Bienenwachs

Das Wachs ist in erster Linie die Wiege des Bienenvolks, aber auch Stube und Vorratsbehälter. Es wurde von den Menschen seit ältesten Zeiten für viele Zwecke verwendet. Heute benutzt man Bienenwachs in der Medizin, Kosmetik sowie für Gebrauchsgegenstände.
Schweizerische Firmen für Imkereibedarf produzieren nach eigenen Angaben ca. 60-70 Tonnen inländisches Wachs pro Jahr. Das deckt gerade den Inlandbedarf für die Mittelwandproduktion. Für die übrigen Verwendungszwecke wird das Wachs importiert, im Durchschnitt 150 Tonnen pro Jahr.
Das Wachs wird als Bestandteil von Heilmitteln und Kosmetika gebraucht. Dabei gilt die Heilmittelgesetzgebung. Bienenwachs ist in der Pharmacopoe Helvetica umschrieben.
Die Bekämpfung der Varroa ist die bedeutendste Belastungsquelle für die Bienenprodukte. Diese Stoffe werden wiederholt angewendet. Für die Varroabekämpfung sollten nur unbedenkliche Substanzen wie organische Säuren und Thymol verwendet werden. Bei richtiger Anwendung dieser Stoffe entstehen keine belastenden Rückstände in den Bienenprodukten.
Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Varroazidbelastung des Wachses in den letzten Jahren abgenommen hat (Ausnahme Coumaphos), dank der vermehrten Anwendung der alternativen Varroabekämpfung.

In unserem Monitoring Programm für Schweizer Bienenwachs beobachten wir in den letzten Jahren eine Zunahme von Coumaphos Rückständen. Wir vermuteten den Gebrauch von Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Coumaphos gegen die Varroa-Milbe. Um dies zu überprüfen, behandelten wir 15 Völker mit CheckMite+ und bestimmten anschliessend die Höhe der Coumaphos Rückstände im Bienenwachs. Nach einer einmaligen Behandlung sehen wir deutliche Rückstandsmengen, die ein Risiko für die Bienen darstellen können. Ausserdem kann das Rezyklieren exponierter Altwaben zu erhöhten Rückständen im allgemeinen Wachskreislauf führen.
Zwischen den Jahren 1998 bis 2009 ist ein Anstieg der Thymol Rückstände im Wachs zu beobachten, da vermehrt Thymol-haltige Präparate gegen die Varroa Milbe zur Anwendung gekommen sind. Seit 2009 nehmen die Rückstände stetig ab, da weniger häufig Thymol-haltige Präparate eingesetzt werden (siehe Umfrageresultate).

Die Umfrage über die Winterverluste bei Schweizer Imker und Imkerinnen zeigt, dass Thymol-haltige Produkte für die Sommerbehandlung stets weniger häufig angewendet werden.

Thymol residues in wax and honey after Apilife VAR treatment (englisch) Thymolrückstände in Wachs und Honig nach Apilife VAR Anwendung
S. Bogdanov, V. Kilchenmann, A. Imdorf (1998)