Beurteilung Nutzen und Risiken von Makroorganismen
Makroorganismen werden verbreitet im Pflanzenschutz gegen Schädlinge eingesetzt. Ihre Verwendung sollte sachgerecht, sicher und den internationalen Leitlinien entsprechend erfolgen.
Schädlingsbekämpfung ist eine weltweite Herausforderung für die Landwirtschaft, da Kulturpflanzen immer wieder von bekannten und neuen Schädlingen bedroht werden. Zudem gibt es einen politischen Entschluss, dass der Einsatz von chemischen Pestiziden in der europäischen Landwirtschaft vermindert werden soll. Aus diesen Gründen wird vermehrt nach alternativen Bekämpfungsmethoden gesucht.
Nützlinge werden heute in vielen Kulturen eingesetzt zur Bekämpfung von Schädlingen in Gewächshäusern und Feldern. Sie werden in grossem Massstab gezüchtet und als Pflanzenschutzmittel vertrieben. Darüber hinaus findet die gezielte Ansiedelung von Nützlingen aus den Herkunftsgebieten invasiver Schädlinge statt. Schliesslich lässt auch der internationale Handel und Tourismus das Risiko von ungewollten Freisetzungen und der Etablierung von exotischen Organismen steigen. Diese haben einen Einfluss auf die Landwirtschaft mit ihren Lebensgemeinschaften und bedeuten eine zusätzliche Bedrohung für seltene und gefährdete Arten.
Zusammen mit der Forschungsgruppe Neobiota arbeiten wir daran zukünftige Herausforderungen durch invasive Arten für den Pflanzenschutz zu erkennen und geeignete Gegenspieler zu identifizieren. Wir führen Forschung zu den Faktoren durch, die den Nutzen und das Risiko von Makroorganismen in der Landwirtschaft beeinflussen. Solche Faktoren umfassen Überwinterungsfähigkeit, Wirts- und Beutespektrum oder die Kompatibilität von Nützlingen mit anderen Pflanzenschutzmassnahmen. Wir entwickeln aufgrund unserer Forschungsergebnisse Konzepte und Methoden zur Beurteilung von Nutzen und Risiken der Makroorganismen. Wir unterstützen die Beurteilung des Bundesamts für Umwelt für Umweltrisiken neuer Nützlinge, die in der Schweizer Landwirtschaft kommerziell eingesetzt werden sollen und arbeiten aktiv an der Gestaltung der aktuellsten internationalen Leitlinien mit, die von EPPO, IOBC und IPPC zur Beurteilung herausgegeben werden. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Agrarwissenschaften der ETH Zürich und anderen Hochschulen führen wir Lehrveranstaltungen zur Auswirkung von neuen Organismen im landwirtschaftlichen Umfeld und zur Nutzen- und Risikobeurteilung von Nützlingen durch. Unser Einsatz kommt einer breitflächigen Anwendung von umwelt- und gesundheitsfreundlichen Schädlingsbekämpfungsstrategien zu Gute.
