: Biologisch-dynamische (D), biologisch-organische (O) und konventionelle (K) Landwirtschaft. Diese unterscheiden sich sowohl durch die Düngung (D: Gülle, Mistkompost, biodynamische Präparate; O: Gülle, Rottemist; K: Gülle, Frisch- oder Rottemist, Mineraldünger), als auch durch den Pflanzenschutz (D und O: biologisch; K: chemisch-synthetisch). Neben zwei Düngungsstufen der drei Anbausysteme (je halbe und praxisübliche Düngung) werden zwei Kontrollen geführt, eine ungedüngte (N) und eine rein mineralisch gedüngte Variante (M). Der Versuch ist viermal räumlich repliziert. Zusätzlich wird die siebenjährige Fruchtfolge bestehend aus zwei Jahren Kunstwiese, Silomais, Soja, Winterweizen, Kartoffeln und Winterweizen in drei Streifen jeweils um ein Jahr versetzt wiederholt.
Erhebungen
Der Oberboden (0-0.2 m Tiefe) wird jährlich und der Unterboden (0.3-0.5 m) alle sieben Jahre beprobt. Routinemessungen umfassen pH-Wert, organischen Kohlenstoff und Stickstoff sowie verfügbare Makronährstoffe. In regelmässigen Abständen werden auch bodenphysikalische und -biologische Erhebungen durchgeführt. Die Erträge der Haupt- und Nebenprodukte werden regelmässig erfasst und Nährstoffgehalte sowie Qualitätsparameter analytisch bestimmt. Der DOK-Versuch dient zudem als wissenschaftliche Plattform für viele – sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientierte – Forschungsfragen, wie z.B. biologische Stickstofffixierung, unterirdischer Kohlenstoff- und Stickstoffeintrag durch Kulturpflanzen oder Emission klimarelevanter Bodengase. Die Vielzahl an erhobenen Parametern wird in Öko-Bilanzierungen und Modellierungen des Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalts des Bodens (Roth-C, Humod, CCB) oder der Stickstoffdynamik im Pflanze-Boden-System (Sticks, DayCent) genutzt und ermöglicht damit ein verbessertes Systemverständnis. Damit ist der DOK-Versuch einer der bedeutendsten Langzeitversuche weltweit.
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Publikationen Langzeit-Feldversuche
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Langzeit-Feldversuche
Um längerfristige Veränderungen der Bodenqualität und der davon abhängigen Bodenfunktionen untersuchen zu können, unterhält und betreut Agroscope mehrere Langzeitversuche in der Schweiz.
